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WestImmo rutscht tief in die roten Zahlen

Die Westdeutsche ImmobilienBank AG (WestImmo) ist im Geschäftsjahr 2011 tief in die roten Zahlen gerutscht: Das Ergebnis vor Steuern beträgt -167,2 Mio Euro. Im Vorjahr wurden 99,2 Mio Euro erwirtschaftet. Grund waren die Abschreibungen auf griechische Staatsanleihen, Sondereffekte und der Einbruch des Neugeschäfts um 74%, hervorgerufen durch den von der EU Kommission geforderten Verkauf, der noch bis zum 30. Juni 2012 läuft. Scheitern die Verkaufsbemühungen der WestLB, wird die WestImmo mit Wirkung zum 1. Juli 2012 voraussichtlich auf die Erste Abwicklungsanstalt (EAA) übertragen [Westimmo wird Teil der WestLB-Abwicklungsbank]. Dies teilte das Unternehmen heute mit.

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Das Konzernergebnis nach Steuern belief sich auf -156,6 Mio Euro nach 94,8 Mio Euro im Jahr 2010. Der Grund für diese deutliche Ergebnisbelastung liegt laut WestImmo im Wesentlichen in der Abschreibung auf griechische Staatsanleihen in Höhe von -243,8 Mio Euro. Hinzu kamen Sondereffekte aus Zahlungen an die Sicherungsfonds des Sparkassenverbands Westfalen-Lippe (SVWL) und des Rheinischen Sparkassen- und Giroverbands (RSGV) sowie aus dem laufenden Verkaufsprozess.

Der Zinsüberschuss lag trotz des deutlich gesunkenen Neugeschäfts bei 219,5 Mio Euro (Vj. 238,9 Mio Euro). Die Kreditrisikovorsorge konnte trotz der schwierigen Situation an einzelnen Immobilienmärkten auf -42,4 Mio Euro (Vj. -68,1 Mio Euro) gesenkt werden. Das Handelsergebnis entwickelte sich erfreulich und stieg auch aufgrund von Bewertungseffekten auf 57,8 Mio Euro (Vj. -5,6 Mio Euro). Der Verwaltungsaufwand konnte um 4,1 % auf 85,8 Mio Euro reduziert werden (Vj. 89,5 Mio Euro).

Der Provisionsüberschuss verringerte sich durch das deutlich reduzierte Neugeschäftsvolumen auf 3,5 Mio Euro nach 11,2 Mio Euro im Vorjahr. Der Saldo aus sonstigen betrieblichen Erträgen und Aufwendungen sank auf -36,6 Mio Euro nach 7,7 Mio Euro im Vorjahr. Maßgeblich hierfür waren Sondereffekte aus Zahlungen an die Sicherungsfonds des Sparkassenverbands Westfalen-Lippe (SVWL) und des Rheinischen Sparkassen- und Giroverbands (RSGV) im Zuge des Ausscheidens der WestImmo aus den Fonds.

Die Ergebnisentwicklung prägte auch die Ertragskennzahlen der Bank. Die Rendite auf das eingesetzte Eigenkapital (RoE) verringerte sich auf -16,8 % (Vj. 10,2 %). Aufgrund des straffen Kosten- und Prozessmanagements der Bank blieb das Verhältnis der Kosten zu Erträgen (Cost-Income-Ratio, CIR) mit 35,1 % im Vergleich zum Vorjahr nahezu konstant (Vj. 34,7 %). Die Bilanzsumme des Konzerns belief sich zum 31. Dezember 2011 auf 23,7 Mrd Euro und sank damit um 8,4 % (Vj. 25,9 Mrd Euro). Wesentlich für diese Entwicklung war, dass sich die Forderungen an Kunden aufgrund des geringeren Neugeschäfts der Bank auf 18,0 Mrd Euro verringerten (Vj. 20,4 Mrd Euro). Die Kernkapitalquote lag per 31. Dezember 2011 bei 8,9 % (Vj. 8,0 %).

Der von der Europäischen Kommission beauflagte Verkaufsprozess sowie die dadurch erschwerte Refinanzierungssituation der WestImmo wirkten sich in erheblichem Maß auf die Entwicklung des Neugeschäfts aus. Die WestImmo realisierte im abgelaufenen Geschäftsjahr Neugeschäft im Volumen von 855 Mio Euro (Vj. 3,3 Mrd Euro), ein Rückgang um 74 %. Deutschland war mit einem Anteil von 32 % der wichtigste Einzelmarkt im gewerblichen Investorengeschäft, 54 % des Neugeschäfts entfielen auf die weiteren europäischen Länder, 9 % auf USA/Kanada und 5 % auf Asien.

Für das Jahr 2012 erwartet die Bank weitere Aufwärtsbewegungen an den meisten Immobilienmärkten. Aus Konzernsicht blickt der Vorstand der WestImmo optimitisch in die Zukunft: Unabhängig von einer Übertragung der WestImmo auf die EAA und unter der Voraussetzung, dass es zu keinen weiteren Belastungen durch die europäische Staatsschuldenkrise kommt, geht der Vorstand davon aus, im Jahr 2012 ein positives Ergebnis zu erwirtschaften.