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UniCredit Markets & Investment Banking: Konjunktur- & Kapitalmarktausblick 2008

UniCredit Markets & Investment Banking geht davon aus, dass die Auswirkungen der Kreditkrise im ersten Quartal 2008 noch deutlich spürbar sein werden. So dürften die ersten Wochen des Jahres 2008 von den Themen Stagflationsangst und Rezessionsfurcht gekennzeichnet sein, was sich belastend auf die Aktienmärkte auswirken wird. Erst im zweiten Quartal ist mit einer Erholung zu rechnen. UniCredit Markets & Investment Banking erwartet, dass die Aktienkurse bis zur Jahresmitte wieder auf das derzeitige Niveau ansteigen und sich im zweiten Halbjahr weitestgehend seitwärts bewegen werden. Der Euro wird im Vergleich zum US-Dollar weiter auf hohen Niveau notieren.

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Moderates wirtschaftliches Umfeld
"Im kommenden Jahr rechnen wir mit einem leicht rückläufigen Wirtschaftswachstum von zwei Prozent", erklärt Andreas Rees, Chefvolkswirt für Deutschland von UniCredit Markets & Investment Banking. Bei den Konsumausgaben ist von einem Zuwachs von 1,5 Prozent auszugehen. Vor allem höhere Nahrungsmittel- und Energiepreise wirken sich dämpfend auf die Nachfrage aus. Erst im Herbst 2008 wird die Inflationsrate die Marke von zwei Prozent wieder unterschreiten. Der Aufschwung am Arbeitsmarkt setzt sich auch im Jahr 2008 fort, was zu einer niedrigeren Arbeitslosigkeit von rund 3,5 Mio. im Jahresdurchschnitt führt. Zwar kann sich die deutsche Wirtschaft immer mehr vom Einfluss der USA abnabeln, dennoch spielt der dortige Konjunkturverlauf eine bedeutende Rolle für die europäische Wirtschaft. Ob in den USA eine Rezession einsetzt oder nicht, hängt vor allem vom Arbeitsmarkt ab. So hat sich der Beschäftigungsaufbau zuletzt verlangsamt, dank zahlreicher neugeschaffener Stellen in staatlichen – und damit nicht konjunktursensitiven – Bereichen (Erziehung, Gesundheit) sowie in der Tourismusbranche, blieb der Einbruch aber aus. Dieser Trend wird sich auch im kommenden Jahr fortsetzen. In der Exportwirtschaft nimmt die Bedeutung der USA für Deutschland immer mehr ab. Hingegen werden immer mehr Exporte nach Mittelosteuropa, Russland, die OPECStaaten, China und Indien verzeichnet. So haben sich deutsche Exporte nach Russland seit Anfang 2002 fast verdreifacht und nach China verdoppelt. Zudem hat Russland im September ein Investitionsprogramm zum Ausbau der Infrastruktur im Volumen von 1.000 Mrd. US- Dollar innerhalb der nächsten zehn Jahre angekündigt.

Zinsen bleiben weitestgehend stabil
Die ersten Wochen des Jahres werden von den Themen Stagflationsangst und Rezessionsfurcht gekennzeichnet sein. Dazu dürften sich weiter negative Meldungen aus dem Finanzsektor gesellen. "Die US-Notenbank wird auf dieses Szenario mit weiteren Leitzinssenkungen reagieren", sagt Michael Rottmann, Leiter Zins- und Währungsstrategie von UniCredit Markets & Investment Banking. Er rechnet mit einem Leitzinsniveau von vier Prozent zum Ende des ersten Quartals 2008 (aktuelles Niveau: 4,5 Prozent). In diesem Zeitraum wird aber zugleich eine "sanfte Landung" der wirtschaftlichen Entwicklung gelingen und weitere Zinssenkungen werden damit hinfällig. Die EZB wird die Leitzinsen unverändert belassen, wenngleich die Forderungen nach einer geldpolitischen Unterstützung im Verlauf des ersten Quartals lauter werden. Zum Ende nächsten Jahres erwartet UniCredit Markets & Investment Banking im Euroraum ein Leitzinsniveau von vier Prozent. Die zehnjährigen Renditen dürften geringfügig ansteigen und sich wieder der Marke von 4,5 Prozent annähern.

Euro-Stärke wird weiter anhalten
Als Folge der Subprime-Krise notieren Euro-Zinsen inzwischen höher als US-Zinsen, was sich eindrucksvoll in der USD-Schwäche der letzten Wochen manifestierte. Sind in den USA in den Geldmarktforwards auf zwölf Monate noch Leitzinssenkungen von rund 125 Basispunkten bis auf 3,25 Prozent eingepreist, so ist im zweiten Halbjahr mit einem stabilen Zinsniveau zu rechnen. Anders formuliert: Zu Beginn des Jahres war der US-Dollar bei Betrachtung der Geldmarktforwards auf zwölf Monate im G 10-Universum (Yen, USD, Euro, NZD, AUD, GBP, SEK, NOK, CAD, CHF) die vierthöchste verzinsliche Währung. Heute ist der US-Dollar unter dieser Betrachtung die drittniedrigste verzinsliche Währung und damit zur Finanzierungswährung "degradiert" worden. "Die anhaltende Nervosität an den Finanzmärkten wird den US-Dollar auch noch im ersten Quartal belasten und zu einem Überschreiten der Marke von 1,50 im Euro-USD Wechselkurs führen", erklärt Michael Rottmann. Eine Stabilisierung der Finanzmärkte, gekoppelt mit schwindenden Rezessionsbefürchtungen in den USA, wird die alten Verhältnisse im Laufe des zweiten Halbjahrs wieder herstellen und dem US-Dollar einen erneuten Zinsvorsprung verschaffen. Dies führt auch zu einem - wenngleich überschaubaren - Wiedererstarken des US-Dollars und des Wechselkurses zurück auf ein Niveau von 1,45.

Seitwärtsbewegung an den Aktienmärkten
"Für 2008 rechnen wir an den Aktienmärkten mit moderaten Kurssteigerungen von drei bis fünf Prozent", erklärt Gerhard Schwarz, Leiter Global Equity Strategy von UniCredit Markets & Investment Banking. In den letzten Monaten herrschte an den Aktienmärkten in Europa und den USA eine hohe Volatilität, die sich zunächst weiter fortsetzen wird. Nach der aktuellen Kurserholung gehen wir davon aus, dass die Unterstützung bei 7200 bis 7400 Punkten im ersten Quartal erneut getestet wird. Vor allem die Kreditkrise und die damit verbundene Abschwächung der Konjunkturaussichten werden weiterhin für Unsicherheit an den Märkten sorgen. Erst im zweiten Quartal ist mit einer deutlichen Erholung zu rechnen. Darüber hinaus werden niedrige Bewertungen, weitere Zinssenkungen in den USA, rekordhohe Dividendenzahlungen und letztlich positiv bleibende Wachstumsraten bei den Unternehmensgewinnen ein markantes Gegengewicht zu den Belastungen aufgrund der Währungs- und Rohstoffpreise bilden. Das Potenzial für weitere Gewinnsteigerungen wird dennoch zunehmend kleiner. Mitte des Jahres 2008 dürften die Aktienindizes in etwa auf den heutigen Ständen notieren und sich im zweiten Halbjahr mehr oder weniger seitwärts bewegen. In einem europäischen Portfolio empfiehlt UniCredit Markets & Investment Banking eine neutrale Gewichtung von deutschen Aktien. Das Umfeld für Mid- & Small-Cap-Titel wird mittelfristig schwierig bleiben.