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Unternehmensteuerreform: Immobilienwirtschaft stark negativ betroffen

Der GdW Bundesverband deutscher Wohnungs- und Immobilienunternehmen hat heute scharf kritisiert, dass die geplante Unternehmensteuerreform entgegen den bisherigen politischen Ankündigungen nach dem aktuellen Referentenentwurf gravierende Auswirkungen auf die Immobilienbranche habe. "Eine Umfrage unter den rund 3.000 GdW-Immobilienunternehmen ergab, dass mehr als 20 Prozent der Unternehmen durch die geplante Einbeziehung der Fremdkapitalzinsen in die steuerliche Bemessungsgrundlage erheblich belastet werden", erklärte GdW-Präsident Lutz Freitag (Bild l.). Die als Ausnahmeregelung gedachte so genannte Escape-Klausel greife bei diesen Wohnungsunternehmen häufig nicht. Diese Unternehmen dürften, wenn sie mit mehr als einer Million Euro Zinskosten belastet sind, künftig Zinsen nur noch in Höhe von bis zu 30 Prozent ihres Jahresergebnisses als Betriebsausgaben geltend machen. "Eine solche Regelung führt zu wesentlich schlechteren Investitions- und Finanzierungsbedingungen für die Wohnungs- und Immobilienbranche und trifft darüber hinaus insbesondere Unternehmen, die ohnehin schon durch hohe Kreditkosten – meist aufgrund umfänglicher Modernisierungsmaßnahmen der Wohnungsbestände - finanziell belastet sind“, kritisierte Freitag. Schließlich betrage der durchschnittliche Fremdkapitalanteil aufgrund der Kostenintensität und des Volumens wohnungswirtschaftlicher Investitionen häufig bis zu 80 Prozent. Nach Auffassung des GdW sei die vorgesehene Freigrenze von einer Million Euro deutlich zu gering und benachteilige gerade große Immobilienunternehmen. „Sinnvoller wäre aus unserer Sicht daher ein Betrag, der sich am jeweiligen Bilanzvolumen orientiert, so dass auch größere Unternehmen bei der Freigrenze berücksichtigt werden“, forderte GdW-Präsident Freitag.

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Zwar begrüße der GdW den Versuch der Politik, die negativen Folgen der Zinsschrankenregelung durch die Escape-Klausel für die Immobilienunternehmen zu begrenzen. "Gleichzeitig hindert aber der Gesetzgeber viele Unternehmen u. a. durch einen unpräzisen und sehr weit gefassten Konzernbegriff daran, diese Ausnahmeregelung zu nutzen", so Freitag. So würden beispielsweise kommunale und öffentliche Unternehmen unter den Konzernbegriff fallen, nur weil der Anteilseigner – die Kommune oder das Land - aufgrund seiner Beteiligungsverhältnisse Einfluss ausüben könnte. Die Einschränkung der Escape-Klauseln, nach der selbst kommunalverbürgte Darlehen oder öffentliche Wohnungsbauförderungsmittel als so genannte schädliche Gesellschafterfremdfinanzierung gelten, begrenze nochmals den Kreis der Unternehmen, die von den Wirkungen der Zinsschranke befreit seien. Für kleine Unternehmen mit Tochtergesellschaften ergebe sich darüber hinaus die Notwendigkeit, mit erheblichem Kosten- und Verwaltungsaufwand einen Konzernabschluss erstellen zu müssen, obwohl sie wegen ihrer geringen Größe dazu gesetzlich nicht verpflichtet seien. "In all diesen Fällen handelt es sich um Unternehmen, die weder die Fremdfinanzierung zur Steuergestaltung missbrauchen, noch bei der Finanzierung ihrer Investitionen eine Alternative haben. Die Zinsschrankenregelung soll dagegen internationale Konzerne daran hindern, ihre Gewinne in Niedrigsteuerländer zu verlagern. Sie darf nicht die Investitionskraft der Immobilienunternehmen, die ihre Gewinne ordnungsgemäß in Deutschland versteuern, schwächen", so Freitag. Nach Ansicht des GdW bestehe insoweit - insbesondere für die Präzisierung der Escape-Klausel - dringender gesetzgeberischer Verbesserungsbedarf.