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Tengelmann stellt Ultimatum für Kaiser's-Übernahme

Mit einem ungewöhnlichen Ultimatum will die Tengelmann-Gruppe den Verkauf ihrer defizitären Tochter Kaiser's an Edeka [Edeka/Tengelmann: Gabriel stellt harte Bedingungen für Übernahme] beschleunigen: Die Mülheimer drohen mit der möglichen Zerschlagung der Supermarktkette, sollten sich Edeka und die Gewerkschaft Verdi nicht bis Monatsende auf verbindliche Verträge geeinigt haben. Diese sind Grundlage der ministeriellen Erlaubnis für die Übernahme. 15.00 Mitarbeiter wären von einem Platzen des Deals betroffen. Der erfolgsgewohnte Tengelmann-Konzern aber will die roten Kaiser's Zahlen zügig aus seiner Bilanz tilgen.

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Rechtssichere Arbeitsverträge für die Mitarbeiter, eine auf fünf Jahre festgeschriebene Verpflichtung zur Fortführung der einzelnen Märkte und eine dreijährige Garantie für das Fleischwerk Birkenhof - das sind die Auflagen, an die Bundeswirtschaftminister Sigmar Gabriel seine im März erteilte Erlaubnis zur Edeka-Kaiser's-Übernahme geknüpft hatte. Seither verhandeln die Hamburger Unternehmensgruppe und die Gewerkschaft ergebnislos. Tengelmann denkt nun laut über einen Ausstieg aus dem Kaufvertrag nach.

Während Vermieter vorsorglich Ladenflächen kündigen, monatlich rund 100 Mitarbeiter die Kaiser's-Filialen verlassen und der Umsatz der Supermarktkette sich im Sinkflug befindet, schreibt die Mutter ansonsten tiefschwarze Zahlen. Währungsbereinigt verbuchte der Konzern zum Abschluss des Geschäftsjahres einen Zuwachs um 4,5 Prozent auf 8,2 Milliarden Euro. Die Handelsaktivitäten rund um die Textilkette Kik, Obi und den Nahversorger Tedi konnten sämtlich zulegen. Auch beim Internet-Engagement beweisen die Mülheimer Gespür. Neben der Beteiligung an Zalando und dem eigenen Portal Babymarkt.de hält Tengelmann Anteile an 68 digitalen Start-ups, deren Umsatz im abgelaufenen Jahr um 40 Prozent auf 4,9 Milliarden Euro gestiegen ist.