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Zinshausmarkt Hamburg: 2010 dritthöchstes Umsatzvolumen seit 10 Jahren

„Der Zinshausmarkt in Hamburg hat sich 2010 wieder gefangen“, so Dietrich Kluxen, Geschäftsführer Gewerbeimmobilien beim Hamburger Unternehmen Wentzel Dr.. Der Gutachterausschuss hat für 2010 den Verkauf von 459 Zinshäusern bekannt gegeben, aus dem ein Verkaufsvolumen von 886 Mio. Euro resultierte. „2011 erwarte ich einen Markt etwas über dem Niveau des Vorjahres. Steigen im laufenden Jahr die Zinsen jedoch über das gerade von der EZB verkündete Viertel-Prozent hinaus, so ringen insbesondere neu errichtete Mietwohnanlagen mit Gewerbeimmobilien um die Gunst institutioneller Investoren.“

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459 Zinshäuser konnten im vergangenen Jahr in Hamburg verkauft werden. Das ist zwar ein Anstieg um 19% gegenüber 2009, entspricht jedoch ziemlich exakt dem Zehn-Jahres-Durchschnitt von 450 Verkäufen. Deutlicher, um knapp 29%, zugelegt hat der aus den Verkäufen generierte Umsatz. Mit 886 Mio. Euro konnte das – nach den Boomjahren 2006/2007 – drittbeste Ergebnis seit der Jahrtausendwende verbucht werden.

Mit einem Verkaufsvolumen von 98,22 Mio. Euro allein im Hamburger Stadtgebiet lag der Marktanteil von Wentzel Dr. bei über 11%. Zusätzlich zu den in Hamburg veräußerten Objekten konnte das 1820 gegründete, bis heute inhabergeführte Familienunternehmen, Zinshäuser in Oldenburg, Bremen, Hannover, Rostock oder Schwerin vermitteln. „Der Schockstarre nach der Lehmann-Pleite im September 2008 folgte eine sehr starke Nachfrage nach sicheren Anlagemöglichkeiten.“ Doch das Angebot verknappte sich eher, da die Eigentümer – ebenfalls aus Gründen der Sicherheit – ihre Immobilien behielten.

Mit der wirtschaftlichen Beruhigung 2010 zeigten sich mehr private Zinshausbesitzer zum Verkauf bereit. „Begehrt sind bei Privatinvestoren Zinshäuser aus der Gründerzeit in etablierten Lagen rund um die Außenalster.“ Ein 1904 errichtetes Gebäude mit 35 Wohnungen sowie zwei Gewerbeeinheiten zum 16fachen der Jahresnettomiete in Eimsbüttel ist schon eher günstig. Selbst ein Jugendstil- Mehrfamilienhaus mit 14 Wohnungen in Harvestehude zum 23,5 fachen der Jahresnettomiete ist schnell verkauft. „Für Projekte dieser Art gibt es immer Kaufinteressenten.“

Zur Erholung des Marktes trugen besonders auch neue Mietwohnanlagen bei, die von privaten sowie institutionellen Investoren erworben wurden. „Wir haben am Wagrierweg in Hamburg-Niendorf 97 Mietwohnungen verkaufen können, die Anfang 2010 fertig gestellt wurden.“ Die für 12 Euro/m² angebotenen Wohnungen konnten alle schnell vermietet werden.

2011 wie 2010?
„Unter den aktuellen Rahmenbedingungen könnte das Transaktionsvolumen 2011 durch verstärkte Verkäufe von Neubauwohnungen an institutionelle Investoren auf über 900 Mio. Euro steigen“, so Kluxen, der die Zahl der Transaktionen 2011 auf dem Niveau des Vorjahrs sieht. „Bei weiter steigenden Zinsen allerdings werden für institutionelle Erwerber alternative Anlageformen interessanter – denn die Renditen bei Zinshäusern sind niedrig.“ Auch die wieder wachsende Attraktivität von Gewerbeimmobilien könne den hohen Nachfragedruck im Zinshausmarkt mildern.