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Unternehmensinsolvenzen: weltweit ein durchmischtes Bild

Der D&B Global Insolvency Index lag im vierten Quartal 2011 bei 91.1 Zählerpunkten. Dies sind 3,3 Punkte weniger als im Vorjahr. Somit ist global gesehen die Anzahl an Insolvenzen von Unternehmen noch deutlich unter den Spitzenwerten der Rezession von 2008 und 2009. Den deutlichsten Rückgang gab es in Nordamerika mit einem Minus von 14,2 Punkten. In Europa stiegen hingegen die Insolvenzen um 2,2 Punkte – am stärksten in den hoch verschuldeten Ländern wie Portugal und Spanien. Insgesamt steigt das Risiko von Ausfällen jedoch im ersten Halbjahr 2012, da aufgrund der Volatilität der Märkte und einem Anziehen der Kreditkonditionen die Gewinnmargen weiterhin tief bleiben. Für Deutschland sieht D&B derzeit kein zunehmendes Insolvenz Risiko. Die deutschen Unternehmen sind stark genug die aktuelle Wachstumsdelle zu überstehen.

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Regional betrachtet ist das Bild jedoch sehr heterogen. Einerseits die Regionen Nordamerika und Nordeuropa, welche im Vorjahresvergleich einen Rückgang von 14,2 Punkten bzw. 2,2 Punkten verzeichneten. Andererseits stieg die Zahl der Unternehmensinsolvenzen am stärksten in den Schwellenländern, insbesondere in Asien (ohne China), wo das Insolvenzrisiko im Vorjahresvergleich um 13,7 Punkte stieg, gefolgt von Osteuropa (7,6 Punkte). Der Euroraum war die einzige Region unter den stärker entwickelten Ökonomien, die einen Anstieg der Unternehmensinsolvenzen zu verzeichnen hatte. Die Insolvenzen in der Region stiegen im Vorjahresvergleich um 2,2 Punkte und waren in hoch verschuldeten Ländern wie Portugal und Spanien am höchsten. Deutschland als stärkste Wirtschaft der Eurozone verbuchte im Vorjahresvergleich einen Rückgang bei noch vorteilhaften nationalen Marktbedingungen. Dagegen stiegen die Unternehmensinsolvenzen in Großbritannien aufgrund der verschlechterten Wirtschaftslage weiter an.

Insolvenzrisiko bleibt im H1/2012 hoch
In der Weltwirtschaft zeigt sich eine Tendenz zur Erholung, wobei die führenden Indikatoren wie der Global All-Industry Output Index von JP Morgan im Februar 2012 weiter stiegen. Dies lässt auf eine Expansion bei den Auftragseingängen, Arbeitsplätzen und Einkäufen der Unternehmen schließen. Diese Verbesserungen tendieren jedoch stark in Richtung USA, wo die Arbeitslosenquote zurückging und sich das Konsumklima verbessert hat, und in geringerem Maße in Asien, vor allem China. D&B erwartet, dass diese beiden Märkte im Laufe des Jahres 2012 das weltweite Wachstum stützen werden. Allerdings verdichten sich die Anzeichen einer möglichen Rezession im Euroraum wie auch einer erneuten Volatilität der Anlage- und Warenmärkte und anziehender Kreditkonditionen, was das weltweite Geschäftsklima trüben wird. Der Nettoeffekt als solcher wäre ein schwaches weltweites Wachstum im H1/2012 und bis in das H2/2012 hinein. Dies wird die Gewinnmargen der Unternehmen schwächen und zu einer steigenden Insolvenzrate führen. Zu den Ländern mit erhöhtem Insolvenzrisiko gehören Kroatien, Portugal und Spanien.

Das Insolvenzrisiko steigt in den verschuldeten Ökonomien der Eurozone und anderer Regionen
Die Insolvenz-Risiko-Matrix zeigt, dass das Insolvenzrisiko besonders stark in den von der Staatsschuldenkrise der Eurozone betroffenen Ländern Portugal und Spanien sowie in denjenigen Ländern steigt, die sich noch von deutlichen Konjunkturabschwüngen erholen müssen wie Kroatien. Sogar Länder mit niedrigem Staatsschuldenstand und vergleichsweise besserer Wirtschaftslage wie Australien verzeichnen einen ausgeprägten Anstieg des Insolvenzrisikos.

Am anderen Ende des Spektrums sorgt die anhaltende Erholung in einigen Ländern, etwa den USA und Deutschland, trotz des kräftigen Gegenwindes durch die Euro-Schuldenkrise für einen weiteren Rückgang des Insolvenzrisikos. Unterdessen ist die Kategorie 'Mittleres/niedriges Insolvenzrisiko' bei weitem die Größte. Dies untermauert die Vorhersage von D&B, dass die Insolvenzrate angesichts der anhaltenden Unsicherheit im weltweiten Geschäftsumfeld in vielen Ökonomien hoch bleiben wird.