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Viele Schuldzuweisungen und Probleme bei der Hypo Real Estate – Krise

Der Vorstand der finanziell angeschlagenen Hypo Real Estate (HRE) hat — so die Auffassung der Finanzaufsicht BaFin (Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht) — falsche Angaben zum finanziellen Zustand des Unternehmens gemacht. Das geht aus einem Bericht hervor, den die BaFin dem Bundesfinanzministerium am zweiten Oktober zukommen ließ.

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Mitarbeiter der Deutschen Bank hatten vor dem BaFin-Bericht die Bücher der Depfa Bank geprüft, einer Tochtergesellschaft der Hypo Real Estate. Nach ihren Angaben wurden Informationen über ein 20 Milliarden - Commercial-Paper-Programm, bei dem die Bank Verluste verzeichnet, zurückgehalten. Die Analysen der Deutschen Bank hatten einen erhöhten Finanzbedarf der Real Estate ermittelt, sodass der ursprünglich vorgesehene Kredit für das Unternehmen von 35 Milliarden Euro auf 50 Milliarden Euro aufgestockt wurde. Zurzeit ermittelt eine Wirtschaftsprüfungsgesellschaft im Auftrag des HRE – Aufsichtsrates die Ursachen für den gestiegenen Kreditbedarf.

Bereits jetzt bereitet sich die HRE auf mögliche Klagen aufgrund irreführender Informationen des HRE – Vorstands vor. Mitarbeiter der Hypo Real Estate kritisierten derweil Aussagen von Bundesfinanzminister Peer Steinbrück, der nach der ersten Kreditvergabe an das Unternehmen von einer "geordneten Abwicklung" der Hypo Real Estate sprach. Aus Sicht der Hypo Real Estate habe er damit den Eindruck geweckt, das Unternehmen sei für die Zukunft chancenlos. Das wiederum könnte Geschäftspartner der HRE dazu veranlassen, die Bedingungen für Finanzierungen zu überdenken.

Probleme bereitet die finanziell angeschlagene Situation der Hypo Real Estate auch den Volks- und Raiffeisenbanken sowie ihren Spitzeninstituten. Die HRE schuldet diesen Banken eine Summe von bis zu 4,5 Milliarden Euro, wobei allein die DZ-Bank (Deutsche Zentral-Genossenschaftsbank) zurzeit auf HRE-Schulden in Höhe von 1,5 Milliarden Euro sitzen bleibt. Zur Lösung der Finanzprobleme bei HRE stellten die DZ Bank und die WGZ (Westdeutsche Genossenschafts-Zentralbank) dem Unternehmen insgesamt 500 Millionen Euro als Kredit zur Verfügung und werden weitere 500 Millionen Euro bei Bedarf bereitstellen. Die WGZ fungiert als Zentralbank der Volksbanken und Raiffeisenbanken in Westfalen und im Rheinland, während die DZ für insgesamt mehr als 1000 Kreditgenossenschaften als Zentralinstitut dient. Beide Banken planen zurzeit eine Fusion.

Zusätzliche Finanzprobleme verursacht den beiden Banken zurzeit die Tochtergesellschaft der DZ: Union Investment. Anleger zogen an einem einzigen Tag etwa 700 Millionen Euro aus dem Geldmarktfonds Uni Opti 4 zurück. Der Fonds gilt mit 22 Mrd. Euro als größter steueroptimierter Geldmarktfonds und war einst eins der begehrtesten Produkte von Union Investment. DZ und WGZ investieren nun insgesamt eine Milliarde Euro zur Stützung des Fonds.