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Westeuropäische Immobilienmärkte weiter im Abwärtstrend

In keiner anderen Region der Welt haben sich die Kapitalwerte für Immobilien im vergangenen Quartal so schlecht entwickelt wie in Europa. Einhergehend mit einer sich abschwächenden Konjunktur gingen die Investmentumsätze sowohl in West- als auch in Osteuropa zurück. Das ist das Ergebnis des aktuellen Global Property Survey der Royal Institution of Chartered Surveyors (RICS).

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Am stärksten gaben die Immobilienkapitalwerte in Westeuropa in Irland, Spanien, Frankreich und Italien zurück, diese Länder verzeichnen einen besonders schwachen Industriesektor. Die Rückgänge bei den Kapitalwerten in Westeuropa waren die stärksten weltweit. Deutschland bildet hier mit steigenden Mietpreisen eine Ausnahme, entsprechend werden hier konstante bzw. steigende Kapitalwerte registriert. Auch ein Rückgang des Leerstandes trug hierzu bei.

In den Ländern mit den am stärksten entwickelten Immobilienmärkten beschleunigte sich der Rückgang der Kapitalwerte im zweiten Quartal 2008 weiter – während in den Emerging Markets, insbesondere in Afrika, dem Mittleren Osten und Latein Amerika die Immobilienkapitalwerte zwar weiter stiegen, jedoch mit einem geringeren Tempo. Die besonders starke Nachfrage nach Einzelhandelsflächen in Osteuropa und Industrieflächen in Asien scheint sich dem Ende zuzuneigen.

Einhergehend mit den nachlassenden Kapitalwerten, steigen die Renditen im zweiten Quartal 2008 an. Zum ersten Mal in der Geschichte des Global Property Survey stiegen auch die Renditen in den Emerging Markets. Ein Fall der Renditen wurde in Europa nur in Österreich, Zypern, den Niederlanden und der Türkei verzeichnet.

In Erwartung einer sich abschwächenden Flächennachfrage wird mit leicht sinkenden Mietpreisen in Westeuropa gerechnet, was auch für Industrie- und Einzelhandelsflächen gilt. Frankreich wird davon am stärksten betroffen sein, gefolgt von Großbritannien, Irland und Spanien.

Oliver Gilmartin, Ökonom bei der RICS in London kommentiert: „Die Angst vor einer sich weiter abschwächenden weltweiten Konjunktur hat zu einer Erhöhung der Risikoprämien geführt, die sich in den Renditen widerspiegelt. Obwohl Deutschland insbesondere in guten Lagen weiterhin steigende Mietpreise sowie stabile Kaufpreise registriert, muss bei anhaltender Auswirkung der Finanzkrise auf das ökonomische Wachstum Deutschlands mit stagnierenden bzw. fallenden Mieten und Kaufpreisen in mittleren und schlechten Lagen des Gewerbemarktes gerechnet werden. Eine weitere Zinserhöhung in der Eurozone würde diesen Prozess verstärken. Den stärksten Nachfragerückgang verzeichnen wir für Einzelhandelsflächen – mit der Ausnahme von Asien, Afrika und dem Mittleren Osten.“