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Trendstudie DEGI Research zu europäischen Einzelhandelsmärkten

Der europäische Einzelhandel befindet sich seit den 1990er Jahren in einem tiefgreifenden Wandel, der von einer wachsenden Internationalisierung der Einzelhandelaktivitäten gekennzeichnet ist, so die aktuelle Trendstudie „Perspektiven europäischer Einzelhandelsimmobilienmärkte“ von DEGI Research. Die Ursachen dafür liegen sowohl in den beschränkten Wachstumsmöglichkeiten in den Heimatmärkten, in der zunehmenden Angleichung der rechtlichen und ökonomischen Rahmenbedingungen in Europa als auch in den strukturellen Renditenunterschieden innerhalb Europas begründet. Die Studie der Analysten von DEGI Deutsche Gesellschaft für Immobilienfonds mbH zeichnet ein umfassendes Bild der strukturellen Veränderungen im europäischen Einzelhandel und zeigt die aktuellen Trends im Einzelhandelsimmobilienmarkt auf.

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Einzelhandelsimmobilien bei institutionellen Investoren beliebt
Die mit den internationalen Expansionsbestrebungen der Einzelhandelsketten einhergehende Flächenexpansion wird inzwischen auf breiter Front durch institutionelle Immobilieninvestoren mitgetragen. Die im Vergleich zu Büroimmobilien höheren Renditeerwartungen und ein geringeres strukturelles Risiko tragen dazu bei, dass der Anteil von Retailimmobilien in den Portfolien institutioneller Anleger in den letzten Jahren deutlich gestiegen ist. So ist bei adäquaten Einzelhandelsimmobilien in den westeuropäischen Primärstandorten bereits eine Übernachfrage vorhanden, welche die zu erzielenden Gesamtrenditen unter Druck setzt und in der Folge Investitionen auf geeignete nachrangige Standorte lenkt.

Hohe Marktdynamik in Südost- und Osteuropa
Während insbesondere die Einzelhandelsmärkte in Ost- und Südosteuropa einen beachtlichen quantitativen wie qualitativen Nachholbedarf haben und ein durch die volkswirtschaftliche Entwicklung hohes Wachstumspotenzial aufweisen, wandelt sich in den westeuropäischen Ländern der Einzelhandel qualitativ in Richtung Erlebniswelt. Am stärksten dürfte sich nach Ansicht der DEGI-Analysten in den kommenden fünf Jahren der Einzelhandel in Russland, Tschechien, Slowakei, Estland, Ungarn, Slowenien und der Türkei entwickeln.

Demographie entscheidender Nachfragefaktor
Die Wirtschaftskraft und die Bevölkerungsentwicklung einer Volkswirtschaft sind die wesentlichen Determinanten für die langfristige Konsumentwicklung und damit für die Nachfrage nach Einzelhandelsflächen. „Auch wenn für viele Volkswirtschaften nur noch ein geringes Bevölkerungswachstum prognostiziert wird, trägt die fortschreitende Urbanisierung zum weiteren Strukturwandel im Einzelhandel und zum wachsenden Bedarf an modernen Einzelhandelsflächen bei,“ sagen die Analysten der DEGI. Neuartige Handelskonzepte an zentralen Standorten können jedoch höhere Flächenumsätze erzielen und auf diese Weise negative demographische Effekte überkompensieren.

Abschied vom Warenhaus – Aufstieg neuer Handelsformate
„Neue Vertriebswege über das Internet haben keineswegs den stationären Handel überflüssig gemacht. Der Einzelhandel muss vielmehr seine Charakteristika stärker betonen und neue Anreize bieten, um Kaufimpulse zu erzeugen“, so DEGI Research. Um im der angebotsseitigen Dynamik reiferer Einzelhandelsmärkte Konsumenten anzuziehen, bilden sich daher neue Handelsformate heraus. So treffen Franchiser, Discounter, Fachmärkte, filialisierte Fachgeschäfte und Factory Outlet Center immer stärker den Geschmack der Kunden. Warenhäuser klassischer Prägung und unkooperierte Fachgeschäfte haben nach der Studie ihren Zenit bereits überschritten. Inwieweit ein erhöhtes Umweltbewusstsein in der Bevölkerung sich zukünftig auf die Einzelhandels-Cluster auswirken wird, lässt sich derzeit noch nicht absehen.