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ZIA: Markthindernisse erschweren effektiven Klimaschutz von Gebäuden

Trotz hoher finanzieller Förderungen durch den Staat werden in Deutschland die Potenziale zur Senkung des CO2-Ausstoßes im Gebäudebestand nicht ausgeschöpft. Stattdessen haben im vergangenen Jahr die Investitionen in energetische Sanierungen sogar einen Tiefstand erreicht. Dieser Zustand wird sich nur langsam verändern, wenn nicht bestehende Markthindernisse im Bereich der Klimaschutz-Maßnahmen aus dem Weg geräumt werden. Es bedarf einer gemeinsamen Kraftanstrengung von Politik und Wirtschaft, um die Beschlüsse des Integrierten Energie- und Klimaprogramms umzusetzen.

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„Oberstes Gebot sind langfristige Angaben, bis zu welchen Zeitpunkten Energiesparmaßnahmen umgesetzt werden müssen. Die Politik sollte einen zuverlässigen CO2-Pfad festlegen, auf dessen Grundlage Eigentümer von Immobilien Energieeinsparungen individuell planen können“, sagt Eckart John von Freyend, Präsident des Zentralen Immobilien Ausschuss (ZIA). Die Gesetzgebung solle sich darauf kon-zentrieren, feste Grenzen im Bereich der Primärenergie und der
Emissionswerte bis 2030 festzulegen. Vorgaben, mit welchen Produkten, Verfahren und Prozessen diese Ziele erreicht werden sollen, seien dagegen kontraproduktiv. „Wenn beispielsweise genau vorgeschrieben wird, mit welchen Maßnahmen der Anteil regenerativer Energien erhöht werden soll, sucht der Markt nicht aus eigener Kraft nach optimalen Lösungen. Innovativer Ideenreichtum würde so unterbunden“, sagt John von Freyend.

Eigentümer von Immobilien finden sich derzeit im Dickicht der wechselnden Vorgaben zur Sanierung und der finanziellen Fördermöglichkeiten nur schwer zurecht. Obwohl Investitionen in Energiesparmaßnahmen häufig ökonomisch sinnvoll sind, führt die bestehende Unsicherheit zu Investitionszurückhaltung. Es müssen zuverlässige, langfristige und vor allem einfache Programme als Anreizmechanismus etabliert werden. Die bestehenden Förderprogramme der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) können von Privatpersonen und Unternehmen häufig nicht in Anspruch genommen werden, wenn ihre Immobilien bereits mit Hypotheken belastet sind. Gleichzeitig führen die Investitionen nicht in ausreichendem Maße zu Wertsteigerungen der Immobilien, weil die Miete nur in einem äußerst begrenzten Rahmen erhöht werden kann.

Unbefriedigend ist auch die aktuelle Verbraucherberatung. Wer in sein Gebäude investieren möchte, erwartet eine fachlich korrekte Diagnose seiner Immobilie und ein individuelles Sanierungskonzept inklusive eines Zeit- und Finanzierungsplans. Vereinzelt gibt es zwar bereits Informationszentren von Energieagenturen, Bauhandwerksorganisationen und der Baustoffindustrie. Diese Kooperationen müssen jedoch flächendeckend ausgeweitet werden. An dieser Stelle ist nicht die Politik, sondern die private Wirtschaft gefragt.

Die Markthindernisse im Bereich der Klimaschutzmaßnahmen wurden im Rahmen der AG Gebäude des Bundesverbands der Deutschen Industrie (BDI) formuliert. Die Teilnehmer der Gebäude AG – wie der Zentrale Immobilien Ausschuss – begrüßen ausdrücklich die politisch formulierten Klimaschutzziele. Sie sehen aber die Gefahr, dass die Komplexität im Verordnungsbereich weiter zunimmt.