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Wohnungsabriss: Grüngürtel als Puffer

In der kommenden Woche beginnen die politischen Beratungen über mögliche Sanierungsverfahren in den nördlichen Duisburger Stadtteilen Marxloh, Bruckhausen und in geringem Umfang in Beeck. Ziel der Sanie- rungsverfahren ist es, aufbauend auf den bisherigen Stadterneuerungs- maßnahmen die städtebaulichen Strukturen in den Stadtteilen zu verbes- sern. Es soll ein Grüngürtel als Puffer zur Industrie durch Rückbau kaum noch nachgefragter Wohnbebauung in den Industrienahtlagen geschaffen werden. Der Rückbau soll im Rahmen förmlicher städtebaulicher Sanierungsverfahren nach Baugesetzbuch erfolgen. Mit einer Entzerrung von Industrie und Wohnbebauung und der Schaffung eines Grüngürtels Duisburg-Nord würde nicht nur die Lebensqualität in den Stadtteilen angehoben, sondern auch der Stahlstandort Duisburg dauerhaft gesichert.

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Die Stadt Duisburg führt seit Jahren zusammen mit der Entwicklungsgesell- schaft Duisburg (EG DU) und mit erheblicher Unterstützung des Landes und anderer Fördergeber im Rahmen des Programms „Soziale Stadt“ er- folgreich Maßnahmen zur Verbesserung der Wohn- und Lebensverhältnis- se in den betroffenen Stadtteilen durch. Trotz aller Erfolge bleibt festzustel- len, dass durch kaum beeinflussbare Rahmenbedingungen, wie Bevöl- kerungsrückgang, Arbeitslosigkeit, gestiegene Anforderungen an die Umweltbedingungen, besonders in den Nahtlagen zur Industrie immer mehr Wohnraum leer steht und verfällt. Vor diesem Hintergrund ist es stadtentwicklungspolitisch konsequent, einen geordneten Rückzug durch Rückbau einzuleiten und die Fläche als Pufferzone und Grüngürtel zu nutzen.

Ein förmliches städtebauliches Sanierungsverfahren ist mehrstufig ange- legt und sieht zunächst vorbereitende Untersuchungen vor. Als Unter- suchungsgebiet schlägt die Verwaltung die in den Grafiken ausgewiesenen Bereiche der betroffenen Stadtteile vor. Die Untersuchungsgebiete umfassen in Marxloh ungefähr 130 Wohnobjekte, in Bruckhausen ca. 150 Wohnobjekte und an der Arnoldstraße in Beeck ca. 30 Objekte. Mit den vorbereitenden Untersuchungen sollen Beurteilungsunterlagen gewonnen werden über die Notwendigkeit der Maßnahme, die sozialen, strukturellen und städtebaulichen Verhältnisse und Zusammenhänge, die anzustrebenden Ziele sowie die Durchführung des Verfahrens im Allgemeinen. Die vorbereitenden Untersuchungen sollen auch die Auswirkungen auf die unmittelbar Betroffenen aufzeigen. Die frühzeitige Beteiligung und Beratung der Bewohner ist zwingendes Element des Planungsprozesses. Dazu sollen schon mit Beschluss über den Beginn der vorbereitenden Untersuchungen Bürgerdialogzentren eingerichtet werden, die mit kompetenten Ansprechpartnern aus der Verwaltung und der EG DU besetzt sein werden.

Nach Abschluss der vorbereitenden Untersuchungen – voraussichtlich im nächsten Frühjahr – müssten dann politische Beschlüsse über die Änderungen der bereits bestehenden Sanierungssatzungen für die betroffenen Stadtbezirke getroffen werden. Damit würde der auf mehrere Jahre angelegte Sanierungsprozess eingeleitet. Mit der Durchführung der Maßnahme soll die EG DU beauftragt werden. Die Maßnahme soll im Rahmen einer öffentlich-privater Partnerschaft vom Land NRW, der Stadt Duisburg und der ThyssenKrupp Steel AG finanziert werden.