Cookie Fehler:

Cookies sind in Ihrem Browser deaktiviert. Um alle Funktionen z.B. das Login nutzen zu können, müssen Cookies aktiv sein. Bitte aktivieren Sie Cookies in Ihrem Browser.

    Drucken Drucken  Diesen Artikel zu den Favoriten hinzufügen Favoriten

Wohnen in Hamburg teuer wie nie

Wohnen in Hamburg wird teurer – die Preise ziehen fast im gesamten Hamburger Stadtgebiet wieder an, dieses über alle Arten von Objekten. Das haben die auf Wohnimmobilien spezialisierten Makler von Grossmann & Berger festgestellt.

.

Begründet liegt dies in einer steigenden Flächennachfrage. Über 40 % der 810.000 Haushalte in Hamburg sind bereits Singlehaushalte, Tendenz steigend. Darüber hinaus steigen die Wohnungsgrößen von Jahr zu Jahr an, Ein- oder Zweizimmerwohnungen sind selbst bei Singles unbeliebt.
Gespeist wird die steigende Flächennachfrage auch durch die guten wirtschaftlichen Perspektiven, die Belebung des Arbeitsmarktes und dem damit verbundenen größeren Sicherheitsgefühl sowie der Befürchtung weiter steigender Hypothekenzinsen.

Basis für den Preisauftrieb bietet aber vor allem eine mit der geringen Bautätigkeit verbundene Wohnungsverknappung. Während die Bevölkerung seit 1999 langsam aber stetig ansteigt, weist der Wohnungsneubau von 1998 bis 2005 ebenso kontinuierlich nach unten. (Derzeit ist allerdings konjunkturell bedingt ein enormer Aufschwung feststellbar.) Das betrifft Miet- wie Eigentumswohnungen und Ein- bis Zweifamilienhäuser. Der zusätzliche Baubedarf bis 2020 dürfte bei gut 30.000 Wohneinheiten liegen. Hinzu kommen ein sich in den vergangenen Jahren verstärkender Trend zum innerstädtischen Wohnen und viele gutverdienende Zuzügler.

Mietwohnungsmarkt
Wer in der jüngeren Vergangenheit eine Mietwohnung in Hamburg suchte, hat es deutlich gespürt: In fast allen Innenstadtlagen, vor allem in den bisher als preiswert bekannten Altbaulagen von Altona, Bahrenfeld, Ottensen, Schanzenviertel sind die Preise geradezu explodiert. 10 Euro netto kalt werden inzwischen auch in diesen keineswegs feinen Gegenden verlangt, ein WG-Zimmer ist kaum noch unter 450 Euro zu bekommen.
Günstige freifinanzierte Wohnungen gibt es noch in Stadtteilen wie Hamm, Farmsen-Berne, Wilhelmsburg, Harburg, Lurup-Eidelstedt.

In Eppendorf, den Wohngegenden rund um die Alster und an der (citynahen) Elbe haben sich Mieter längst an Preise deutlich über 10 Euro gewöhnt, je nach (Luxus)-Lage erreicht der Quadratmeterpreis bis 20 Euro, wie zum Beispiel in der Hafencity und an der Alster. Für den 100 m² großen Vier-Zimmer-Altbau in Eppendorf kommen mittlerweile über 100 Anfragen, darunter seien rund 80 Interessenten mit bester Mieterbonität, weiß Joern Olaf Ridder, Leiter Wohnimmobilien und Zinshäuser bei Grossmann & Berger.

Eigentumswohnungen
Bei Eigentumswohnungen, die in den vergangenen zehn Jahren vielfach eine eher stagnierende Preisentwicklung verzeichneten, sind die Preise bei Ein- bis Zwei-Zimmer-Wohnungen in allen Lagen konstant; hier gibt es wenig Nachfrage. Bei Wohnungsgrößen ab drei Zimmern in den klassischen Altbaulagen, neben Eppendorf, Winterhude, Uhlenhorst, Harvestehude auch die bisher eher günstigen „Pflaster“ Altona, Ottensen, Bahrenfeld, Schanzenviertel, steigt die Nachfrage und damit die Preise derzeit deutlich an. Generell gilt bei innerstädtischen Eigentumswohnungen: je besser Stadtteil und Mikrolage, desto höher Nachfrage und Preise.


Einfamilienhäuser
In allen guten typischen innerstädtischen Hamburger Wohnlagen wie Walddörfer, Alstertal, Elbvororte und Alsterlagen fallen derzeit deutlich verkürzte Vermarktungszeiten auf, im Vergleich zu 2005 sind es im Schnitt rund drei Monate. Die Preise steigen leicht, aber spürbar an.

Traditionell sind im Hamburger Stadtgebiet freistehende Einfamilienhäuser sehr stark gefragt. „Wenn ein Objekt zu einem realistischen Preis am Markt ist, ist es in drei Monaten verkauft“, so Ridder. Wenn Objekt, Preis und Lage stimmen, seien Kunden auch zu größeren Umbauten und zu energetischen Nachrüstungen bereit.

In den Walddörfern und im Alstertal ist das Segment zwischen 350.000 und 500.000 Euro am stärksten gesucht, in den Elbvororten ist das Preissegment zwischen 500.000 und 800.000 Euro am stärksten. Im Bereich Außenalster kosten Objekte zwischen 1,5 und 3 Millionen Euro, in den restlichen Stadtteilen zwischen 250.000 und 300. 000 Euro.

Umland
Die Preisentwicklung auf dem Immobilienmarkt der Umlandgemeinden, der sogenannte Speckgürtel, ist mit dem des Hamburger Stadtgebietes nicht vergleichbar.

Steigende Benzinpreise, der Wegfall der Pendlerpauschale und der Eigenheimzulage haben den allgemeinen Trend „zurück in die Stadt“ verstärkt. Parallel sorgt der Generationenwechsel in den meisten Regionalen für einen steten Nachschub an Objekten. Und wenn Erwerber sich für das Umland entscheiden, kaufen sie für gewöhnlich Neubauten bzw. bauen selbst.

Hier sind bei gebrauchten Reihen-, Doppel- und Einfamilienhäusern sowie Eigentumswohnungen längere Vermarktungszeiten (derzeit im Schnitt 6 Monate) und tendenziell sinkende Preise feststellbar.

Insgesamt ist seit längerem eine Tendenz zur Marktteilung zu beobachten: Bezahlbare Einfamilienhäuser, auch mit Umbau- und Renovierungsbedarf, sind in den alt eingessenen Lagen gefragt und preisstabil. Demgegenüber sind Reihen- und Doppelhäuser in Neubaugebieten, selbst wenn sie aus den neunziger Jahren stammen, wenig gesucht. Entsprechend geben die Preise hier zum Teil deutlich nach. Ähnliches gilt für Eigentumswohnungen.