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Willi Aengevelt wird 95

Heute, am 22. Oktober 2006, feiert Willi R. Aengevelt seinen 95. Geburtstag. Das ist eine beachtliche Marke. Allemal rekordverdächtig ist indessen seine über 78-jährige Tätigkeit als Immobilienmakler. Auch heute noch sitzt er an sechs Tagen der Woche an seinem Schreibtisch im Stammhaus der AENGEVELT IMMOBILIEN am Düsseldorfer Kennedydamm. Bei so viel Tradition verwundert es nicht, dass es sich dabei um den Schreibtisch seines Vaters handelt. Dieser hatte das Unternehmen 1 ½ Jahre vor der Geburt des Jubilars am 1. April 1910 in Düsseldorf gegründet. Anders als man vermuten könnte, stehen Unternehmens-, Lebens- und Dienstalter für die ausgeprägte Innovationsfreude der Familie und des Unternehmens. Genauso wie das hohe Engagement für zahlreiche soziale, kulturelle und wissenschaftliche Einrichtungen, zu denen in Düsseldorf insbesondere das St. Raphael Haus gehört, das die Familie bereits in der fünften Generation finanziell, materiell und ideell unterstützt.

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Vom humanistischen Internat fand Aengevelt mit 16 Jahren recht jung im Jahre 1928 unter denkbar angespannten Rahmenbedingungen den Weg in die Immobilienpraxis. Dies prägte ihn ein Leben lang. Nachfolgende Rezessionen und Schwierigkeiten erscheinen ihm zur Weltwirtschaftskrise der 20er Jahre vergleichsweise moderat.

Geprägt von den enormen Herausforderungen seiner beruflichen Anfangsphase sind Mutlosigkeit und Hektik nicht sein “Ding“. Zielstrebige Pragmatik und strikte Erfolgsorientierung treiben ihn bis heute an. Sein besonderer Stolz ist hierbei, dem Branchentrend zahlreicher bedeutender Konkurrenten nicht erlegen zu sein: Der Versuchung, durch Verkäufe an Großkonzerne Kasse zu machen - an lukrativen Übernahmeofferten seitens der Großbanken und Assekuranz hat es nicht gemangelt. Der Herausforderung, gegen diese als weisungsabhängige untergeordnete Tochterfirmen mit höherer Kapitalausstattung und Auftragschance „unechten Wettbewerber“ in der Maklerkonkurrenz anzutreten, hat er sich stets gern gestellt. Erstklassigkeit als Ansporn ist sein Motiv.

Der auf die bundesweiten Unternehmensaufkäufe der 70er Jahre folgenden Franchise-Welle setzte er unverwechselbare inhabergeführte Identität entgegen. Strikt wirtschaftliche Unabhängigkeit und damit Überparteilichkeit waren für ihn ein Leben lang das Fundament des ehrlichen Maklers. Dies unterstreicht er bis heute dadurch, dass er das Prinzip der Erfolgshonorierung konsequent pflegt. Dagegen sind ihm sichere Beratungshonorare und einseitige Interessenwahrnehmung mit dem Leitbild des Maklers als klassischem Mittler zwischen den Marktparteien unvereinbar. Aus dieser Einstellung heraus stellte Willi Aengevelt schon sehr früh in der Spitze seines Berufsstandes die damals höchst unbequeme Forderung nach höherer Qualifizierung durch bessere Ausbildung.

Als Aengevelt mit seiner Forderung hartnäckig auf die zuständigen Regierungsstellen einwirkte, machten ihm diese gleich zwei Vorhaltungen. Einmal wurde ihm unterstellt, er wolle sich von der Masse seiner Konkurrenten abgrenzen und diesen so Marktverbleib und Neueintritt erschweren. Gleichzeitig wurde mit damals noch blauäugiger Sicht ein Regelungsbedarf mit dem Hinweis negiert, der Markt sondere über kurz oder lang automatisch „schwarze Schafe“ aus und Reglementierungen behinderten die Gewerbefreiheit und wären am Beispiel der Immobilienwirtschaft eine nicht gewollte Präzedenz für eine Vielzahl nachfolgender Regulierungen auch anderer Berufszweige mit ähnlich großer volkswirtschaftlicher Bedeutung.

Doch davon ließ sich Willi Aengevelt nicht aufhalten. Zusammen mit dem „Ring Deutscher Makler“ initiierte er die Verabschiedung von Standesregeln, brachte breit gefächerte systematische Ausbildungs- und Fortbildungsprogramme auf den Weg und lobte attraktive Preise für vorbildliche Absolventen der von den Industrie- und Handelskammern abzunehmenden Prüfungen zum Kaufmann der Grundstücks- und Wohnungswirtschaft aus.

Selbstredend, dass Aengevelt auch zu den ersten seines Berufsstandes zählte, die mit Empörung auf den Bundesparteitagsbeschlusses der SPD Anfang der 70er Jahre reagierten, der für Immobilienmakler ein Berufsverbot forderte. Dass dieser Beschluss der seinerzeitigen größeren Regierungspartei nicht in die Gesetzesmaschinerie Eingang fand, ist dem von Aengevelt organisierten unnachgiebigen Widerstand zu danken. In den 70er Jahre entwickelte Aengevelt zusammen mit dem renommierten „Institut für Wohnungswirtschaft“ an der Universität Köln als Branchenerster statistisch repräsentative Immobilien-Indizes. 1993 schließlich stieß Aengevelt konsequent auch in den Kreis der Gründungsstifter des Lehrstuhls für Immobilienökonomie an der European Business School.

Zu diesem Zeitpunkt blickte Aengevelt schon auf über 40 Jahre praktizierter Public Private Partnerships zurück. 1945 aus dem Krieg zurückgekehrt stand er im Trümmerfeld seiner Heimatstadt. Noch heute bekennt er seinen Irrtum. Als er 1941 zum Wehrdienst eingezogen wurde, hatte er immerhin schon 13 Jahre als Makler praktisch gearbeitet. Vier Jahre später konnte er sich angesichts der nahezu vollständigen Zerstörungen nicht vorstellen, dass der Wiederaufbau noch zu seinen Lebzeiten abgeschlossen werden könnte. Ganz Pragmatiker meldete er sich sofort bei der englischen Militärregierung und forderte die Installierung eines Notars. Kaum war dies geschehen, ließ Aengevelt prompt die ersten Kauf-Verträge protokollieren. Mit dem Schub der Währungsreform initiierte Aengevelt die ersten Public Private Partnerships. Damals freilich noch unter dem Begriff „Zusammenarbeit mit der Umlegungsbehörde“. Hierbei zeigte er den auf rigorose Enteignungsmöglichkeiten pochenden Verwaltungen auf, dass statt Streitigkeiten um Werte und Zwangsmaßnahmen die Beschaffung adäquater Ersatzliegenschaften und die Verhandlung erforderlicher Preisausgleiche wesentlich zeitsparender und projektförderlicher sind.

So konnten bis heute stadtprägende Entwicklungen neuer, in die Trümmer einschneidender Straßenschneisen und großer zusammenhängender Baukomplexe viel schneller als anderswo umgesetzt werden. Als Beispiele seien die Neugestaltungen der Immermannstraße, Berliner Allee, der „Tucht-Insel“, des „Tausendfüßler“ und später dann auch die wegwei-senden Arrondierungen der heutigen „Kö-Galerie“ und „Schadow-Arkaden“ genannt.

1969 nahm Aengevelt seine Söhne Lutz und Wulff als geschäftsführende Kommanditisten und dritte Generation in das Unternehmen auf. Beide setzten die Innovationsfreude des Vaters konsequent fort. So z.B. mit dem „Langenfelder Modell“, das die privatwirtschaftlich vorfinanzierte Umwidmung und Infrastrukturausstattung bis dato suboptimal genutzter Areale ohne jegliche Inanspruchnahme öffentlicher Fördermittel forciert. Mit dem im Exklusivauftrag der Treuhandanstalt 1991 von Aengevelt entwickelten „Berliner Modell“ wurde nach dem Fall der Mauer im Ostteil der Hauptstadt der Immobilienmarkt gestartet.

Als dies allen Unkenrufen zum Trotz ungeachtet von Problemen wie ungeklärten Restitutionsansprüchen, vernichteten Grundbüchern, Enteignungen etc. auf Anhieb gelang, wurde Aengevelt folgerichtig auch der Exklusiv-Auftrag erteilt, in den neuen Bundesländern modellhaft die seit mehr als 50 Jahren brachliegenden Immobilienmärkte in Leipzig, Halle, Chemnitz, Dresden, Erfurt und Magdeburg in Gang zu bringen – auch hier mit großem Erfolg.

Ausgelöst durch den in Nordrhein-Westfalen 10 bis 15 Jahre früher als in anderen Bundesländern einsetzenden Strukturwandel entwickelte Aengevelt die Instrumente für wertschöpfendes, umwelt- und städtebau-verträgliches Flächenrecycling. Hierbei wurden brachfallende Industrie-areale neuen zukunftsfähigen Nutzungen zugeführt. Zu den Paradebei-spielen der Makler zählen als eines der ersten Vorzeigeprodukte seiner Art in Deutschland der „HansaPark“ auf dem ehemaligen Gelände des Gussstahlwerkes von Thyssen – prämiert mit dem Umweltschutzpreis der Landeshauptstadt Düsseldorf, der „Büropark Grafenberg“ mit dem „TTC Thyssen Trade Center“, das „ELPRO-Gelände“ in Berlin-Marzahn, die Errichtung des „Riebeck-Carrees“ auf dem ehemaligen HASA-tronic-Areal in Halle/Saale und die erfolgreiche Umnutzung des „Kaufring“-Areals am Airport Düsseldorf zum heutigen „Quartier(n)“.

Für seine zahlreichen ehrenamtlichen und berufsständischen Tätigkeiten wurde Aengevelt mit hohen Auszeichnungen bedacht. Dazu zaählte z.B. die goldene Verdienstnadel des RDM-Bundesverbandes für seine Verdienste um den gesamten Berufsstand, der 1991 die Ernennung zum Ehrenmitglied des RDM-Bezirksverbandes Düsseldorf und 1994 die Ernennung zum Ehrenvorstand des RDM-Landesverbandes NRW folgten. Außerdem wurde er in den Jahren 1979 mit dem Bundesverdienstkreuz am Bande und 1988 mit dem Bundesverdienstkreuz 1. Klasse ausgezeichnet. 1981 wurde ihm zudem die silberne Ehrenplakette der Industie- und Handelskammer zu Düsseldorf verliehen.

Neben den beruflichen Aktivitäten widmen sich Willi Aengevelt und seine Familie zudem mit großem Engagement der Förderung und Unterstützung zahlreicher sozialer, gesellschaftlicher und wissenschaftlicher Einrichtungen. Besondere Herzangelegenheit ist ihm in Düsseldorf die integrative Kinder- und Jugendhilfeeinrichtung St. Raphael Haus, die sich auf partnerschaftliche Art und Weise um die Belange und Nöte von Familien, Kindern und Jugendlichen kümmert und bereits in der fünften Generation von Aengevelt finanziell, materiell und ideell unterstützt wird.

Alle Auszeichnungen und das von ihm Erreichte sind indessen kein Grund für Willi Aengevelt sich auszuruhen. Noch heute noch sitzt er an sechs Tagen der Woche an seinem Schreibtisch im Stammhaus der AENGEVELT IMMOBILIEN am Kennedydamm und vermittelt erfolgreich Miet- und Kaufverträge und stellt seine Erfahrungen aus 78 Berufsjahren Kunden und Mitarbeitern gern zur Verfügung.

Sein Vermächtnis für die Branche: „Der Makler als wertschöpfender Mittler in einer immer anspruchsvolleren Dienstleistungsgesellschaft. Der Makler zudem als unabhängiger, verantwortungsvoller, tagesaktueller Marktex-perte, der für das Funktionieren der globalisierten Immobilienökonomie unverzichtbar ist.“

Wir vom Verlag Property Magazine wünschen alles Gute zum Geburtstag.