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Wohnungs- und Hauspreise steigen wieder leicht

Im April 2008 fiel der Hauspreis-Gesamtindex nur mehr leicht um 0,1% von 284 Punkten auf 283,7 Punkte.

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Damit schient der Boden für bundesdeutsche Hauspreise endgültig erreicht.

Der Index für Wohnungen aus dem Bestand hat sich im Vergleich zum Vormonat nicht verändert; der für freistehende Ein- und Zweifamilienhäuser aus dem Bestand stieg sogar leicht an.

Stabilisiert: Bestandswohnungen
Die Preise für Wohnungen aus dem Bestand (HPX-apartment) haben sich im Beobachtungszeitraum nicht verändert. Der Index zeigt einen konstanten Wert von 90,3 Punkten. Der mittlere Kaufpreis liegt bei 135.000 Euro (leicht fallend), die durchschnittliche Wohnfläche bei konstant 84 m², der Preis pro m² bei 1.608 Euro (ebenfalls leicht fallend) im Bundesdurchschnitt. Im Jahresvergleich ist der Index jedoch um 5 % gefallen.

Leicht steigend: Freistehende Ein- und Zweifamilienhäuser aus dem Bestand
Im Vergleich zum Vormonat stieg der Index-Wert für Häuser aus dem Bestand (HPX-existinghome) um 0,1 Prozent. Er entwickelte sich von 90,4 Punkten auf 90,5 Punkte. Im Jahresvergleich ergibt sich ein Preisverfall von ca. 7 %.

Die durchschnittliche Grundstücksgröße steigt an und liegt derzeit bei 405 m². Der mittlere Kaufpreis liegt bei auf ca. 189.900 Euro; pro m² entspricht das 1.533 Euro. Die Wohnfläche liegt bei durchschnittlich 124 m².

Nur noch leicht fallend: Neue, freistehende Ein- und Zwei-Familienhäuser
Im Vergleich zum Vormonat fällt der Index-Wert HPX-newhome nur leicht um 0,4 Prozent. Der Indexwert beträgt 102,9 Punkte. Die durchschnittliche Grundstücksgröße beträgt 471 m², der mittlere Kaufpreis liegt stabil bei 224.500 Euro – bei einer durchschnittlichen Wohnfläche 124 m² und einem Quadratmeterpreis von 1.805 Euro.

Die Gesamtzahl der Kreditverträge für Neubauten geht weiter zurück.

Größter Marktanteil bei Immobilienfinanzierungen im Internet
Die Hypoport AG, Berlin, erreichte im ersten Quartal 2008 mit dem Finanzmarktplatz ein Transaktionsvolumen von 3,4 Mrd. Euro. Immobilienfinanzierungen machten mit 3,2 Mrd. Euro den dominierenden Anteil aus.

„Das Quartals-Volumen ist das größte in unserer Unternehmensgeschichte. Besonders stolz sind wir darauf, dass wir auch in einem rückläufigen Markt weiter wachsen,“ so Ronald Slabke, Sprecher des Vorstands. Das Rekordvolumen liegt in dem angespannten Finanzierungsmarkt mit 13 % höher als im gleichen Zeitraum im Vorjahr.

Laut Statistik der Deutschen Bundesbank lag das Neugeschäftsvolumen bei Immobilienfinanzierungen in Deutschlands in den ersten zwei Monaten 2008 um 5 % unter dem Niveau des Vergleichszeitraums 2007.

Zinskommentar
Laut Bundesbankpräsident Axel Weber haben die Folgen der Turbulenzen der US-Finanzkrise in Europa und speziell Deutschland keine tiefen Spuren hinterlassen. Dies wäre nur der Fall, wenn die Kreditversorgung der Unternehmen litte, wofür es bislang keinen Beleg gibt.

Die führenden Wirtschaftsforschungsinstitute gehen in ihrem Frühjahrsgutachten von einem Rückgang der Inflationsrate in Deutschland bis zum Jahresende aus. Die EZB hat einen Anstieg der Verbraucherpreise 2008 von 2,9 Prozent im Jahresdurchschnitt prognostiziert. Im Jahr 2009 soll er sich wieder mit 1,8 Prozent normalisiert haben. Sollten sich diese Prognosen nicht bewahrheiten und die Inflationsrate weiterhin hoch bleiben, schließt Weber eine Leitzinserhöhung der Europäischen Zentralbank nicht aus.

Auswirkungen auf die Baufinanzierungszinsen
Im Vergleich zu anderen Ländern sind die Hypothekenzinsen in Deutschland weiterhin auf einem niedrigen Niveau. So liegt der Zins für ein Darlehen mit 15-jähriger Laufzeit beispielsweise in den USA derzeit bei etwa 5,40 Prozent und in Großbritannien bei über 6 Prozent. Über deutsche Kreditvermittler können derzeit Darlehen mit einer Zinsbindung von 15 Jahren bereits ab 4,81 Prozent (nom.) abgeschlossen werden (Stand 30.04.08). Diese Unterschiede sind vor allem dadurch begründet, dass die Struktur der Bankenwirtschaft und die Refinanzierung in Deutschland anders sind als in den angelsächsischen Ländern.

Ein weiterer bestimmender Faktor ist die Erwartung auf die Zinsentwicklung der Kapitalmarktteilnehmer. Bisher gingen Experten davon aus, dass durch anstehende Leitzinssenkungen die Geld- und Kapitalmärkte mit weiter zurückgehenden Zinsen agieren. Nach Meinung vieler Marktteilnehmer wird das jedoch nicht der Fall sein. Auf breiter Front sind hingegen wieder steigende Zinsen zu verzeichnen. Vor dem Hintergrund der aktuellen Inflationsentwicklung sind hiervon besonders Darlehen mit kurzen Laufzeiten betroffen, mit der Folge, dass sich die Zinsstrukturkurve sehr flach entwickeln wird.

Klaus Kannen, Vorstand für Privatkundenfinanzierungen bei der Dr. Klein & Co. AG: „Man sollte nicht weiter auf fallende Zinsen spekulieren; Baugeldzinsen werden langfristig steigen. Langen Laufzeiten der Zinsbindung und Forward-Darlehen sind die beste Wahl. Für Eigennutzer lässt sich die Finanzierung zudem durch KfW-Mittel optimieren.“