Cookie Fehler:

Cookies sind in Ihrem Browser deaktiviert. Um alle Funktionen z.B. das Login nutzen zu können, müssen Cookies aktiv sein. Bitte aktivieren Sie Cookies in Ihrem Browser.

    Drucken Drucken  Diesen Artikel zu den Favoriten hinzufügen Favoriten

Transaktionsvolumen um 74% höher

Mit 1,7 Milliarden Euro wurden in Berlin fast 74 Prozent mehr in Gewerbeimmobilien investiert als im Vorjahr. Damit erreicht die Hauptstadt den zweiten Platz unter den großen deutschen Standorten hinter Frankfurt und vor Hamburg. Lediglich im Boomjahr 2000 wurde in Berlin noch mehr angelegt.

.

„Zu dieser positiven Entwicklung hat vor allem die deutlich gestiegene Nachfrage ausländischer Investoren beigetragen. Gleichzeitig haben vor allem die kleineren Transaktionen zugenommen“, erklärt Sven Stricker, Berliner Niederlassungsleiter von Atisreal, Deutschlands führender Berater für Gewerbeimmobilien. Das Volumen der anteilig eingerechneten Portfoliodeals liegt bei rund 230 Millionen Euro und damit erheblich niedriger als etwa in Frankfurt oder Hamburg. Selbst ohne die anteiligen Paketverkäufe fällt die Steigerung mit rund 51 Prozent aber immer noch ungewöhnlich hoch aus.
Die Anzahl der analysierten Deals erhöhte sich im Vergleich zum Vorjahr von 56 auf 89. Das durchschnittliche Volumen pro Verkauf ist dagegen nur leicht von 18 auf 20 Millionen Euro gestiegen. Im Gegensatz zu Düsseldorf, Frankfurt und Hamburg konnte Berlin bei den Großdeals nur ein leichtes Plus verbuchen: Auf Transaktionen mit einem Volumen von über 50 Millionen Euro entfielen mit gut 34 Prozent des Umsatzes knapp 6 Prozentpunkte mehr als 2004. Der Anteil der Verkäufe zwischen 25 und 50 Millionen Euro stieg auf 33 Prozent (Vorjahr: rund 30 %). Auch die kleinste Kategorie mit weniger als 10 Millionen Euro Kaufpreis konnte ihren Anteil auf knapp 14 Prozent steigern (2004: 9 %).
Bei den Käufern dominierten auch in Berlin die Opportunity und Equity Funds mit einem Anteil von 42 Prozent des Gesamtumsatzes, die rund 736 Millionen Euro anlegten. Die traditionell bedeutenden privaten Anleger erreichten wieder den zweiten Platz und lagen mit einem Umsatz von rund 305 Millionen Euro (knapp 18 %) absolut gesehen deutlich über dem Vorjahresergebnis (etwa 220 Mio. €). An keinem anderen deutschen Standort investierte diese Anlegergruppe so viel. Auf Rang drei kamen mit 7 Prozent die Eigennutzer. Berlin ist der einzige Standort, an dem offene Fonds nicht als Anleger registriert wurden. Am bemerkenswertesten ist aber der mit fast 73 Prozent höchste Anteil der ausländischen Investoren an deutschen Standorten (2004: 26 %).
Das Marktgeschehen konzentrierte sich 2005 auf wenige Verkäufergruppen. An erster Stelle lagen mit rund 27 Prozent die privaten Anleger, die damit nicht nur als Käufer ausgesprochen aktiv waren. Es folgen die weiterhin starken Projektentwickler (24 %) und die Eigennutzer mit (17 %). Auf dem vierten Platz liegen die offenen Fonds (10 %). Ausländische Verkäufer waren nur für knapp 8 Prozent des Transaktionsvolumens verantwortlich (2004: 10 %).
Das Transaktionsvolumen hat sich im Jahr 2005 stark auf Bürogebäude konzentriert: Ihr Anteil stieg von 66 auf 72 Prozent. Auf dem zweiten Platz liegen mit 9 Prozent Einzelhandelsimmobilien, die auch in Berlin stark nachgefragt werden. Der Anteil der Entwicklungsgrundstücke sank auf gut 8 Prozent. Wie schon im Vorjahr war der Umsatz relativ breit über die Büromarktzonen gestreut: Zwar dominierten die Topcity und die Citylagen mit 57 Prozent weiterhin, aber sowohl die Cityrand- als auch die Nebenlagen konnten ihren Anteil im Vergleich zum Vorjahr ausbauen (Cityrand auf 27 % und die Nebenlagen auf 16 %).
Wie an allen Standorten sind auch in Berlin leicht fallende Renditen zu beobachten. Die sehr gute Nachfrage verbunden mit einem weiterhin begrenzten Angebot an modernen, voll vermieteten Büroobjekten hat zu einem Anstieg der Verkaufspreise geführt. Insbesondere langfristig an bonitätsstarke Mieter vermietete Objekte haben davon profitiert und höhere Preise erzielt. Aktuell sind für attraktive, voll vermietete Büroimmobilien in Top-Lagen Vervielfältiger zwischen 15,5 und 18 und für Büro- und Geschäftshäuser zwischen 16 und 20 anzusetzen.
In den vergangenen Monaten ist die Nachfrage insbesondere der ausländischen Investoren geradezu sprunghaft gestiegen. Ein wesentlicher Grund dafür ist, dass gerade sie dem Berliner Investmentmarkt im Vergleich zu anderen europäischen Märkten ein deutlich größeres Steigerungspotenzial zutrauen und ihn aktuell für unterbewertet halten. Die große Nachfrage wird auch 2006 anhalten. „Berücksichtigt man zusätzlich die Verbesserung der Prognosen zur gesamtwirtschaftlichen Entwicklung, gehen wir davon aus, dass ein ähnlich guter Investmentumsatz erzielt werden kann wie im Vorjahr. Lediglich das noch ungenügende Angebot an voll vermieteten Büro- und nachgefragten Einzelhandelsobjekten könnte die Entwicklung leicht bremsen. Es ist davon auszugehen, dass auch im laufenden Jahr die große Nachfrage der Investoren nicht vollständig befriedigt werden kann“, so Stricker.

Foto: Land Berlin/Thie; Berlin Partner FTB Werbfotografie