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Wertheim-Areal in Berlin ist verkauft

Das letzte Prime-Asset der Hauptstadt, das Wertheim-Areal am Leipziger Platz ist verkauft. Der bisherige Eigentümer, die Claims Conference, die mit den Wertheim-Erben zusammen arbeitet, hat das Grundstück veräußert. Die Wertheim-Erben wurden bei der Transaktion vom Immobiliendienstleister CB Richard Ellis beraten.

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Roman Haller, Direktor der Claims Conference-Nachfolgeorganisation: „Ich bin sehr erfreut, daß der Verkauf des Leipziger Platzes so schnell zustande gekommen ist. Dies ist auch ein Zeichen des Vertrauens, das Investoren zunehmend in die Entwicklung Berlins setzen. Der Erlös aus dieser Veräußerung stellt einen wichtigen Baustein für die Hilfsprogramme der Claims Conference für die Überlebenden in aller Welt für die kommenden Jahre dar.“

Das unbebaute Wertheim-Areal, auf dem bis zum Ausbruch des zweiten Weltkriegs das Wertheim-Kaufhaus der jüdischen Kaufmannsfamilie Wertheim stand, ist rund 22.000 Quadratmeter groß und verfügt über eine Geschossflächenzahl von 4,5. Das Baurecht ist offen.

Die Historie des Wertheim-Areals war wechselvoll. Das Kaufhaus Wertheim, das 1897 in der Leipziger Straße eröffnete, wurde vom Architekten Alfred Messel (1853-1909) entworfen. Es galt damals, mit seinem, von Säulen getragenen Raum um einen riesigen Lichthof, als eine Sensation. Die jüdische Kaufmannsfamilie Wertheim setzte mit dem größten und bedeutendsten Kaufhaus in Berlin Maßstäbe.

Das Areal am Leipziger Platz gehörte zu Beginn des 20. Jahrhunderts zu den pulsierendsten Plätzen Europas. Hier hatte beispielsweise der Mediziner Rudolf Virchow seine Praxis und das Hotel Fürstenhof war mit eine der ersten Adressen der Stadt. Während des Holocaust wurde die Familie Wertheim von den Nationalsozialisten enteignet. Das Kaufhaus wurde bei einem Großangriff am 3. Februar 1945 fast vollständig vernichtet.

Der Leipziger Platz wurde von 1732 bis 1738 nach Plänen von Philipp Gerlach in Form eines Oktogons angelegt und war zunächst von Wohnpalais´ umgeben. Der benachbarte Potsdamer Platz war vom Leipziger Platz bis zum Abriss der Stadtmauer 1867 getrennt. Lebendigkeit zeichnete seitdem den Standort aus, der seinen Höhepunkt – wie beschrieben – zu Beginn des 20 Jahrhunderts erfuhr, bevor beide Plätze von 1961 bis 1989, sowohl in West- als auch in Ostdeutschland, im Niemandsland lagen.

Durch den Fall der Mauer erfuhr das Gebiet eine Wiederbelebung. 1991 gewann das Architekturbüro Hilmer und Sattler den städtebaulichen Ideenwettbewerb für den Potsdamer und Leipziger Platz und die benachbarten Flächen, der die Faktoren des klassischen Städtebaus mit Straßen, Plätzen, Arkaden und Grünflächen beinhaltet.

Heute sind – bis auf das Wertheim-Areal – nahezu alle Grundstücke bebaut. In der Nachbarschaft des Wertheim-Areals befinden sich beispielsweise die Kanadische Botschaft und das Mosse Palais, gegenüber liegen Bundesrat und Finanz-ministerium. Im Norden grenzen die Ministergärten an das Areal.

Fabian Hüther, Chef der Berliner Investmentabteilung von CB Richard Ellis: „Für Berlin ist der Verkauf eine sehr gute Nachricht. Mit dem geplanten Projekt wird die große Lücke im Herzen der Stadt in Kürze geschlossen. Das Oktogon am Leipziger Platz sieht seiner Vollendung entgegen.“