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Städte-Report Bremen

Das auf den Einzelhandel konzentrierte Maklerunternehmen Comfort Hamburg vergleicht die Leistungsfähigkeit der Bremer Innenstadt mit Dortmund, Hannover, Nürnberg oder Stuttgart. Dabei ist festzustellen, dass mit der Söge- und der Obernstraße die 1A-Lage der Bremer Innenstadt im Verhältnis zu diesen anderen Städten eine ungenügende Ausstrahlungskraft hat.

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Die 1A-Lage ist zu kurz, so dass die Ansiedlungsbereitschaft namhafter Filialisten dadurch sehr eingeschränkt ist, und somit innerstädtische Standorte für bestimmte Flächenformate in Bremen einfach nicht vorhanden sind.

Bei der Betrachtung der einzelhandelsrelevanten Kennziffern im Vergleich zu diesen Standorten fällt auf, dass Bremen nur durchschnittliche Werte vorweisen kann. So verfügt die Stadt beispielsweise nur über eine relativ niedrige Zentralität von 125,5 (Quelle: GfK Prisma 2006).

In der Innenstadt sind insbesondere von privater Seite sicher hinreichend neue Investitionen angestoßen worden, die hilfreich waren, die Position gegenüber dem Shopping-Center Weserpark zu halten. Der Flächenbestand, so Günter Rudloff, Geschäftsführer Comfort Hamburg, stagniert jedoch seit mehr als einem Jahrzehnt. Ein Flächenanteil der einzelhandelsrelevanten Verkaufsfläche von 15,1% für die Innenstadt, die genannten Vergleichsstädte haben einen innerstädtischen Flächenanteil von 22,4% bis 37,7% (Quelle: GfK Prisma 2006), macht deutlich, dass der Bedeutungsverlust der Innenstadt in den letzten Jahren nur ungenügend stabilisiert wurde.

Lediglich die Obernstraße hat durch den Peek&Cloppenburg Neubau, die neue Thalia Buchhandlung sowie die Anmietung des Brinkmann Kaufhauses durch die Görgens-Gruppe, die an diesem Standort die Kombination ihrer Modekonzepte „Kult“ und „Planet“ betreibt, an Attraktivität hinzu gewonnen. Im Eingangsbereich der Hutfilternstraße wurde durch die Anmietung des Geschenkartikelanbieters „Das Depot“ ein neuer Akzent gesetzt, der die Flächen von Salamander übernommen hat. Das brachliegende Flächenpotential im weiteren Verlauf der Hutfilternstraße konnte sich jedoch bisher nicht weiterentwickeln; dass auch noch das traditionelle Textilkaufhaus Leffers Mitte des Jahres Am Brill seine Tore geschlossen hat, trägt sicher in diesem Quartier zu keiner Standortdynamik bei. Alle hoffen nun, dass das neue Projekt „Brillissimo“ an dieser Stelle neue Akzente setzt.

In der Sögestraße hat der Filialisierungsgrad durch die Anmietung der Mobilfunkanbieter E-Plus und T-Punkt weiter zugenommen. Individuelle Fachgeschäfte und regionale Anbieter weichen eher in die Passagen aus, welche die Bremer Innenstadt zu bieten hat.

Grundsätzlich beherrscht ein altes Thema neuerdings wieder das öffentliche Interesse, zu Recht meint Günter Rudloff von der Comfort Hamburg. Der Space-Park, der bis dato Gesamtinvestitionen von ca. 600 Mio. Euro verschlungen hat, steht wieder zur Disposition. Hat sich bis heute für die rund 40.000 m² Handelsfläche partout kein großer Ankernutzer gefunden und scheiterten letztendlich die Verhandlungen mit verschiedenen Investoren, will nun die LNC Property Group bis zum Jahresende ein Konzept für die als Freizeit- und Einkaufszentrum konzipierte Investitionsruine vorlegen. Die Nutzung sieht vor allem Handel ergänzt durch Casino, Hotel und Kongresszentrum vor. In Fachkreisen wird von einem Kaufpreis in Höhe von jetzt nur noch 50 Mio. Euro gesprochen.

Der innerstädtische Handel und auch die Eigentümer der innerstädtischen Geschäftshäuser sollten jedoch davon ausgehen, dass auf jeden Fall alles versucht werden wird, diese Flächen einzelhandelsorientiert zu beleben. Nach Kenntnis der aktuellen Pläne wird die Einzelhandelsfläche wohl ausgeweitet werden. Dabei ist davon auszugehen, dass kleinere Flächeneinheiten ergänzt werden, die als Wettbewerb zum innerstädtischen Einzelhandel gesehen werden müssen. Berücksichtigt man den niedrigen Kaufpreis, so befürchtet die Comfort Hamburg, dass die Mietansätze kalkulatorisch weit unter denen der Innenstadt liegen. Bei Erfolg dieses Projektes erwächst der Innenstadt zusätzlich zu der bereits etablierten an der Peripherie von Bremen weitere starke Konkurrenz. Die ohnehin niedrige Zentralität könnte drastisch sinken und die Mieten und Kaufpreise in der Söge- und der Obernstraße entsprechend nachgeben.