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ZIA kritisiert Benachteiligung der Immobilienwirtschaft durch Gesetzgebung

Die Immobilienwirtschaft steht vor der Herausforderung, eine Überregulierung beim Klimaschutz im Gebäudebereich zu verhindern. "Politische Klimaschutzziele lassen sich nur erreichen, wenn Unternehmen frei entscheiden können, welche Technologie sie wählen", sagt Eckart John von Freyend, Präsident des Zentralen Immobilien Ausschusses (ZIA) auf der Mitgliederversammlung in Berlin. Ein weiteres wichtiges Thema war der Nachbesserungsbedarf bei der Erbschaftsteuerreform. "Die 50-Prozent-Grenze beim Verwaltungsvermögen benachteiligt Immobilienunternehmen massiv. Es drängt sich der Eindruck auf, dass die Immobilienbranche die Reform finanzieren soll." Dies waren zentrale Aussagen auf der diesjährigen Mitgliederversammlung des ZIA.

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Nach Ansicht des ZIA sind energetische Sanierungen zur Reduktion der Treibhausgasemissionen grundsätzlich sinnvoll. 90 Prozent der Maßnahmen zur Reduktion von Treibhausgasen seien aus Entscheidersicht wirtschaftlich. "Vor allem bei Wohnhäusern gibt es jedoch nur wenige Investitionen, da es den Eigentümern an Liquidität mangelt und sich die gesetzlichen Rahmenbedingungen bei Energieeinsparungen und Fördermöglichkeiten permanent ändern," bemerkt John von Freyend vor dem Hintergrund des jüngst vom Kabinett verabschiedeten zweiten Klimapaketes. Einen effizienten Klimaschutz könne die Bundesregierung am ehesten unterstützen, wenn sie eine Überregulierung verhindere und den Markt selbst nach den optimalen Lösungen für Energieeinsparungen suchen ließe.

Mit Blick auf die Erbschaftsteuerreform fordert John von Freyend die Immobilienbranche auf, sich weiterhin gegen die Benachteiligungen zu wehren. Zentraler Kritikpunkt bleibt, dass das Gesamtbetriebsvermögen nicht begünstigt wird, wenn es zu mehr als 50 Prozent aus Verwaltungsvermögen besteht. Zum Verwaltungsvermögen gehören beispielsweise an Dritte vermietete Immobilien oder Grundstücke. Gewerbliche Immobilienunternehmen, die in der Regel diese 50-Prozent-Grenze überschreiten, werden bei der Unternehmensnachfolge damit von einer Begünstigung ausgeschlossen. "Die Ungleichbehandlung ist sachlich nicht gerechtfertigt und muss aufgehoben werden", sagt John von Freyend.

In einem Gastvortrag äußerte sich Bert Rürup, Vorsitzender des Rats der Wirtschaftsweisen, zu den Auswirkungen der Finanzmarktkrise auf die Immobilienmärkte. Mit einem baldigen Ende der Krise sei nicht zu rechnen. Doch gebe es neben zunächst als negativ bewerteten kurzfristigen Effekten wie höheren Risikoprämien der Banken und strengeren Kreditvergabestandards auch positive Wirkungen. So seien mittelfristig günstigere Finanzierungsbedingungen durch sinkende Leitzinsen abzusehen und die steigenden Inflationserwartungen sollten nach persönlicher Einschätzung Rürups die Nachfrage nach Immobilien erhöhen.

Aufgrund der schwachen US-Konjunktur erwartet Rürup eine Abkühlung der Wirtschaft in Deutschland. Auch wenn die deutsche Konjunktur nicht mehr so stark wie früher von den USA abhinge, wirkten sich die dortigen Entwicklungen doch immer zeitverzögert auf Deutschland aus. John von Freyend ist trotz des weltweit verlangsamten Wirtschaftswachstums optimistisch. Die verschärften Bedingungen für die Kreditvergabe und erhöhte Finanzierungskosten schlügen sich zwar in geringeren Bauinvestitionen, einem zurückgehenden Transaktionsvolumen sowie sinkenden Preisen auf den internationalen Immobilienmärkten nieder. "In Deutschland sind die Preisrückgänge jedoch deutlich moderater ausgefallen, da die Übertreibungen in der Vergangenheit nicht so ausgeprägt waren wie in den USA oder anderen europäischen Ländern." Mit zunehmender Stabilisierung der Finanzmärkte und der konjunkturellen Entwicklung rechnet der ZIA auch auf den internationalen Immobilienmärkten wieder mit positiven Impulsen.