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Studie: Thüringens größte Unternehmen

Volkswirtschaften sind keine anonymen Gebilde, sondern bestehen aus greifbaren Akteuren vor Ort. Deshalb steht die Unternehmenslandschaft Thüringens im Mittelpunkt der neusten Studie der Landesbank Hessen-Thüringen und Landesentwicklungsgesellschaft (LEG) Thüringen. Die Rangliste der 100 größten Unternehmen in Thüringen wird zum dritten Mal veröffentlicht.

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Die ersten Plätze des Rankings belegen der Edeka-Konzern mit 5.400 Thüringer Mitarbeitern, die Deutsche Bahn AG (4.500 Mitarbeiter) und die Deutsche Post AG (4.300 Mitarbeiter). Es folgen Randstad Deutschland (4.200 Mitarbeiter) und die Bosch-Gruppe (4.050 Mitarbeiter). Dabei konzentrieren sich die Beschäftigten deutlich auf die zehn größten Unternehmen: Rund 37 Prozent der im Ranking erfassten Arbeitnehmer sind dort beschäftigt.

Insgesamt arbeiten bei den 100 größten Unternehmen im Freistaat 98.400 Beschäftigte. Das sind rund 14.000 Arbeitnehmer mehr als 2005, dem Basisjahr der letzten Rangliste. „Dass die durchschnittliche Mitarbeiterzahl in den großen Unternehmen Thüringens gestiegen ist, bewerte ich sehr positiv“, erklärt Dr. Gertrud R. Traud, Chefvolkswirtin der Helaba Landesbank Hessen-Thüringen bei der Präsentation in Erfurt. Grundsätzlich ist die Unternehmensstruktur Thüringens stark mittelständisch geprägt. Dies kommt auch im Ranking zum Ausdruck. So zählen 35 Firmen aus der Rangliste der 100 größten Unternehmen Thüringens zum Mittelstand.

Zentrale Ansiedlungsregion für die 100 größten Unternehmen in Thüringen ist die Städtekette von Eisenach über Erfurt bis nach Gera. Rund 70 Prozent haben ihren Hauptstandort in der Region entlang der Autobahn A4. Diese hohe Konzentration geht noch über die wirtschaftliche Gravitation der Städtekette hinaus. Dort wird nämlich 52 Prozent des Thüringer Bruttoinlandsproduktes produziert, wobei der Bevölkerungsanteil 47 Prozent beträgt.

Die Rangliste der 100 größten Unternehmen gibt einen guten Überblick der aktuellen Taktgeber in Thüringen. Doch wie sieht es in Zukunft aus? „Stark am Markt“ können sowohl größere als auch kleinere Unternehmen sein. So werden 15 Unternehmen aus der Rangliste in der gleichnamigen Initiative der LEG Thüringen genannt. Die dort identifizierten Markt- und Technologieführer sind aber in der Mehrzahl kleinere Firmen aus Thüringen. Gerade deshalb ist es wichtig, diesen Akteuren eine Plattform zu bieten, so dass ihr Bekanntheitsgrad auch als potenzielle Arbeitgeber für Schul- und Universitätsabgänger steigt. Fast noch wichtiger ist aber der Vorbildcharakter. Traud: „Kleine, aber feine Start-up-Firmen zeigen, dass gute Ideen zu erfolgreichen Unternehmensgründungen führen können. Und wenn davon noch mehr den Sprung in die Rangliste der 100 größten Unternehmen in Thüringen schaffen – umso besser!“

Die konjunkturellen Aussichten stehen weltweit unter dem Einfluss von strukturellen Problemen. So erfordert die Staatsschuldenkrise in etlichen Ländern strenge Sparmaßnahmen. Dies belastet die Nachfrage nach Gütern und Dienstleistungen „Made in Germany“. Für das kommende Jahr zeichnet sich damit ein deutlich niedrigeres Wirtschaftswachstum als 2011 ab. „Die Wachstumsrate in Deutschland wird sich von rund 3 Prozent auf knapp 2 Prozent abschwächen. Diesem Trend wird sich Thüringen nicht entziehen können. Allerdings dürfte die Beschäftigungsschwelle, ab der Wachstum zu zusätzlichen Arbeitsplätzen führt, wieder überschritten werden.“, so Traud.

Kriterium für die erstellte Rangliste der 100 größten Unternehmen ist die Anzahl der Beschäftigten an Thüringer Standorten. Die Unternehmensbefragung erstreckte sich über den Zeitraum April bis Juli 2011. Als Basis diente bei den meisten Firmen daher das Jahr 2010 als letztes abgeschlossenes Geschäftsjahr.