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Top-Deal

Spreemetropole: Axel Springer streicht sich 755 Mio. Euro ein

Entwurf von OMA (Rem Koolhaas)

Der Axel Springer-Verlag hat die Gunst der Stunde genutzt, um ihre Immobilien im traditionsreichen Berliner Zeitungsviertel, den vom Stararchitekten Rem Koolhaas entworfenen Axel-Springer-Neubau sowie die in 2004 eröffnete Axel-Springer-Passage, zu verkaufen. Und das angesichts der Marktsituation für einen Gesamtkaufpreis von stolzen 755 Mio. Euro. Ursprünglich hatte das Medienhaus im vergangenen Jahr lediglich mit einem Erlös von rund 500 Mio. Euro gerechnet. Im Laufe des Bieterverfahrens zeichneten sich dann laut Finanzchef Julian Deutz aber durch die hohe Nachfrage sehr schnell die Möglichkeiten ab [wir berichteten], vor allem im Rahmen zweier Einzeltransaktionen. „Der erzielte Verkaufspreis liegt deutlich über unseren ursprünglichen Erwartungen. Die zusätzliche Liquidität können wir für künftige digitale Wachstumsinitiativen einsetzen. Der Axel-Springer-Neubau ist für uns wichtig, um den kulturellen Wandel des Unternehmens zu vertiefen. Ob wir das Gebäude besitzen oder mieten, ist dabei unerheblich“, erklärte Deutz anläßlich des Verkaufs. Der sich im Bau befindliche Axel-Springer-Neubau geht an den norwegischen Staatsfonds Norges Bank Real Estate Management, während die Axel-Springer-Passage an Blackstone und Quincap Investment Partners geht.

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Blackstone
Axel Springer
Berlin

Großvolumige Investments in der Spreemetropole sind international stark gefragt. Derzeit wird der Investmentmarkt von einer Vielzahl größerer Transaktionen im dreistelligen Millionenbereich gepuscht. Mit den beiden jüngsten Springer-Transaktionen könnte das Transaktionsvolumen bis Ende 2017 auf bis zu 7 Milliarden Euro ansteigen, was den Vorjahresumsatz von rund 5 Milliarden Euro deutlich toppen würde [wir berichteten]. Laut JLL war auch dieses Bieterverfahren von der ersten Minute an hochkarätig besetzt. „Die Einmaligkeit des Angebots, gepaart mit einer expandierenden Konjunktur, einem weiter äußerst attraktiven monetären Umfeld und eine hohe Liquidität bei den Anlegern hat dazu geführt, dass ein deutlich höherer Preis als erwartet erzielt werden konnte“, so Marcus Lütgering, Head of Office Investment JLL Germany. Ob der Berliner Investmentmarkt zum Ende des Jahres eventuell auch das Volumen der bisherigen Rekordmarke aus dem Jahr 2015 (8,3 Mrd. Euro) knackt, sehen die meisten Branchenplayer aufgrund der Produktknappheit - vor allem in der stark gefragten Assetklasse Büro - eher kritisch. Ein vielversprechender Auftakt ins zweite Halbjahr ist der Springer-Deal aber allemal.

Norges investiert 425 Mio. Euro
Der vom Stararchitekten Rem Koolhaas entworfene und im vergangenen Jahr begonnene Axel-Springer-Neubau in der Axel-Springer-Straße und Zimmerstraße geht für 425 Mio. Euro an den norwegischen Staatsfonds Norges Bank Real Estate Management. Der Kaufvertrag tritt in Kraft sobald der Neubau weitgehend fertiggestellt ist. Der in auffälliger Kubusform mit einer Fassade aus getönten Glasflächen sowie Bauelementen in 3D-Optik geplante Büroneubau mit 52.000 m² Fläche soll zukünftig bis zu 3.500 Mitarbeiter beherbergen. Der 13-geschossige Gebäudekomplex wird langfristig von Axel Springer zurückgemietet.

Blackstone und Quincap zahlen 330 Mio. Euro
In unmittelbarer Nähe des Neubaus liegt die achtgeschossige Axel-Springer-Passage, 2004 mit einer Gesamtfläche von knapp 53.000 m² errichtet, die sich Blackstone Real Estate Partners Europe V und Quincap Investment Partners sicherte. Der überwiegende Teil darin sind Büroflächen (46.000 m²), flankiert von Einzelhandel und Gastronomie (7.000 m²). Ein entsprechender Kaufvertrag für das zehngeschossige Gebäude wurde am 05. Juli 2017 unterzeichnet und wird mit Kaufpreiszahlung und Übergabe des Gebäudes Ende 2017 vollzogen. „Wir freuen uns über eine weitere Investition in Berlin. Die Axel Springer Passage wird ein zentraler Bestandteil unseres deutschen Büroportfolios sein, das auf erstklassige Objekte in den besten Lagen von Deutschlands Großstädten ausgelegt ist“, so Anthony Myers, Head of European Real Estate bei Blackstone.

Axel Springer wird auch nach Verkauf der Immobilie den wesentlichen Teil der Gesamtfläche bis Ende 2020 nutzen. OfficeFirst wird als deutsche Asset Management Plattform von Blackstone das Management des Objekts übernehmen.