Cookie Fehler:

Cookies sind in Ihrem Browser deaktiviert. Um alle Funktionen z.B. das Login nutzen zu können, müssen Cookies aktiv sein. Bitte aktivieren Sie Cookies in Ihrem Browser.

    Drucken Drucken  Diesen Artikel zu den Favoriten hinzufügen Favoriten

Trendstudie ermittelt Zukunftsstrategien für Kreditinstitute

Industrialisierung und Innovation stellen strategische Schwerpunktthemen für Banken in 2006 dar, so das Ergebnis der aktuellen Trendstudie des Fraunhofer IAO. Die Studie basiert auf einer Befragung von 227 Kreditinstituten. Im Rahmen der Bankenfachtagung »Bank & Zukunft 2006« im IBM e-Finance Center in Frankfurt wurden am 22. Februar 2006 Präsentationen zu strategischen Trends geboten. Die Veranstalter IBM Deutschland GmbH und Fraunhofer IAO diskutierten mit den rund 120 teilnehmenden Führungskräften aus der Finanzindustrie zukünftige Geschäftsmodelle und IT-Lösungen.

.

Laut der aktuellen Trendstudie werden auch in 2006 der Wettbewerb und die Herausforderungen an die Finanzbranche weiter zunehmen. In erster Linie betrifft dies standardisierte Produkte und Dienstleistungen. Verschärfter Preiswettbewerb bei Standardprodukten wurde von 84,9 % der Befragten als wichtigste Herausforderung angesehen. Für 73,7% der befragten Führungskräfte ist die Bündelung von Prozessen ausschlaggebend, um langfristig die Wirtschaftlichkeit zu steigern. Für 56,3% gilt es, die Spezialisierung voranzutreiben. Zudem soll durch Auslagerung von Prozessen (Outsourcing) die Fokussierung auf den Vertrieb als Kernkompetenz erreicht werden (55,4%).

Im Eingangsreferat stellte Prof. Dr. Spath, Institutsleiter Fraunhofer IAO, die Ergebnisse der aktuellen Trendstudie 'Bank & Zukunft 2006' vor. Gleichzeitig forderte er 'eine neue Ästhetik in der Kundenbeziehung in Form von Erlebnisbeiträgen, die im beginnenden Wissenszeitalter nachhaltig die Kundenbindung im Bankenumfeld steigern.' Banken müssten lernen, persönliche Kontakte zum Kunden richtig zu arrangieren und den Bankbesuch positiv zu gestalten.

Strategische Projekte 2006
Im Gesamtranking der Befragung werden die strategischen Schwerpunkte zur Stärkung der Erlösseite in der Veränderung der Arbeitsteilung zwischen Front- und Backoffice, in Cross- und Upselling-Programmen sowie Kundenbindung gesehen. Innovation wird zukünftig eine immer zentralere Bedeutung einnehmen.

Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit durch industrielle Methoden
Zur Steigerung der Gesamteffizienz und Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit werden von den Befragten zunehmend industrielle Methoden im Prozessmanagement in Betracht gezogen. Bereits heute wird diesem Thema ein hoher Stellenwert eingeräumt. Diese Industrialisierungsmaßnahmen sollen in erster Linie Qualität verbessern und damit auch Kosteneffizienz steigern (87,7%) sowie effizienteren IT-Einsatz ermöglichen (61,2%).

Innovation im Vertrieb
Die dadurch erzielten Gewinne bieten Möglichkeiten für innovative Vertriebskonzepte.
Auf der Filiale als Vertriebskanal liegt dabei auch weiterhin der Fokus. Kunden-kommunikation soll verbessert und eine engere Kundenbindung langfristig erzielt werden. 'Man muss am Markt mit Innovation experimentieren, um erfolgreich zu sein', sagt Martin Engstler, Leiter Zentrum Finanzdienstleister Fraunhofer IAO.

Unterstützt wird diese Neuausrichtung durch gestalterische Maßnahmen in Filialen, aber auch neue Personalmanagementansätze (Coaching-Programme) (81,3%), erfolgsabhängige Vergütungsmodelle (63%) und auch die Erhöhung der Wertschätzung von Vertriebsmitarbeitern (45,7%) sowie Maßnahmen zur Förderung der IT-Kompetenz der Mitarbeiter (43,4%).

Dies soll den schnelleren Erwerb von Standardprodukten ermöglichen und die langfristige Ausrichtung auf individuelle Kundenprofile im Beratungsprozess gewährleisten. 'Die Zukunft des Retail-Banking wird in einer ganzheitlichen und ,lebenslänglichen’ Beratungsleistung für den Kunden liegen', prognostiziert Dr. Oliver Gaedeke, Senior Manager psychonomics AG. Im Beratungsprozess wird die Berücksichtigung aktueller Lebensphasen und individueller Lebensziele sowie psychologische Anlegermentalitäten eine Schlüsselrolle spielen.

IT am Bankarbeitsplatz
Eine stärkere Vertriebsorientierung erfordert detaillierte Kenntnisse und optimale Zugriffsmöglichkeiten auf Kundendaten. 73,3% der Befragten hielten im Bereich der IT-Ausstattung an den Bankarbeitsplätzen die sytemseitige Integration aller Kundeninformationen für zentral. Die Steuerung der Prozesse durch Workflow-Management-Tools wurde von 62% und der Ausbau der Beratungswerkzeuge von 45,2% als vorrangige Investitionsfelder genannt. Die Notwendigkeit zur Modernisierung der IT-Infrastrukturen wird deutlich. Wichtige Aspekte der IT-Umgestaltung sind etwa die Einführung neuer IT-Architekturen (55,4%), wie Analyse-Tools zur Überwachung von Kundenströmen oder neue Kommunikationstechnologien.

Als eine mögliche Vorgehensweise, Innovationsprozesse schneller voranzutreiben, stellt Erich Nessen, IBM Banking Industry Leader, das IBM Smart Banking vor. Smart Banking ist ein Gesamtkonzept, das IT- und Businessanforderungen ganzheitlich betrachtet. 'Aus einer intelligenten Verzahnung lassen sich neben Innovations- auch große Synergie- und damit Effizienzpotenziale erschließen', so Erich Nessen. Sowohl bei der Steigerung der Prozesseffizienz als auch bei der Unterstützung neuer Vertriebskonzepte kommt der IT eine zentrale Rolle zu. Die IT kann diese Rolle aber nur in enger Zusammenarbeit und über eine gemeinsame Sprache mit den Fachbereichen erfolgreich umsetzen.

Eine Ergebnisübersicht zur Trendumfrage »Bank & Zukunft 2006« kann bei Fraunhofer IAO unter unten stehendem Kontakt angefordert werden. Die Studie »Bank & Zukunft 2006« wird ab März 2006 über Fraunhofer IAO erhältlich sein.