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Wachstumsmarkt Asset Management

Ca. 40 Experten haben in der letzten Woche im Düsseldorfer Stammhaus von Aengevelt Immobilien die aktuelle Situation und die weitere Entwicklung des Wachstumsmarktes Asset Management erörtert. Im Mittelpunkt standen Lösungsansätze, um die Schere zwischen steigendem Bedarf und Mangel an qualifizierten Experten zu schließen. Die positive Entwicklung der Professionalisierung wird zusehend gehemmt durch mangelnde Bearbeitungskapazitäten. Gekauft wird nach Kräften – und dann?

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Einig waren sich Referenten und Teilnehmer über die schnell wachsende Bedeutung von Asset Management angesichts des hohen Investoren-Interesses am deutschen Immobilienmarkt und der hieraus resultierenden rasant steigenden Zahl von Immobilien-Portfolios aller Größen und Asset-Klassen. Dr. Lutz Aengevelt verwies hierbei zudem auf die hohen Bestände, die (noch) nicht verkauft wurden und ebenfalls erheblichen Betreuungsbedarf entwickeln.

Zunächst lieferte Axel König, Vorstand der apollo real estate AG & Co. KG, einen Überblick zum Thema. Danach stellten Uta Graupner, Geschäftsführerin der Treureal consulting GmbH, und Martin Lemke, Geschäftsführer der Patrizia Asset Management GmbH, die Spezifika der Betreuung gewerblicher bzw. wohnwirtschaftlicher Portfolios vor. Dabei resümierte Martin Lemke u.a., dass Städte wie Dresden, Kaiserslautern etc. interessanter seien als z.B. Hamburg oder München, weil erstgenannte nicht so im Investoren-Fokus stünden, aber über ausreichende Kaufkraft verfügten, um „mit den Immobilien etwas anzufangen“. Anschließend erläuterte Heinrich Esslinger, Geschäftsführer der Addit GmbH, die Besonderheiten des Asset Managements für vermögende Privatpersonen– Hauptunterschied sei häufig - gegenüber beispielsweise Fonds - vor allem die direkte Zusammenarbeit mit den Portfolio-Eigentümern.

Klaus Franken, Mitglied der Geschäftsleitung von Aengevelt Immobilien, stellte das auf Individualität ausgerichtete Konzept des Hauses Aengevelt anhand von Praxisbeispielen vor. Speziell entwickelte Business-Pläne würden geschäftsbesorgend umgesetzt, wobei anstelle von Standard-Lösungen jeweils gezielt gebildete Teams die Aufgaben anpackten. Sein Fazit: „Asset Management lebt von Verantwortung und Marktnähe des Dienstleisters – nur so wird aus Business-Plänen Realität.“

Anschließend erläuterte Wolfgang Kubatzki, Director Rating & Valuation der Feri Rating & Research GmbH, die Rating-Methoden für Unternehmen, in denen der Beurteilung von Objekt- und Managementqualitäten – also Kernthemen des Asset Management - hohe Bedeutung zukommt.

In der abschließenden Podiumsdiskussion diskutierten Dr. Lutz Aengevelt, Dr. Martin P. Arnold, Vice President Lone Star Germany GmbH, Nick Burnell, Partner bei Rutley Capital Partners LIP, Hubertus Kobe, Geschäftsführer der Donaldsons Deutschland GmbH & Co. KG, Ville Raitio, Research Manager von INREV, unter der Moderation von Thomas Wagner, Geschäftsführer der Wagner Real Estate Strategy, über die Potentiale von professionellem Asset Management und den Anforderungen internationaler Investoren.

Hierbei stellte Dr. Martin P. Arnold wie zuvor bereits Klaus Franken fest, dass der Business-Plan der wichtigste Bestandteil des Asset Managements sei.

Auf die Frage von Thomas Wagner, wie Lone Star das Asset Management organisiert habe, erklärte Dr. Arnold, dass man dies inhouse, also direkt im Unternehmen angesiedelt habe und dass ein Outsourcing des Asset Managements bzw. Kernkompetenzen hiervon schwer vorstellbar sei angesichts der damit verbundenen Verantwortung zur Erreichung der Unternehmensziele.
Zu der Frage, wo Asset Management anzusiedeln sei, führte Dr. Lutz Aengevelt aus, dass die Größe des Unternehmens bzw. des Portfolios entscheidend ist: „Bist du groß genug, ist ein Inhouse-Management möglich. Ist dies nicht der Fall: Bilde ein Team aus externen Spezialisten für die jeweilige Aufgabe, fasse sie unter einer externen strategischen Führung zusammen und versehe sie mit Verträgen, die sie ans Arbeiten bringen („get rich or kicked“).“ Dabei böten modulartige Dienstleistungsangebote, wie sie Aengevelt zur Verfügung stelle, auch für Teilportfolien und Spezialaufgaben Lösungsansätze, die in großen Strukturen schwer zu bewegen sind. Dem stimmte Nick Burnell zu. Auch für ihn war die Größe des Portfolios ausschlaggebend für die Entscheidung, wo das Asset Management am besten anzusiedeln ist.

Grundsätzlich sei, so Hubertus Kobe, für ein erfolgreiches Asset Management notwendig, dass der Asset Manager wie ein Eigentümer handele, insbesondere weil letzterer oftmals seinen Sitz im Ausland, jedenfalls weit entfernt von den Liegenschaften hätte.

In jedem Fall brauche man – bei knappen Human Resources - die Besten ihres Fachs, so Ville Raitio, wobei es für ihn keine grundsätzliche simple Formel für Asset Management gebe. Dem stimmten sowohl Diskutanten als auch Zuhörer zu. Entsprechend zog Thomas Wagner das Fazit: „Asset Management ist keine Standard-Kompetenz.“

Angela Rüter, Geschäftsführerin der Bernd Heuer Dialog GmbH, stellte in ihrer abschließenden Zusammenfassung fest, dass dieses Thema die Immobilienbranche noch intensiv verfolgen werde. Die Veranstalter Bernd Heuer Dialog und Aengevelt Immobilien werden den Gedankenaustausch weiter zu fördern wissen.