Cookie Fehler:

Cookies sind in Ihrem Browser deaktiviert. Um alle Funktionen z.B. das Login nutzen zu können, müssen Cookies aktiv sein. Bitte aktivieren Sie Cookies in Ihrem Browser.

    Drucken Drucken  Diesen Artikel zu den Favoriten hinzufügen Favoriten

Region Ost: Berlin hat weiterhin die Nase vorn

Berlin bleibt unangefochten der wichtigste Einzelhandelsstandort der Region Ost und war im ersten Halbjahr 2006 wie bereits 2005 der umsatzstärkste Retail-Investmentmarkt in Deutschland. Dies ergibt der “Retail Market Report” zur Entwicklung deutscher Einzelhandelsstandorte in den vergangenen zwölf Monaten, den Atisreal Deutschland, bundesweit führender Berater für Gewerbeimmobilien, Ende Oktober veröffentlichen wird.

.

In die innerstädtischen Zentren City West (mit Kurfürstendamm und Tauentzienstraße) und City Ost (mit den drei kleineren, nicht verbundenen Einzelhandelsstandorten Friedrichstraße, Potsdamer Platz und Alexanderplatz) kommt erneut Bewegung. Der Alexanderplatz (Höchstmiete für den idealtypischen 100-Quadratmeter-Standardshop: derzeit 95 Euro/m²) holt momentan eine Entwicklung nach, die optimistischere Beobachter schon in den neunziger Jahren erwartet hatten: Im Mai wurde der erweiterte Kaufhof wieder eröffnet (35.000 m² Verkaufsfläche), und Anfang September zog C&A in das direkt benachbarte, komplett sanierte Berolinahaus. Als Großereignis wird für Herbst 2007 die Eröffnung des Shoppingcenters Alexa an der Alexanderstraße erwartet (54.000 m²), unter anderem mit Saturn als Ankermieter. Als lokalen Themenbezug hat der portugiesische Investor und Betreiber Sonae Sierra die Goldenen Zwanzigerjahre gewählt. Die Aktivitäten rund um den Alexanderplatz haben die amerikanische Hines-Gruppe nach längerem Abwarten dazu veranlasst, hier ab Frühjahr 2007 mit dem Bau eines Geschäftshauses zu beginnen, dem ersten Neubau vor Ort seit 1990 (rund 21.000 m² Mietfläche, Fertigstellung: Frühjahr 2009).

Vergleichbar große Verkaufsflächenzuwächse sind in der City West (Höchstmiete: 205 Euro auf der frequenzstärkeren Seite der Tauentzienstraße) kaum zu erwarten. Hier setzt man auf attraktivitätssteigernde und die Lage aufwertende Maßnahmen, sowohl mit neuen Mietern als auch mit Neu- bzw. Umbauten. Die Monolabel-Stores von Zegna und Chopard zogen in die Luxuslage des mittleren Kurfürstendamms (Höchstmiete 100 Euro), während die Textilfilialisten Castro und Appelrath-Cüpper (im neu errichteten Stiller-Haus) sowie ab Oktober auch Hallhuber die konsumorientierte Tauentzien-Atmosphäre bevorzugen. Am Kurfürstendamm 26 a/Ecke Fasanenstraße ließ sich bereits der Spezialist für Premium-Unterhaltungselektronik Loewe Opta nieder, im Februar 2007 folgen More & More, Starbucks Coffee und der mallorquinische Schuhfilialist Camper. Mit Saturn (12.000 m²) im umgebauten Europa-Center setzt die City West im Sommer 2007 ein weiteres Highlight.

Spannend bleibt die Frage, was mit dem Kudamm-Karrée passieren wird – nach dem Auszug von MakroMarkt soll auf jeden Fall mehr als Flächenkosmetik betrieben werden, um die Immobilie aufzuwerten. Auch bei der ehemaligen Gloria Galerie (Kurfürstendamm 12–15) ist nach dem Verkauf an einen Fonds des britischen Immobilieninvestors Dawnay, Day (für 85 Mio. Euro) zu erwarten, dass nach Optimierungspotenzialen Ausschau gehalten wird. Die ehemalige Filmbühne Wien (Kurfürstendamm 26), deren sehr individuell geschnittene 6.000 m² seit dem Umbau vor einigen Jahren leer stehen, wurde an ein englisch-irisches Investorenkonsortium verkauft (für 36 Mio. Euro). Hier soll ein kleines Warenhaus im Stil der Galeries Lafayette entstehen.

Mieten und Kaufpreise weiter im Aufwärtstrend
“Die anhaltende Nachfrage der Einzelhändler nach gut frequentierten Ladenflächen und die immer intensivere Suche der Investoren nach interessanten Retail-Objekten übersteigt in Berlin und zum Teil auch in Städten wie Leipzig oder Potsdam das jeweilige Angebot”, betont Christoph Meyer, Mitglied der Geschäftsleitung von Atisreal und Bereichsleiter Retail Services. So reflektieren Mietzuwächse von über 13 Prozent (von 75 auf 85 Euro) am Hackeschen Markt in Berlins City Ost das überragende Interesse nationaler und internationaler Modemarken an diesem jugend- und touristenorientierten Standort. Seine gewachsene städtebauliche Struktur macht einerseits den Reiz der Lage aus, sie limitiert aber andererseits stark das Flächenangebot. So sind Ausreißer nach oben bei den Mieten wie bei den Kaufpreismultiplikatoren jederzeit möglich.

Die Städte der Region Ost legten bei den Vervielfältigern überwiegend um 1 bis 1,5 Jahresmieten zu, Berlin zum Beispiel vom 20-fachen auf das 21,5-fache als durchschnittliche obere Bandbreite, Leipzig vom 15-fachen auf das 16,5-fache (bei einer stabilen Höchstmiete von 105 Euro). Für besonders interessante Top-Cityimmobilien wurde in einigen Fällen auch deutlich mehr gezahlt.