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Wertheim-Areal in Berlin steht zum Verkauf

Es ist das letzte Prime-Asset der Hauptstadt: Das Wertheim-Areal am Leipziger Platz steht zum Verkauf. Der Eigentümer, die Claims Conference, die mit den Wertheim-Erben zusammen arbeitet, wird sich von einem seiner größten Grundvermögen trennen.

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Roman Haller, Direktor der Claims Conference-Nachfolgeorganisation: „Wir sind sehr erfreut darüber, damit dazu beizutragen, dass wenigstens ein kleiner Teil Gerechtigkeit den Wertheim-Erben widerfährt.“

Das unbebaute Wertheim-Areal, auf dem bis zum Ausbruch des zweiten Weltkriegs das Wertheim-Kaufhaus der jüdischen Kaufmannsfamilie Wertheim stand, ist rund 22.000 m² groß und verfügt über eine Geschossflächenzahl von 4,5. Das Baurecht ist offen.

Die Historie des Wertheim-Areals war wechselvoll. Das Kaufhaus Wertheim, das 1897 in der Leipziger Straße eröffnete, wurde vom Architekten Alfred Messel (1853-1909) entworfen. Es galt damals, mit seinem, von Säulen getragenen Raum um einen riesigen Lichthof, als eine Sensation. Die jüdische Kaufmannsfamilie Wertheim setzte mit dem größten und bedeutendsten Kaufhaus in Berlin Maßstäbe.

Das Areal am Leipziger Platz gehörte zu Beginn des 20. Jahrhunderts zu den pulsierendsten Plätzen Europas. Hier hatte beispielsweise der Mediziner Rudolf Virchow seine Praxis und das Hotel Fürstenhof war mit eine der ersten Adressen der Stadt. Während des Holocaust wurde die Familie Wertheim von den Nazionalsozialisten enteignet. Das Kaufhaus wurde bei einem Großangriff am 3. Februar 1945 fast vollständig vernichtet.

Der Leipziger Platz wurde von 1732 bis 1738 nach Plänen von Philipp Gerlach in Form eines Oktogons angelegt und war zunächst von Wohnpalais´ umgeben. Der benachbarte Potsdamer Platz war vom Leipziger Platz bis zum Abriss der Stadtmauer 1867 getrennt. Lebendigkeit zeichnete seitdem den Standort aus, der seinen Höhepunkt – wie beschrieben – zu Beginn des 20 Jahrhunderts erfuhr, bevor beide Plätze von 1961 bis 1989, sowohl in West- als auch in Ostdeutschland, im Niemandsland lagen.

Durch den Fall der Mauer erfuhr das Gebiet eine Wiederbelebung. 1991 gewann das Architekturbüro Hilmer und Sattler den städtebaulichen Ideenwettbewerb für den Potsdamer und Leipziger Platz und die benachbarten Flächen, der die Faktoren des klassischen Städtebaus mit Straßen, Plätzen, Arkaden und Grünflächen beinhaltet.

Heute sind – bis auf das Wertheim-Areal – alle Grundstücke bebaut. In der Nachbarschaft des Wertheim-Areals befinden sich beispielsweise die Kanadische Botschaft und das Mosse Palais, gegenüber liegen Bundesrat und Finanzministerium. Im Norden grenzen die Ministergärten an das Areal.


Fabian Hüther, Chef der Berliner Investmentabteilung von CB Richard Ellis, die die Wertheim-Erben beraten: „Zwei Hektar Baufläche mitten in der Hauptstadt: Ich kann mir derzeit kein Grundstück in Deutschland vorstellen, dass mehr Chancen bietet. Die Herzen der Investoren und Developer werden höher schlagen.“