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Umsatz: Karstadt wächst gegen den Markttrend

Die KarstadtQuelle AG hat in den ersten neun Monaten des Jahres 2006 ihre operativen Geschäfte verbessert, die Nettofinanzverbindlichkeiten um 91,5 % drastisch abgebaut, das Working Capital um 66,7 % weiter verringert und das Eigenkapital auf 15,8 % verfünffacht.

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Bei den operativen Geschäften konnten insbesondere die Karstadt Waren- und Sporthäuser ein erfolgreiches Quartal bilanzieren. Der bereinigte Umsatz stieg im dritten Quartal 2006 um 6,5 % auf 1,14 Mrd. Euro. Karstadt übertraf im September den Vorjahresumsatz flächenbereinigt um 15,2 %. Karstadt steigerte - abgekoppelt vom ansonsten negativen Markttrend - auch im Bereich Fashion den Umsatz, obwohl der Gesamtmarkt in Deutschland einen schweren Einbruch hinnehmen musste. „Wer hätte uns vor zwei Jahren eine solche Entwicklung zugetraut. Wir haben in einem dritten Quartal das größte Umsatzwachstum seit dem Mauerfall vor 17 Jahren erzielt“, sagte Vorstandsvorsitzender Thomas Middelhoff. „Das Geschäft entwickelt sich deutlich besser als bei unseren Wettbewerbern.

Das sind die ersten Ergebnisse der Erneuerung und Höherpositionierung unserer Warenhäuser. Dies zeigen auch die positiven Erfahrungen nach der Neueröffnung der Karstadt-Häuser in Leipzig und München (Oberpollinger), die zu den schönsten Warenhäusern zählen und rechtzeitig vor dem Weihnachtsgeschäft ihren Beitrag zu einer weiteren Steigerung des Umsatzes und des Ergebnisses leisten werden.“

Das bereinigte EBITDA konnte im Warenhausgeschäft im dritten Quartal 2006 gegenüber dem Vorjahr um 14,5 Mio. Euro auf 0,1 Mio. Euro verbessert werden. Es liegt damit erstmals seit vielen Jahren bereits im dritten Quartal im positiven Bereich. Üblicherweise wird ein positives Ergebnis wegen der starken Saisonalität des Geschäftes erst im vierten Quartal des Jahres erreicht.

Die Versandhandelsunternehmen Quelle und neckermann.de erreichten im dritten Quartal 2006 einen bereinigten Umsatz in Höhe von 1,37 Mrd. Euro. Dies entspricht einem Rückgang um 7,1%.

Der im ersten Halbjahr – nicht zuletzt aufgrund reduzierter Marketingaktivitäten - eingetretene Umsatzrückgang konnte abgebremst werden. Nach einem guten Geschäftsverlauf im Juli und August des laufenden Jahres mussten die Versender jedoch im September aufgrund der allgemeinen Marktschwäche Umsatzeinbußen hinnehmen.

Vor dem Hintergrund dieser starken Volatilität des Marktes plant das Management nun weitere stabilisierende Maßnahmen für 2007 und 2008. Einzelheiten sollen noch im November bekannt gegeben werden. Die Auslandsgeschäfte von Quelle und neckermann.de zeigen in Mittel- und Osteuropa eine gute Entwicklung. Im Fokus steht der Wachstumsmarkt Russland. Hier soll mittelfristig eine Umsatzsteigerung auf rund 1 Mrd. Euro erreicht werden. Das E-Commerce-Geschäft legte um 17,6% zu und wächst damit weiter stark.

Das Ergebnis (bereinigtes EBITDA) im Versandhandel belief sich im dritten Quartal 2006 auf minus 61,4 Mio. Euro, nach minus 55,1 Mio. Euro im Vorjahreszeitraum.

Die Reisegeschäfte bei Thomas Cook liefen im Berichtszeitraum gut. Das zweitgrößte Touristikunternehmen Europas konnte Marktanteile hinzugewinnen und die Umsätze um 2,8 % auf 1,29 Mrd. Euro steigern. Das Ergebnis blieb mit 111 Mio. Euro – ungeachtet deutlich gestiegener Kerosinpreise – nahezu stabil.

Middelhoff berichtete ferner, dass der Konzern nach zwei Jahren Sanierungsarbeit inzwischen keine Bankschulden mehr aufweise. Die Nettofinanzverbindlichkeiten seien zum 30. September 2006 auf 388 Mio. Euro drastisch zurückgeführt worden. Noch vor einem Jahr lagen sie bei 4,58 Mrd. Euro. „Der im dritten Quartal erreichte weitere Rückgang der Nettofinanzverbindlichkeiten ist auch deshalb hoch zu bewerten, da der Konzern in diesem Zeitraum in Vorbereitung auf das Weihnachtsgeschäft naturgemäß die höchste unterjährige Verschuldung aufweist“, führte Middelhoff aus.

Das Working Capital konnte weiter um rund 67 % auf 759 Mio. Euro gesenkt werden. Der Konzern nahm erstmals seit vielen Jahren im dritten Quartal die für den saisonbedingten Working Capital-Aufbau zur Verfügung stehende Kreditlinie nicht in Anspruch. Die Eigenkapitalquote wurde zum 30. September auf 15,8 % verfünffacht.

Ein wichtiger Baustein bei der künftigen Entwicklung des Handelskonzerns ist die Neuorganisation der internationalen Warenbeschaffung. Hierzu wurde am 1. Oktober der Verkauf der konzerneigenen KarstadtQuelle International Services an das chinesische Unternehmen Li & Fung Ltd. (Hongkong) bekannt gegeben, das künftig die Beschaffung auf den Weltmärkten im Auftrag von KarstadtQuelle übernehmen wird. „Wir schätzen das Potenzial zur Reduzierung des Working Capitals auf rund 500 Mio. Euro, und bei den Einkaufspreisen erwarten wir im Durchschnitt eine Reduktion um 5 bis 10 %. Schon in zwei Jahren wollen wir 80 % unseres Beschaffungsvolumens in Asien abwickeln“, sagte Middelhoff.

KarstadtQuelle konzentriert sich auf seine Kernkompetenzen Design, Sortimentsgestaltung und Warenpräsentation. „Die Vorteile unseres neuen Kollektionsmodells, das auf eine Vervielfachung der Kollektionen im Jahresverlauf zielt, wurden im Warenhaus im dritten Quartal bei der Umsetzung des Jubiläums bereits eindrucksvoll unter Beweis gestellt.“

Der bereinigte Konzern-Umsatz belief sich im dritten Quartal 2006 auf 3,81 Mrd. Euro. Damit erreichte der Umsatz das Vorjahresniveau. Das um Sonderfaktoren bereinigte EBITDA der drei operativen Geschäftsbereiche (Karstadt, Versandhandel, Thomas Cook) erreichte im dritten Quartal 49,7 Mio. Euro, nach 44,0 Mio. Euro im Vorjahr. Dies entspricht einer Verbesserung um 13 %.

Das Konzernergebnis (nach Minderheiten) verbesserte sich in den ersten neun Monaten auf 479 Mio. Euro, nach minus 253 Mio. Euro im Vorjahr. Dementsprechend bestätigte KarstadtQuelle seine Ergebnisprognose und gab einen optimistischen Ausblick auf das vierte Quartal 2006.