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Staat als Heuschrecke

Vor dem Hintergrund der vom Bundeskabinett beschlossenen Eckpunkte für eine Unternehmensteuerreform warnte Rudolf Ridinger, Vorstandssprecher des Verbandes der Südwestdeutschen Wohnungswirtschaft (VdW südwest) in Frankfurt, vor den Konsequenzen für die Immobilienwirtschaft. Der Staat würde damit selbst zu einer der vielgescholtenen „Heuschrecken“, wenn er Finanzierungskosten in die Besteuerung von Gewinnen mit einbezöge, sagte Ridinger. „Die Konsequenz wäre eine ‚Heuschreckenplage’ bislang unbekannten Ausmaßes“, so Ridinger weiter.

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In der Wohnungswirtschaft sei bei Investitionen ein Fremdfinanzierungsanteil von 80 Prozent gängig, erläuterte Ridinger. Durch eine Besteuerung der Fremdfinanzierungskosten mit einem Steuersatz von 30 Prozent würden etwa bei einem Zinssatz von 4 Prozent die Kosten der Fremdfinanzierung um 1,2 Prozent auf über 5 Prozent steigen. Dadurch würden auch die zur Refinanzierung der Investitionen notwendigen Mieterhöhungen um mehr als ein Viertel höher ausfallen als bisher. „Dies ist weder für die Mieter zumutbar, noch auf den Wohnungsmärkten durchzusetzen“, warnte Ridinger. Aufgrund der hohen Fremdfinanzierungsanteile in der Immobilienwirtschaft würden damit viele Unternehmen in die Verlustzone „nach Steuern“ getrieben.

Die neuen Steuerpläne stünden überdies im krassen Gegensatz nicht nur zu den aktuellen Investitionserfordernissen sondern auch zur bisherigen Förderpolitik, betonte Rudolf Ridinger. Aufgrund der Altersstruktur der Wohnungsbestände befänden sich die Investitionen der westdeutschen Wohnungswirtschaft in einem Modernisierungszyklus. Aufgrund steigender Energiekosten sei zudem die energetische Sanierung eine zunehmend bedeutsame Herausforderung. Die Förderpolitik stütze diesen Prozess bisher durch zinsgünstige Förderkredite. „Noch widersprüchlicher könnte vor diesem Hintergrund die Steuerpolitik nicht gestaltet sein“, sagte Ridinger. „In der Wohnungswirtschaft mussten wir schon einige Widersprüche hinnehmen, aber das wäre nun der absolute Höhepunkt.“