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Wiesbaden glänzt mit hoher Kaufkraft und Zentralität

Das Bundesland Hessen zählt mit seinen wirtschaftlich starken Ballungsräumen im Rhein-Main-Gebiet, den Städten Frankfurt am Main und Wiesbaden, aber auch mit starken Städten in der Mitte Deutschlands wie beispielsweise Kassel, zu den beliebtesten Standorten für national und international erfolgreiche Einzelhandelsketten und Investoren. Die hervorragende Wertung der Landeshauptstadt Wiesbaden im aktuellen Städteranking der Wirtschaftswoche in Zusammenarbeit mit der „Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft“ - Platz acht unter den 50 größten deutschen Städten – ist Grund genug für Jürgen Kreutz, Geschäftsführer der Comfort Düsseldorf GmbH, sich in seinem aktuellen Comfort Städte-Report der Einzelhandelssituation in Wiesbaden zu widmen.

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Ausschlag gebend für das gute Abschneiden Wiesbadens waren vor allen Dingen die hohe Kaufkraft, das hohe durchschnittliche Einkommen und die deutlich über dem Durchschnitt angesiedelte Wirtschaftsleistung der 276.000 Einwohner zählenden Stadt. Auch als Stadt der Wissensvermittlung zählt Wiesbaden zu den Spitzenreitern im bundesdeutschen Vergleich. Potenzielle Arbeitgeber finden hier Personal mit besonders guter Ausbildung. Eine umsichtige und an den Entwicklungen der Globalisierung und der Demografie orientierte Wirtschaftsförderung unterstützt das Wachstum in den Branchen, für die Wiesbaden national und international steht: Consulting, Versicherung, Gesundheit, Medien und Technologie.

Wiesbaden befindet sich in einem steten Wandel. Die historische Bausubstanz wird gepflegt und erhalten, gleichzeitig verändert die Stadt behutsam ihr Gesicht. Mit den aktuellen Projekten eröffnen sich der Stadtentwicklung neue Chancen, die Funktion und den Nutz- und Wohnwert ganzer Stadtteile aufzuwerten. Ein Schwerpunkt der Stadtentwicklung liegt naturgemäß in der Innenstadt. Aktuell sind dort die Projekte zur "Neugestaltung der Fußgängerzone" bis hin zum "Kranzplatz" sowie das im September eröffnete "Luisenforum" von besonderer Bedeutung.

Die Fußgängerzone der Landeshauptstadt Wiesbaden ist trotz oder gerade wegen des neuen Luisenforums gefragt wie nie zuvor. Nach Comfort-Beobachtungen suchen praktisch alle namhaften Filialisten, die sich diesen Standort noch nicht sichern konnten, mit Hochdruck nach verfügbaren Ladenlokalen. Auffällig, so Kreutz weiter, sei auch, dass mehr und mehr Lifestyle-Konzepte den Standort Wiesbaden auf Grund der überdurchschnittlichen Kaufkraft, für sich entdecken. Waren für solche Unternehmen bisher nur Metropolen wie Köln oder Berlin mit einer starken Konzentration an sowohl modisch orientiertem Publikum als auch zahlreichen Touristen von Interesse, ist Wiesbaden nun auch ein begehrtes Ziel für diese innovativen und hochwertigen Anbieter.

„Das untere Ende der Kirchgasse wurde durch das Luisenforum deutlich aufgewertet.“ sagt Kreutz. Insbesondere die Liegenschaften gegenüber dem Center profitieren von der gestiegenen Nachfrage in diesem Bereich. An der Kirchgasse 11 wird beispielsweise nach erfolgtem Umbau ein Young-Fashion-Filialist seinen Flagshipstore auf gut 1.200 m² eröffnen. Der Sportswearanbieter Snipes hat sich mit Blick auf die zukünftige Entwicklung des Mikrostandortes an der Kirchgasse 3 bereits einen Standort gesichert.

An der Kirchgasse 20 hat die Pro Optik Augenoptik Fachgeschäft GmbH etwa 150 m² Einzelhandels- und Lagerfläche gemietet und den Vormieter Textilfilialist Pimkie abgelöst. Auch im Luxussegment, an der Wilhelmstraße, gibt es Bewegung – wenn auch weniger, als in den Top 1A-Lagen. Der französische Kindermodeanbieter Petit Bateau plant in Wiesbaden seinen deutschlandweit achten Laden. Dafür hat Petit Bateau in Wiesbadener 1A-Lage in der Wilhelmstraße 30 circa 380 m² gemietet. Die Eröffnung ist für diesen Herbst geplant.
Aber auch die Langgasse, die bislang eher als Ausweichmöglichkeit für den Fall diente, dass man keine Fläche an der Kirchgasse erhalten konnte, hat mit zahlreichen Neueröffnungen eine Aufwertung erfahren. Insbesondere Konzepte im gehobenen Genre haben diese Lage für sich entdeckt, beschreibt Kreutz, was man an den neuen Geschäften von Bose, L‘Occitane und Aerosoles an der Langgasse gut erkennen könne. Aber auch der zur Douglas-Gruppe zählende Schmuckfilialist Christ ist neuerdings in diesem Bereich der Wiesbadener Fußgängerzone zu finden. Der Schuhanbieter Görtz hat seine bestehende Filiale einem Facelifting unterzogen und in neuem Glanz wieder eröffnet.

Die beiden neuen Einkaufscenter in Wiesbaden, das Luisenforum an der Kirchgasse und das Lilien-Carré am Hauptbahnhof, entwickeln sich nach Comfort-Beobachtungen nicht gleichermaßen positiv. Während die Mieter wie Gerry Weber, Mexx, Triumph, Anson‘s und Tommy Hilfiger im Luisenforum, welches im September 2008 eröffnet hat, gewinnen konnten, bleiben die Besucherzahlen im Lilien-Carré noch immer weit hinter den Erwartungen zurück. Unter den Mietern macht sich Unzufriedenheit bemerkbar, da auch die Umsätze nicht den Prognosen entsprechen. Segafredo etwa musste jetzt Insolvenz anmelden.

Aus Sicht der Mieter ist das Centermanagement für den bisherigen Misserfolg verantwortlich. Diesem wird vorgeworfen, mit falsch ausgerichteten Werbemaßnahmen nicht die richtigen Kunden angesprochen zu haben. Während mit Attributen wie „Luxus“ und „Glamour“ geworben wurde, bedient der vorhandene Branchenmix vorrangig junge und „konsumige“ Kunden. Das "Lilien-Carré" verfügt über 20.000 m² Verkaufsfläche, verteilt auf 65 Geschäfte, ein Hotel, Büros und zwei Parkhäuser. Experten bemängeln planerische Versäumnisse, die zu einer eingeschränkten Sichtbarkeit insbesondere der Läden im ersten Obergeschoss geführt haben.

Mitten in der 1A-Lage Kirchgasse wird zeitnah die City-Passage endlich angegangen. Die irische Investmentgesellschaft Markland will die City-Passage abreißen und durch einen Neubau ersetzen, sobald die Änderung im Bebauungsplan genehmigt sei, teilt Kreutz mit. Die Gesamtinvestitionssumme für das Projekt liege bei mehr als 100 Mio. Euro, der Neubau sieht eine Fläche von 20.000 m² vor, der Abriss ist für Frühjahr 2009 geplant. Die Passage zwischen der Kirchgasse und der Kleinen Schwalbacher Straße verfügt derzeit über eine Verkaufsfläche von 4.360 m², die sich auf etwa 40 Ladenlokale verteilt. Der Neubau wird mit rund 60 Geschäften deutlich größer ausfallen. Um die Vergrößerung zu ermöglichen, werden laut Kreutz nicht nur das Grundstück der bestehenden City-Passage, sondern auch weitere Flächen in der Faulbrunnenstraße, der Schwalbacher Straße und der Kleinen Schwalbacher Straße neu bebaut.

Festzuhalten bleibe, meint Kreutz, dass die Kirchgasse als Top-1A-Lage in Wiesbaden für den Handel und auch für Investoren die erste Adresse bleibe und ihre Position eindeutig weiter gefestigt habe. Dies spiegelt sich auch in den aktuellen Mietpreisen wider, welche die Kirchgasse als Top-1A Lage Wiesbadens ausweisen. Für kleinere Ladenlokale sind hier durchschnittlich 125 Euro/qm zu zahlen. Der Mietpreis sank gegenüber dem Vorjahr in diesem Jahr zwar um 3,8%, was vor allen Dingen auf das gestiegene Angebot von Ladenflächen durch die Shopping-Center Entwicklungen zurück zu führen ist.