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Streetart-Duo Herakut stellt Berliner Mural fertig

„Wenn ich wüsste, dass die Welt morgen untergeht, würde ich heute einen Apfelbaum pflanzen.“ Dieses Zitat Martin Luthers ist die Kernbotschaft des neuen Murals in Prenzlauer Berg, das sich seit einigen Tagen weit sichtbar über den Dächern der Greifswalder Straße erhebt. Gestaltet wurde die Brandwand der Heinrich-Böll-Bibliothek von Herakut, ein international erfolgreiches Street-Art-Duo. Eingeladen hat sie Yasha Young, Leiterin Urban Nation, im Rahmen des Projekts One Wall. Hinter Urban Nation steht die Stiftung Berliner Leben.

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Seit einem Jahrzehnt widmet sich das deutsche Künstlerduo bestehend aus Jasmin Siddiqui (34), alias Hera, und Falk Lehmann (37), alias Akut, der freien Gestaltung von Hausfassaden weltweit. Bei der Wahl ihrer Projekte steht der soziale Aspekt im Vordergrund. In ihrem sehr emotionalen Stil realisierten sie an dem Gewobag-Gebäude ein Motiv, das für Humanität und Hoffnung steht. An der Entstehung des Murals waren zudem Menschen aus aller Welt beteiligt: Die 90.000 Facebook-Follower von Herakut übersetzten das Luther-Zitat innerhalb kürzester Zeit in zahlreiche Sprachen. Die russischen, ukrainischen, türkischen, arabischen, hebräischen und viele weiteren Übersetzungen schmücken das Kleid der jungen Frau auf der Wand und sprechen so auch direkt die vielen Nationalitäten an, die die Greifswalder Straße passieren.

Ausstellung: Urban Art die berührt
Ab Ende der Woche präsentiert Urban Nation außerdem zahlreiche Herakut-Werke in der Schöneberger Bülowstraße 97. Unter dem Titel „Displaced Thoughts“ berichten Herakut auf verschiedenen Medien, auf Leinwänden, Zeichnungen, Fotos, in Videos und Texten, von ihren direkten Begegnungen mit Menschen einer völlig anderen und meist desolaten Lebenssituation: den so genannten „Displaced People“ – Vertriebene. Das sind z. B. die syrischen Flüchtlinge, die seit Jahren in Zelten in der Wüste ausharren. Oder Kinder aus Afghanistan, deren Familien sich auf eine Odyssee Richtung Europa gewagt haben.

Dies ist nicht das einzige Steet-Art-Kunstwerk, das seit kurzem einem Gebäude in der Hauptstadt einen besonderen Wiedererkennungswert verleiht. In Berlin-Tempelhof ziert die Fassade des Ikea ein überdimensionales Kunstwerk der Digitalagentur Razorfish. In vier Tagen gestaltete der polnische Street Artist M-City die rund 600 m² große Fassade des blau-gelben Möbelhauses um. Im Gegensatz zum Herakut-Werk ist das Ziel der Kampagne allerdings lediglich die Absatzförderung von Ikeas neuer Poster-Kollektion.