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Top-Einkaufsstraßen entwickeln sich hervorragend

Die Top-Einkaufsstraßen in Berlin und Potsdam sind von großer Dynamik, zahlreichen Neuentwicklungen und hoher Nachfrage geprägt. Zu diesem Ergebnis kommt der Länderreport des Maklerunternehmens Comfort.

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Berlin
Der Berliner Einzelhandelmarkt steht derzeit im Fokus sowohl nationaler als auch internationaler Investoren, was nicht weiter verwundert, wenn man bedenkt, dass die Bundeshauptstadt mit 3,4 Mio. Einwohnern die größte Stadt und mit weiteren 900.000 Einwohnern im Umland den zweitgrößten Ballungsraum Deutschlands bietet. Diese Tatsache lässt sich insbeson- dere an der hohen Dynamik von Um- und Neugestaltung in den Geschäfts- zentren Tauentzienstraße / Kurfürstendamm, Schloßstraße aber auch z.B. der Wilmersdorfer Straße ablesen.

In keiner anderen deutschen Stadt werden so viele Shopping-Center und Fachmarkt-Zentren gleichzeitig verwirklicht. Im Jahre 2005 wurden in Berlin rund 91.000 m² Verkaufsfläche neu fertig gestellt, wovon 79.000 m² bestan- dserweiternd wirksam wurden. Den Löwenanteil dieses Flächenzuwachses können die Shopping-Center für sich verbuchen, wobei hier zu allererst das „Eastgate“ in Marzahn mit 32.000 m² Verkaufsfläche und das Einkaufszen- trum „Das Schloss“ in Steglitz mit 36.000 m² Verkaufsfläche zu nennen sind. Im Bau befinden sich weiterhin das so genannte Schloßstraßencenter in der Steglitzer Schloßstraße mit geplanten 16.500 m² Verkaufsfläche, ein Einkaufscenter am Tempelhofer Hafen mit 20.000 m² Verkaufsfläche und die Wilmersdorf-Arkaden mit ca. 22.000 m² Verkaufsfläche.

Während die Einkaufszentren an vielen Stellen, besonders auch im Ostteil Berlins, die urbane Versorgungsfunktion übernommen haben, sind an den vorgenannten Standorten Effekte zur Stärkung der gewachsenen Handelsla- gen zu erwarten, da diese Center mit Ausnahme des Projektes in Tempel- hof gut in die etablierten Lagen integriert worden sind. Da im Berliner Um- land die Sättigungsgrenze bei der Vermehrung der Geschäftsflächen längst erreicht ist, werden die City Berlins und die Stadtteile wieder zunehmend an Bedeutung gewinnen.



Sichtbar wird dieses an Bauvorhaben wie dem Neubau für Appelrath & Cüpper, an der Tauentzienstraße 14 oder dem Neubau für Saturn im Europa-Center, ebenfalls an der Tauentzienstraße. Insbesondere der Tauentzien erfreut sich einer ungebrochen hohen Nachfrage, kann aber wegen der relativ überschaubaren Anzahl von Geschäftshäusern und Mieteinheiten diese Nachfrage nicht einmal ansatzweise befriedigen. Einige Marktteilnehmer sagen auch aus diesem Grunde der sich außerordentlich dynamisch entwickelnden Steglitzer Schloßstraße eine große Zukunft voraus - auch im Hinblick auf den geplanten Bau eines weiteren Einkaufszentrums der Multi-Development in Kooperation mit Karstadt auf dem heutigen Wertheim-Standort.

Eine erstaunliche Entwicklung hat die Friedrichstraße genommen, wo erstmalig seit Beginn der umfangreichen Investitionsmaßnahmen Anfang der 90er Jahre eine Vollvermietung im Einzelhandelsbereich zu konstatieren ist. Die Nachfrage nach Geschäftsflächen in dieser Lage ist außerordentlich hoch.

Der Kurfürstendamm im Abschnitt ab der Joachimstaler Straße hat sich als Lage für Niveau-Anbieter fest etabliert. Hier ist eine Reihe von Entwicklungen auf der Nordseite der Straße in der Realisierung, die der Lagequalität weiteren Auftrieb geben können.



Die jetzt schon wesentlich interessantere Südseite des Kurfürstendamms wird mit der Eröffnung eines Einkaufszentrums auf dem Grundstück des Kudamm-Karrés (20.000 m² Verkaufsfläche) weiter gestärkt werden.

Die dynamischste Entwicklung im Einzelhandelsbereich findet jedoch weniger in den bekanntesten Lagen Berlins statt, sondern rund um den Hackeschen Markt, der sich zu einem gefragten Standort für junge und trendige Bekleidungs- und Schuhgeschäfte entwickelt hat. Hier werden zwischenzeitlich Mieten von bis zu 80,00 € / m² verlangt und auch erzielt.

Mit großen Erwartungen ist der Bau des Einkaufszentrums ALEXA (Sonae Sierra AG / DEGEWO) mit rund 37.000 m² Verkaufsfläche am Alexanderplatz verknüpft. Durch die Fertigstellung dieses Projektes wird die alte Bedeutung des Alexanderplatzes wieder erlangt werden können. Hervorzuheben ist, dass mit der Sonae Sierra an diesem Standort ein Entwickler agiert, der Einkaufszentren realisiert, die sich vom Einheitsbrei der Shoppingcenter in Deutschland angenehm unterscheiden. Mit dem neuen Galeria Kaufhof an diesem Handelsplatz erster Güte ein außerordentlich starker Wurf gelungen, was sich in beachtlichen Zuwachsraten an Kunden und Umsatz widerspiegelt. Mit der Eröffnung eines C & A Kaufhauses am Alexanderplatz 1 sowie den weiteren Entwicklungen auf dem Platz (Deutsche Interhotel / Hines) wird der Alexanderplatz seine herausragende Stellung unter den etablierten Einkaufslagen Berlins wiedergewinnen.



Die Spitzenmieten von kleinteiligen Läden sind in den besten Berliner Handelslagen weiterhin stabil bis anwachsend. Das Mietenspektrum reicht von 85,00 €/m² in der Wilmersdorfer Straße und der Friedrichstraße, bis zu 95,00 €/m² in der Schloßstraße und am Alexanderplatz. An der Tauentzienstraße können 200,00 €/m² erreicht werden, im Bestabschnitt des Kurfürstendamms sind es immerhin noch 170,00 €/m².

Potsdam
Nachdem viele Jahre ausschließlich das in Potsdam gut etablierte ECE-Center Filialisten aller Branchen angezogen hat, hat sich das Bild nach der nun endlich erfolgten Eröffnung des neuen Karstadt Kaufhauses auf der Fußgängerzone Brandenburger Straße entscheidend verändert. Die Nachfrage nationaler und internationaler Filialisten nach Flächen in der Haupteinkaufslage Potsdams hat sich signifikant erhöht, kann aber durch die vorwiegend von barocken Stadtstrukturen geprägten kleinteiligen Flächen und durch die mit Denkmalsauflagen verbundene restriktive Genehmigungspolitik der Stadt nicht annähernd befriedigt werden. Viel Kaufkraft wird in das nahe gelegene Berlin abgezogen, dennoch sehen die Potsdamer Einzelhändler in der Top-Lage keinen Grund zur Klage, da zahlreiche Touristen die Einkaufslage bevölkern und gern das dortige Handelsangebot nutzen. Für kleinere Ladenlokale an der Brandenburger Straße müssen bei Neuabschlüssen bis zu 70 €/m² kalkuliert werden.