Cookie Fehler:

Cookies sind in Ihrem Browser deaktiviert. Um alle Funktionen z.B. das Login nutzen zu können, müssen Cookies aktiv sein. Bitte aktivieren Sie Cookies in Ihrem Browser.

    Drucken Drucken  Diesen Artikel zu den Favoriten hinzufügen Favoriten

Wohninvestments auf Rekordkurs

Der Investmentumsatz mit größeren Wohnungsbeständen bewegt sich im ersten Quartal 2012 auf Rekordkurs. Das registrierte Transaktionsvolumen belief sich insgesamt auf 3,64 Milliarden Euro, womit das vergleichbare Vorjahresergebnis mehr als vervierfacht wurde. Nur im Boomjahr 2007 konnte zum Jahresanfang ein noch besseres Ergebnis erzielt werden, wie die Analyse von BNP Paribas Real Estate (BNPPRE) ergibt.

.
Wir informieren Sie per
E-Mail sobald es Neuigkeiten zu Ihrem Thema gibt.
LBBW - Landesbank Baden-Württemberg
Patrizia Immobilien AG
DKB Immobilien AG
TLG Immobilien AG
Speymill

„Die bereits sehr dynamische Entwicklung des vergangenen Jahres hat sich damit erwartungsgemäß noch einmal beschleunigt“, erläutert Andreas Völker, Geschäftsführer von BNP Paribas Real Estate Consult. In die Analyse eingegangen sind insgesamt 54 Verkäufe mit zusammen gut 68.000 Wohnungen. Der durchschnittliche Umsatz pro Transaktion hat aufgrund einiger Großdeals spürbar angezogen und liegt bei gut 67 Millionen Euro. Zu den wichtigsten Deals gehörten unter anderem der Verkauf von rund 21.500 Wohnungen der LBBW für gut 1,4 Milliarden Euro [Patrizia gewinnt Bieterverfahren um die LBBW Immobilien] sowie die Veräußerung der rund 25.000 Einheiten der DKB Immobilien AG [TAG kauft DKB Immobilien] für etwa 960 Millionen. Das sehr hohe Transaktionsvolumen unterstreicht noch einmal, dass deutsche Wohnimmobilien bei den Investoren ganz oben auf der Einkaufsliste stehen. Stabile gesamtwirtschaftliche Rahmenbedingungen, die sichere Cashflows garantieren, sind vielen Anlegern dabei wichtiger als hohe Renditen.

Bezogen auf die Assetklassen liegen über mehrere Standorte verteilte Bestandsportfolios aufgrund einiger großer Verkäufe klar in Führung. Auf sie entfallen gut 87 Prozent des Gesamtumsatzes und damit mehr als 3,17 Milliarden Euro. Auf dem zweiten Platz folgen ältere Bestandsobjekte, die auf knapp 7 Prozent (253 Mio. Euro) kommen. Immerhin noch gut 3 Prozent bzw. 123 Millionen Euro wurden in Projektentwicklungen angelegt, die sich allerdings ausnahmslos in den großen Städten befinden. Investitionen in moderne Bestandsobjekte (jünger als 10 Jahre) und Sonderformen trugen nur unwesentlich zum Ergebnis bei.

Da im ersten Quartal 2012 eine Reihe großer Portfolios veräußert wurde, überrascht es nicht, dass Deals mit mehr als 100 Millionen Euro das Marktgeschehen mit einem Anteil von über 82 Prozent am Gesamtumsatz klar dominiert haben. Mittelgroße Verkäufe zwischen 10 und 50 Millionen Euro kommen zusammen auf immerhin noch rund 12 Prozent. Auf kleine Investments unter 10 Millionen Euro entfallen lediglich gut 4 Prozent, auch wenn sie mit 31 erfassten Deals für über die Hälfte aller Verkaufsfälle verantwortlich sind.

In den ersten drei Monaten haben vier Investorengruppen den Markt dominiert, zusammen sind sie für gut 84 Prozent des Umsatzes verantwortlich. Der Verkauf des LBBW-Portfolios wurde hierbei entsprechend der am Konsortium beteiligten Anleger aufgeteilt. Auf dem ersten Platz finden sich demzufolge Immobilien AGs, die auf einen Anteil von 28,5 Prozent kommen, vor Pensionskassen mit knapp 23 Prozent. Mit etwas Abstand folgen dann Equity/Real Estate Funds (17 %) und Versicherungen (knapp 16 %). Volumina von über 100 Millionen Euro wurden darüber hinaus noch von Spezialfonds (fast 6 %) und Immobilienunternehmen (4 %) investiert.

Deutsche Investoren klar an der Spitze
Bezogen auf die Herkunft der Anleger liegen deutsche Investoren weiterhin klar an der Spitze und kommen auf einen Anteil von 70 Prozent am Transaktionsvolumen. Damit liegen sie auch zum Jahresanfang auf dem gleichen Niveau wie im Gesamtjahr 2011. Auf ausländische Anleger entfallen 30 Prozent des Investmentumsatzes. Eindeutig im Vordergrund standen hier die europäischen Investoren (gut 24 %). Nordamerikanische Anleger waren dagegen nur zu knapp 6 Prozent am Marktgeschehen beteiligt, Käufer aus anderen Regionen sind bislang noch nicht in Erscheinung getreten.

Die Kaufpreisniveaus bei den großen Bestandsportfolios bewegen sich durchschnittlich in einer Bandbreite zwischen 700 - 800 Euro/m². Demgegenüber werden für Projektentwicklungen in den großen deutschen Städten im Durchschnitt knapp 3.300 Euro/m² bezahlt, wobei die Spanne von etwa 2.800 - 4.000 Euro/m² reicht. Bei Bestandsobjekten liegen die Preise aktuell durchschnittlich bei 1.100 - 1.200 für ältere und bei etwa 1.800 - 1.900 Euro/m² für modernere Objekte.

Investmentumsatz wird Vorjahresergebnis übertreffen
„Insbesondere von institutionellen und privaten Investoren ist die Nachfrage weiterhin sehr hoch“, so Andreas Völker. „Da deren Anlageprofil stärker auf stabile und sichere Cashflows als auf hohe Renditen und Wertsteigerungspotentiale abzielt, ist auch für das restliche Jahr von einer sehr dynamischen Entwicklung auszugehen. Darüber hinaus stehen weitere große Portfolioverkäufe, beispielsweise etwa 11.500 Einheiten der TLG [TLG: Linkspartei bietet mit] oder 22.000 Wohnungen des Speymill-Portfolios [Hawk-Portfolio aus der Speymill-Insolvenz vor Verkauf], an oder befinden sich bereits auf der Zielgeraden. Vor diesem Hintergrund ist mit großer Sicherheit davon auszugehen, dass 2012 das Transaktionsvolumen des Vorjahres (5,97 Mrd. Euro) deutlich überschritten werden kann. Aufgrund des steigenden Wettbewerbs auf Investorenseite ist auch nicht auszuschließen, dass die Kaufpreise ihren Aufwärtstrend noch etwas fortsetzen werden.“