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UBM Gruppe: Mehr Gewinn trotz niedrigerer Leistung

Die an der Wiener Börse notierte UBM Realitätenentwicklung AG hat 2010 trotz niedrigerer Leistung mehr Gewinn erzielt. Dies geht aus den Bilanzwerten hervor, die das Unternehmen gestern veröffentlichte. Die Jahresbauleistung schwächte sich demnach von 275,4 Mio. Euro um 21,2% auf 217 Mio. Euro ab. Der Rückgang ist in erster Linie durch die in den letzten Jahren vorherrschende Rezession begründet, die sich für UBM durch rückläufige, weil zeitlich hinausgeschobene, Projektverkäufe auswirkt. Umso erfreulicher ist es, dass sich trotz dieser Bedingungen das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) von 24,4 Mio. Euro um 5,7% auf 25,8 Mio. Euro verbessert hat und das Ergebnis vor Ertragssteuer (EBT) von 14,2 Mio. Euro um 1,5% auf 14,4 Mio. Euro gestiegen ist. Dass der Jahresüberschuss von 14,1 Mio. Euro um 33% auf 9,4 Mio. Euro gesunken ist begründet das Unternehmen mit höherer Steuerbelastung. Der Gewinn je Aktie wird mit 3,06 Euro ermittelt. Auf Basis des aktuellen Kurses von 27 Euro errechnet sich ein KGV von 8,82.

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Aufgrund des erfreulichen Geschäftsverlaufes soll die Dividende von 1 Euro um 10% auf 1,1 Euro erhöht werden. Wenn die Hauptversammlung dem Vorschlag zustimmt, steigt die Pay-out-Ratio von 21,2% auf 35,9%. Damit würde sich auf Basis des aktuellen Kurses seine Dividendenrendite von 4,07% errechnen. 2010 wurden nach Angaben der UBM Gruppe 87% (2009: 88%) der Jahresbauleistung außerhalb Österreichs erwirtschaftet. In Deutschland wurde mit 35% oder 75,9 Mio. Euro der höchste Anteil an der Jahresbauleistung erzielt, Polen folgt mit 27% oder 58,1 Mio. Euro, an dritter Stelle rangiert die Tschechische Republik. Der Anteilszuwachs von 3% auf 11% ist auf den Verkauf eines weiteren Teils der Immobilienentwicklung Andel City zurückzuführen.

Markteinstieg in Holland
Die 1873 gegründete Gesellschaft UBM verfügt über Niederlassungen in Bulgarien, Deutschland, Frankreich, Kroatien, Polen, Rumänien, Russland, Schweiz, Slowakei, Tschechien, Ukraine, Ungarn und seit 2010 auch in Holland. Dank der Diversifikation nach Märkten und Produkten; entwickelt werden neben Wohnungen, Büros, Hotels und Einkaufszentren auch Gewerbe- und Logistikimmobilien; konnte UBM auch in den wirtschaftlich schwierigen Vorjahren durchgehend schwarze Zahlen schreiben. Erfolgskonzept ist die risikoaverse und substanzorientierte Geschäftspolitik "profit is an opinion, cash is a fact". Natürlich ist der in der Bilanz 2010 ausgewiesene Gewinn zur Gänze Cashflow unterlegt und beruht hauptsächlich auf Einnahmen aus Entwicklung, Vermietung oder Verwaltung. Eine Aufwertung des Immobilienvermögens wurde nicht vorgenommen.

Vergrößerung des Immobilienbesitzes
Die vermietbare Fläche des Unternehmens wuchs von 360.000 m² um 38,9% auf 500.000 m² an. Ausschlaggebend für die Vergrößerung waren laut UBM Gruppe hauptsächlich die Fertigstellung eines Teils des Poleczki Business Park und der Zukauf von zwei Büroobjekten. 40 % (2009: 55%) der Nutzfläche entfielen auf Hotels, 35% (2009: 22%) auf Büros, 23% (2009: 20%) auf Gewerbeflächen und 2% (2009: 3%) auf Wohnungen. Der in ganz Europa verteilte Grundbesitz hat hingegen von 2,5 Mio. m² um 4% auf 2,4 Mio. m² abgenommen. Wegen der Zunahme des Sachanlagenvermögens durch Investitionen in bebaute und unbebaute Grundstücke sowie Anlagen in Bau, hat sich die Bilanzsumme von 485,7 Mio. Euro um 15,1% auf 559,3 Mio. Euro erhöht. Die Investitionen in Sachanlagen und sogenannte Finanzimmobilien sind von 18,2 Mio. Euro um 297,8% auf 72,4 Mio. Euro gestiegen. Der Löwenanteil entfiel auf den Erwerb eines unfertigen Hotelgebäudes in Amsterdam und eines Gewerbeobjektes in Hamburg sowie die Entwicklungen Concor in Dornach bei München und das Fachmarktzentrum in Danzig (Polen). Das Eigenkapital ist 2010 um nominell 7 Mio. Euro gewachsen und betrug zum Bilanzstichtag 139,5 Mio. Euro. Der Substanzwert je Aktie errechnet sich mit 46,51 Euro (2009: 44,17 Euro). Da die Bilanzsumme 2010 aber deutlich stärker gewachsen ist als das Eigenkapital, hat sich die Eigenkapitalquote von 27,3% auf 24,9% verringert.

Aufschwung des Hotelmarktes
Mit einem Portfolioanteil von 40% hat das Hotelgeschäft für UBM nach eigenen Angaben hohe Bedeutung. Allgemein wird im Tourismus ein gutes Jahr erwartet. Einziger Wermutstropfen im freundlichen Szenario sind die steigenden Ölpreise. Aktuell profitiert die Hotellerie insbesondere von ihrer Eigenschaft als Frühzykliker: Hotelimmobilien erholen sich rascher als Büro oder Gewerbe, weil die Branche rascher und sensibler auf konjunkturelle Schwankungen reagiert. Die Entwicklung von Hotelimmobilien zählt zu den Kernkompetenzenvon UBM. In Amsterdam wurde 2010 von einem institutionellen Investor ein fast fertig gestelltes Projekt erworden, welches bis Ende 2011 finalisiert wird und unter der Marke Crowne Plaza in Betrieb gehen soll. Gemeinsam mit Partnern wird im russischen Wachstumsmarkt St. Petersburg ein 300 Zimmer umfassendes Hotel samt Bürogebäuden errichtet. Auch in Warschau und München sind Hotels in Planung.