Cookie Fehler:

Cookies sind in Ihrem Browser deaktiviert. Um alle Funktionen z.B. das Login nutzen zu können, müssen Cookies aktiv sein. Bitte aktivieren Sie Cookies in Ihrem Browser.

    Drucken Drucken  Diesen Artikel zu den Favoriten hinzufügen Favoriten

Stuttgart: Baubeginn für das Stadtarchiv im Industriedenkmal Bellingweg

Dr. Wolfgang Schuster

Mit einem Baggerbiss hat Oberbürgermeister Dr. Wolfgang Schuster heute im Bellingweg 21 in Bad Cannstatt den Bau des neuen Stadtarchivs begonnen. „Mit diesem Projekt setzten wir als städtischer Bauherr ein deutlich sichtbares Zeichen für die Entwicklung hier im Stadtteil Veielbrunnen in Bad Cannstatt“, so der Oberbürgermeister.

.

Das teilweise unter Denkmalschutz stehende Lagerhausensemble um das 1921 erbaute Kontor im Bellingweg 21 steht an der Nahtstelle zwischen dem Wohngebiet, in dem bereits seit 2003 mit Fördermitteln aus dem Landessanierungsprogramm die Verbesserung der Wohnqualität im Stadtteil vorangetrieben wird, und dem Gelände des ehemaligen Güterbahnhofs, für dessen weitere Entwicklung vor kurzem durch einen städtebaulichen Wettbewerb die Weichen gestellt wurden. Der ausgewählte Entwurf sieht eine Mischung aus Wohnen und Dienstleistung (Technologie-Park, Hotel) vor. Gleichzeitig arbeitet das Amt für Stadtplanung und Stadterneuerung an Modellprojekten, die die Bedeutung von Bildung und Niedrigenergiestandards als Standortfaktoren betonen.

Am meisten können sich die städtischen Archivare freuen. Erstmals erhalten sie funktionsgerechte Räume, um das historische Gedächtnis der Stadt zu bewahren. Auch die Depots des künftigen Stadtmuseums finden hier Platz. Mehr als 10 000 Quadratmeter Fläche werden in modernen Magazinen zur Verfügung stehen und zwar in unmittelbarer Nähe des Arbeitsplatzes. Bisher waren die Bestände in verschiedenen Gebäuden untergebracht, und es herrschte teils drangvolle Enge. Um das Gebäude für die Archivnutzung fit zu machen und auch den Energiebedarf so gering wie möglich zu halten, werden knapp 20 Millionen Euro investiert. Davon trägt das Land Baden-Württemberg 4,8 Millionen Euro als Fördermittel der Stadterneuerung im Rahmen des Landessanierungsprogramms bei.

Die fachgerechte Aufbewahrung des Archivguts benötigt eine gleichmäßige Raumtemperatur von 18 Grad Celsius mit geringen Abweichungen von bis zu 2 Grad plus oder minus. Bei Temperaturschwankungen zwischen Tag und Nacht muss nachts geheizt und anschließend tagsüber gekühlt werden. Die Wahl des Energiekonzepts wurde deshalb besonders sorgfältig erwogen und eine innovative und wartungsarme Lösung gewählt. Eine direkt mit Gas befeuerte Absorptionswärmepumpe kombiniert mit einem 400 Kubikmeter großen unterirdischen Eisspeicher spart gegenüber einem Gaskessel mit konventioneller Kältemaschine rund 55 Tonnen Kohlendioxid jährlich.

Die umfangreichen Sanierungs- und Umbauarbeiten werden voraussichtlich bis Sommer 2010 dauern.