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Schatten über Südeuropa

Die erneut eskalierende Schuldenkrise wie auch die wachsenden Sorgen über die Stabilität der weltwirtschaftlichen Entwicklung führen in Euroland zu einer Eintrübung der Stimmungsindikatoren. Im zweiten und dritten Quartal ist mit einer Schrumpfung des BIP zu rechnen. Dies geht aus dem aktuellen Deka Immobilien Monitor hervor. Für Italien und Spanien, zwei der vier größten EWU-Länder, rechnen die Analysten mit einer länger anhaltenden Rezession. Die wirtschaftliche Dynamik in den USA konnte bisher nicht an frühere Aufschwünge anknüpfen. Erfreulich ist jedoch, dass die strukturellen Probleme im Immobilien- und Bankensektor weiter abnehmen. Vor dem Hintergrund der Unsicherheit im globalen Finanzsystem haben die exportorientierten Volkswirtschaften Asiens noch nicht zu ihrem Trendwachstum zurückgefunden. Eine positive Nebenerscheinung ist der deutlich gesunkene Inflationsdruck. In Japan halten Nachholeffekte, die im Zuge der Naturkatastrophe im März 2011 entstanden sind, das gesamtwirtschaftliche Wachstum hoch. Für die Weltwirtschaft prognostiziert die Deka für dieses und nächstes Jahr ein Wachstum von 3,3 bzw. 3,8%.

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Investmentmärkte
In Europa werden innerhalb der Währungsunion vor allem die deutschen Märkte sowie außerhalb der EWU die Standorte, die durch hohe Liquidität (London) oder wirtschaftliche Stärke (Skandinavien) risikoärmer erscheinen, im Fokus der Investoren stehen. Hier dürften die Spitzenrenditen noch für längere Zeit auf niedrigem Niveau verharren. Dagegen sollten die Märkte der südlichen Peripherie der Eurozone sowie einige Märkte Osteuropas ausgeprägte Anstiege erfahren. Die Angst vor einer weiteren Eskalation der Eurokrise, zumindest der Mangel an Alternativen sollte Kapital in die USA locken. Das limitierte Angebot hält die Preise dort auf hohem Niveau, die Renditen im Spitzensegment dürften nach Einschätzung der Experten stagnieren bzw. vereinzelt noch leicht nachgeben.

Büromietmärkte
An vielen europäischen Standorten sollten die Mieten in den nächsten zwei bis drei Jahren weitgehend stagnieren, wobei für einige Märkte leichte Rückgänge nicht auszuschließen sind. Weiterhin zu den Gewinnern dürften die deutschen Märkte gehören. Deutliche Einbußen sind in Italien, Portugal und Spanien zu erwarten. In den USA sollte sich das Mietwachstum in diesem Jahr bei den Technologie-Standorten durchsetzen, weniger IT-abhängige Standorte werden zunehmend im nächsten Jahr profitieren. In Kanada bietet Calgary die besten Mietwachstumsperspektiven. In Asien dürften die Mieten in Hongkong und Singapur weiter unter Druck stehen und in Tokio stagnieren. In den australischen Standorten Melbourne, Perth und Brisbane rechnen die Analysten noch mit Mietanstiegen im weiteren Jahresverlauf, während das Potenzial in Sydney aufgrund der stärkeren Finanzmarkt-Ausrichtung begrenzt ist.

Ertragsperspektiven
Für den gesamten Prognosezeitraum der nächsten fünf Jahre ergibt sich im Mittel über die 25 betrachteten europäischen Büromärkte ein Gesamtertrag von gut 3% pro Jahr. Dabei befinden sich neben den deutschen Märkten die beiden Londoner Standorte sowie Luxemburg, Warschau und Lyon in der oberen Hälfte der Rangliste. Die geringsten Ertragsaussichten weisen mit Madrid, Lissabon, Mailand und Barcelona die Märkte der Länder auf, die im Zentrum der europäischen Schuldenkrise stehen. In den USA prognostiziert die Deka 2012 bis 2016 für San Francisco, Seattle und Miami die höchsten jährlichen Gesamterträge, in der Verlustzone liegen Washington D.C. und Downtown Manhattan.

Prognoserevisionen
Im Vergleich zum März-Update haben die Deka-Analysten ihre Prognose für das BIP-Wachstum 2012 für Deutschland leicht erhöht und für Italien erneut gesenkt. An den deutschen Büromärkten wird ihrer Meinung nach für das laufende Jahr ein deutlich stärkeres Mietwachstum erwartet und in Deutschland, Skandinavien und London sollten die Renditeanstiege in den nächsten Jahren geringer als bisher erwartet ausfallen. Für die USA wurden indes die Mietprognosen für 2012 angehoben und die Cap Rate-Anstiege bis 2014 erheblich reduziert. Daraus ergeben sich insbesondere für 2012 deutlich höhere Gesamterträge.