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Sozialwohnungen in Bayern bald Mangelware

Mitgliedsunternehmen im VdW Bayern (Verband bayerischer Wohnungsunternehmen) haben 2006 1,08 Milliarden Euro (-3,6 %) investiert, teilt der Verband anlässlich seiner Jahrespressekonferenz mit. Einen Rückgang gab es vor allem bei Neubau (330 Mio.; -5,3%) und Instandhaltungen (406 Mio.; -5,5%). Mit 353 Mio. Euro (+0,6%) konnte das Niveau bei den Wohnungsmodernisierungen gehalten werden. Insgesamt wurden 2.309 Wohnungen (-9,8%) gebaut. Eine drastische Abnahme hat es bei der Zahl der Sozialwohnungen gegeben. Ihr Bestand ist im vergangenen Jahr um 8.867 auf 142.212 Wohnungen gesunken (-5,9%). Fertig gestellt wurden nur 1.049 Sozialwohnungen (-10,5%).

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1995 hatten die VdW Bayern-Mitglieder noch einen Bestand von 240.000 öffentlich geförderten Wohnungen. „Bis 2011 werden weitere 60.000 Sozialwohnungen aus der Bindung fallen“, berichtet Verbandsdirektor Xaver Kroner.

Bezahlbarer Wohnraum muss gesichert werden
Problematisch werde die Situation, wenn Finanzinvestoren auch in Bayern kommunale Wohnungsunternehmen mit ihren vielen ehemaligen Sozialwohnungen aufkauften. Die Investoren hätten wegen des stetigen Mietzuwachses und der starken Kaufkraft momentan besonders Süddeutschland im Fokus. Angesichts des Mangels an bezahlbarem Wohnraum in Städten wie Nürnberg, Regensburg oder München warnt Kroner vor einem Verkauf: „Gerade Alleinerziehende, junge Familien und Senioren mit kleiner Rente, die sich auf dem freien Wohnungsmarkt nicht versorgen können, profitieren von den günstigen Mieten.“ Darüber hinaus seien kommunale Wohnungsunternehmen unverzichtbare Partner bei der Stadtentwicklung.

Investitionskraft der Wohnungsunternehmen bewahren
Das seit Wochen andauernde Hin und Her bei der geplanten Unternehmenssteuerreform verunsichere die ganze Branche. Die Zinsschranke sei zwar modifiziert worden, belaste die Wohnungswirtschaft aber immer noch unangemessen. Eine von den Bundesländern geforderte Sondersteuer für ehemals gemeinnützige Wohnungsunternehmen würde die sozial orientierten Wohnungsunternehmen bundesweit sechs Milliarden Euro und allein in Bayern eine Milliarde Euro kosten. Steigende Mieten und Verkäufe von Beständen wären die Folge. An Bundesrat und Bundestag appelliert Kroner, die verpflichtende Sondersteuer weder im Rahmen der Unternehmenssteuerreform noch bei anderen Gesetzesvorhaben zu beschließen.