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Studie: Bedeutung des Erbbaurechts in Deutschland unterschätzt

In einer heute vorgestellten Studie geben 91 % der teilnehmenden Städte und Gemeinden in Deutschland ab 25.000 Einwohnern an, Erbbaurechtsgrundstücke zu besitzen. Im Durchschnitt beträgt deren Größe knapp 800.000 m². Immerhin 15 Städte berichten sogar, mit der Überlassung der Grundstücke jährlich mehr als eine Million Euro Erbauzinsen zu erzielen. Angeschrieben für die Studie wurden zwischen Mai und August 2008 alle 508 Städte und Gemeinden in Deutschland ab 25.000 Einwohnern, 126 davon füllten den Fragebogen aus. Da parallel auch 20 zentrale Verwaltungsstellen der evangelischen und katholischen Kirche an der Befragung teilnahmen, lässt sich durch Hochrechnung ein Bestand an Erbbaurechtsgrundstücken in Deutschland in Höhe von rund 5 % der Wohnbaufläche errechnen.

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"Mit dieser Umfrage wollen wir neue Erkenntnisse hinsichtlich der Verbreitung und den Chancen des Erbbaurechts in Deutschland liefern", sagt Thomas Licher, Sprecher der Initiative Erbbaurecht. Vorgestellt wurden die Daten erstmals auf der Veranstaltung "Renaissance des Erbbaurechts in Deutschland" des vhw - Bundesverband für Wohnen und Stadtentwicklung e.V. in Hamburg.

Zu 60 % sind demnach die Erbbaugrundstücke der an der Befragung teilnehmenden Kommunen mit Wohnhäusern bebaut. Der jährlich hierfür zu zahlende Erbbauzins des Grundstücks-Nutzers ("Erbbaurechts-Nehmer") an die Kommune beträgt im Schnitt 3,6 % des Grundstückswerts und die Vertragslaufzeit liegt bei fast durchweg 99 Jahren. Für Nicht-Wohnzwecke, also etwa eine gewerbliche Bebauung, verlangen die Kommunen mit durchschnittlich 5,1 % einen deutlich höheren Erbbauzins und die Vertragslaufzeiten sind im Schnitt kürzer.

"Als Finanzierungsalternative für Wohn- und Gewerbebauten kann das Erbbaurecht noch weiter an Bedeutung gewinnen, weil 85 % aller Städte und Gemeinden in der Umfrage angeben, zur Ausgabe neuer Erbbaurechte bereit zu sein", berichtet Licher. So ersparen sich Erbbaurechts-Nehmer die Finanzierung des Grundstücksanteils gegenüber dem konventionellen Immobilienkauf. "Gerade angesichts verknappter Kreditvergaben kann dies eine wertvolle Hilfe sein - für ein Eigenheim ebenso wie für Firmengebäude", so Licher.

Beim Erbbaurecht überlässt der Eigentümer eines Grundstücks ("Erbbaurechts-Geber") das Nutzungsrecht daran dem Erbbaurechts-Nehmer gegen Zahlung eines Erbbauzinses. Die Vertragslaufzeit beträgt zumeist 99 Jahre und Erbbaurechtsverträge sind prinzipiell verlängerungsfähig.