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Vertrauen in Immobilien ist in Deutschland ungebrochen

Deutschland und seinen Bewohnern sagt man gerne ein kühles, emotional unauffälliges Wesen nach. Im Zusammenhang mit der internationalen Finanz- und Immobilienkrise bewähren sich diese Charaktereigenschaften als durchaus positiv, tragen sie doch dazu bei, dass Anleger in der aktuellen Krisenstimmung hierzulande bisher einen eher kühlen Kopf bewahrt haben. Der Grund liegt nicht zuletzt in den vergleichsweise konservativen Anlagestrategien, die in Deutschland vorherrschen.

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Anders als in den USA sehen die Deutschen ihre Altersvorsorge vor allem durch Immobilienbesitz gesichert. Das belegt die aktuelle Umfrage Trend Research 2008, die im September und Oktober am Geographischen Institut der Universität Heidelberg im Auftrag von DB Immobilien durchgeführt wurde. 69 Prozent der Befragten stimmen laut Umfrage der Aussage zu, dass zu einer sicheren Altersvorsorge spätestens zum Renteneintritt die eigene Immobilie zählt.

Differenziert nach Altersstrukturen liegt der höchste Zustimmungsgrad bei der jüngsten der befragten Altersgruppen. Demnach befürworten 76,1 Prozent der 18- bis 29-Jährigen diese Aussage, dicht gefolgt von den über 50-Jährigen, von denen 73,2 Prozent die eigene Immobilie als sichere Altersvorsorge sehen.
Um einem Wertverfall entgegenzuwirken, wie er derzeit drastisch bei US Immobilien zu beobachten ist, sind heute allerdings mehr Kriterien als noch vor einieinigen Jahren zu beachten: Dazu gehören neben klassischen Faktoren wie Wohnungsgröße, Zuschnitt und Lage vor allem auch eine energieeffiziente Bauweise und die Berücksichtigung der demographischen Entwicklung der Region.

Immerhin 68 Prozent der Teilnehmer von Trend Research 2008 stimmen der Aussage zu, dass ihre Immobilie über eine sehr gute Wärmedämmung verfügen bzw. mit alternativen Energien versorgt werden sollte. Interessant ist, dass die Frauen mit 70,3 Prozent hier offensichtlich innovationsfreudiger sind als die Männer (65,8 Prozent) und die ältere Generation mit 72,2 Prozent Befürwortern mehr Wert auf alternative Energietechnologien legt als die jüngere, bei der die 18- bis 29-Jährigen mit 67,6 Prozent auf Platz zwei liegen.

Deutliche Zustimmung erhalten weiterhin die Aussagen, dass die Nähe zum Arbeitsplatz und eine gute Infrastruktur entscheidend bei der Auswahl einer Immobilie sind. Nach Geschlechtern gefiltert, ist die Tendenz, die Nähe zum Arbeitsplatz zu gewichten, mit 54,3 Prozent bei Frauen etwas höher als bei Männern (50,2 Prozent). Fußläufige Nähe zu Geschäften, Schulen, Kultur- und Freizeiteinrichtungen ist bei einer Zustimmungsquote von insgesamt 52 Prozent bei beiden Geschlechtern nahezu gleich stark ausgeprägt.

Ein weiteres Ergebnis der Umfrage: Weniger ist mehr. Oder anders gesagt, lieber weniger Fläche und dafür mehr Zeit für die wichtigen Dinge des Lebens. Was die Wohnfläche und Grundstücksgröße im Verhältnis zum täglichen Weg zur Arbeit betrifft, lehnen 40 Prozent der Befragten die Aussage ab, dass eine große Wohnfläche auf einem großen Grundstück wichtiger ist als ein kürzerer Weg zur Arbeit. Die höchste Ablehnungsquote kommt hier von den über 50-Jährigen, die zu 45,8 Prozent der Meinung sind, lieber auf kleinerer Fläche näher dran zu sein als unnötig Lebenszeit auf dem täglichen Weg zur Arbeit zu vergeuden. Für 34 Prozent der Befragten ist allerdings immer noch die Wohnfläche und Grundstücksgröße der entscheidende Faktor. Sie nehmen gern einen längeren Anfahrtsweg oder höhere Fahrtkosten in Kauf.

Deutschlands Bewohner gelten als bodenständig, was Trend Research 2008 einmal mehr bestätigt. Die Aussage „Sollte ich in einen finanziellen Engpass geraten, trenne ich mich lieber von der eigenen Immobilie, als meinen Lebensstandard zu senken“, wird von 59 Prozent der Befragten abgelehnt, hier am stärksten von der jüngsten Altersgruppe, den 18- bis 29-Jährigen (59,8 Prozent), gefolgt von den über 50-Jährigen (52,1 Prozent). Ein Blick auf die Einschätzung der Geschlechter ergibt, dass sich Frauen mit einem Anteil von 23,1 Prozent offensichtlich leichter von ihrer Immobilie trennen als Männer (16,1 Prozent), wenn die eigene Finanzlage schlechter wird.

Lebensqualität ist Wohnqualität. So stimmen weit über die Hälfte der Befragten (58 Prozent) der Aussage zu: „Hohe Lebensqualität bedeutet für mich, möglichst keine Abstriche beim Wohnen zu machen“. Ausgewertet nach Suchregionen, ist das vor allem für Immobiliensuchende in Sachsen und Thüringen wichtig (66,7 Prozent). Bei der Auswertung nach Altersgruppen stimmen hier vor allem die über 50-Jährigen zu zwei Dritteln zu, beim Vergleich zwischen Frauen (59,2 Prozent) und Männern (58,6 Prozent) ist die Zustimmung nahezu ausgeglichen.
Schließlich untermauert die Erhebung von DB Immobilien deutlich den Trend, wieder verstärkt in die Stadt bzw. in stadtnahe Gebiete zu ziehen. Nahezu 75 Prozent der Befragten favorisieren eine Lage in oder um eine Stadt mit über 100.000 Einwohnern. Bedingt durch die sich abzeichnende negative Bevölkerungsentwicklung in den kommenden Jahrzehnten wird sich dieser Trend weiterhin nachteilig auf die Marktbedingungen in ländlichen Regionen auswirken. Umso wichtiger ist für Kaufinteressenten, die den Wert ihrer Immobilie absichern möchten, regionale Marktkennzahlen einzuholen, um Chancen und Risiken realistisch einschätzen zu können. Andernfalls wird aus einem vermeintlichen Schnäppchen schnell ein Kapitalvernichter.

Der Zeitpunkt für den Erwerb einer eigenen Immobilie ist gerade jetzt günstig, denn deutsche Immobilien bieten im europäischen Vergleich ein niedriges Preisniveau. Zudem machen die derzeit günstigen Finanzierungskonditionen Immobilien attraktiv. Nach Expertenmeinung wird die Finanzkrise keine negativen Auswirkungen auf die Vergabe von Hypothekendarlehen an Eigenheimkäufer haben, für Anfang 2009 sind sogar weitere Zinssenkungen zu erwarten.