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Zunehmende Internationalisierung bei Investoren erwartet

Die institutionellen Investoren in Deutschland werden ihre Immobilieninvestitionen in den kommenden Jahren verstärkt im Ausland tätigen. Im Fokus stehen dabei vor allem europäische, nicht der EU zugehörige Staaten, deren Anteil in den Portfolien in den kommenden drei Jahren um mehr als 700 Prozent zunehmen werden sowie die Region Asien/Pazifik und die USA, welche ebenfalls stark an Bedeutung zunehmen werden. Der bislang dominante Anteil deutscher Investments dagegen wird weiter deutlich zurückgefahren.

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Das ist das Ergebnis einer aktuellen Studie des Instituts für Immobilienmanagement der Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät der Universität Leipzig, im Auftrag der LB Immo Invest GmbH, Hamburg. Die Studie basiert auf Antworten von 41 institutionellen Investoren. Unter den Teilnehmern befanden sich Versicherungen, Kreditinstitute Pensionskassen, berufsständische Altersvorsorgeeinrichtungen freier Berufe, Vermögensverwaltungen, Stiftungen, kirchliche Einrichtungen und Industrieunternehmen.

„Die Befragung hat ergeben, dass Investitionen in Osteuropa ganz oben auf der Einkaufsliste der Immobilieninvestoren stehen“, sagt Sebastian Thürmer, Leiter Marketing, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit der LB Immo Invest GmbH. „Die Anlagebereitschaft in Länder zu investieren, die gerade der EU beigetreten sind bzw. noch nicht Teil der EU sind, hat deutlich zugenommen“, so Thürmer.

Neben der regionalen Diversifikation planen die Unternehmen auch eine stärkere Streuung ihrer Anlagen in verschiedene Nutzungsarten. So soll der traditionell hohe Anteil an Büroimmobilien in den Portfolios von zurzeit mehr als 55 Prozent auf etwa 46 Prozent im Jahr 2009 sinken. Geplant wird dagegen eine Ausweitung der Investments in bislang weniger beachtete Nutzungsarten wie Senioren-, Logistik- und Infrastrukturimmobilien sowie eine Aufstockung bei Handelsimmobilien. Der Anteil dieser Sektoren am Gesamtportfolio soll sich stark überdurchschnittlich entwickeln.

Interessant ist in diesem Zusammenhang, dass der institutionelle Investor klare Vorstellungen bei der Länderallokation einer jeden Nutzungsart verfolgt. So werden bei Seniorenimmobilien, Wohnungen oder Hotels Anlagen in Deutschland fokussiert, während Büroinvestments eher im Ausland gesucht werden.

Ein dritter Trend, der sich aus den Ergebnissen der Studie ablesen lässt, ist die Verlagerung von der direkten Immobilienanlage hin zum indirekten Investment, beispielsweise dem Immobilien-Spezialfonds. Die überwiegende Mehrheit der befragten Unternehmen gab an, Neuinvestitionen derzeit ausschließlich in Form indirekter Anlagen zu tätigen. Insbesondere für Anlagen im Ausland wird der indirekte Weg bevorzugt. Als Folge wird sich der Anteil indirekter Investments an den Portfolios auf mehr als 50 Prozent erhöhen.

Bemerkenswert ist auch das Ergebnis der Studie zum Thema Outsourcing von Bestandsimmobilien. Denn laut Studie befassen sich konkret 20 % der Investoren mit dem Gedanken des Outsourcings von direkt gehaltenen Immobilien in ein indirektes Anlagevehikel. „Noch vor zwei oder drei Jahren wurde dem Trend zum Outsourcing keinerlei Bedeutung beigemessen“, erläutert Thürmer. „Stresstestszenarien für VAG-Investoren und Solvency II sowie die zunehmende Internationalisierung der Assetklasse Immobilien dürften diesen Umdenkungsprozess noch weiter beschleunigen.