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Regensburg erholt sich von den Folgen der Regensburg-Arcaden

Regensburg bietet den größten zusammenhängenden Bestand an romanischer und gotischer Architektur nördlich der Alpen und war das bedeutendste Zentrum mittelalterlicher Baukultur in Süddeutschland. Nachdem die Industrialisierung des 19. Jahrhunderts relativ spurlos an der ca. 2000 Jahre alten Stadt Regensburg vorübergegangen war, hat sie auch den zweiten Weltkrieg nahezu unzerstört überstanden. Heute verfügt Regensburg über eine wunderschön erhaltene historische Altstadt mit entsprechend hoher touristischer Anziehungskraft. Seit dem 13. Juli 2006 ist Regensburg zudem in die Liste des Unesco-Welterbes aufgenommen worden.

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Mit ihrer hohen Dichte von Autobahnanschlüssen gilt die knapp 130.000 Einwohner zählende Stadt Regensburg aber auch als Verkehrsknotenpunkt in Ostbayern. Der wirtschaftliche Aufschwung Regensburgs nach dem Zweiten Weltkrieg begann mit der Gründung der Universität 1967. Seitdem befindet sich Regensburg im Wandel von einer mittelalterlichen Stadt zur modernen Metropole. Heute gilt Regensburg als High-Tech-Standort und als drittstärkster IT-Standort Bayerns nach München und Nürnberg.

Darüber hinaus zählt Regensburg zu den attraktivsten Einzelhandelsstandorten in Bayern, wie Manfred A. Schalk (Bild l.), Geschäftsführer der Comfort München GmbH, in seinem aktuellen Comfort Städtereport berichtet, der sich mit den so genannten 1A-Lagen der Einkaufsstadt Regensburg beschäftigt. Der Einzelhandel profitiert von der hohen Kaufkraft der Regensburger Bevölkerung ebenso wie von der Anziehungskraft auf Besucher des Umlandes und der Region. Die Top-1A-Lage erstreckt sich seinen Angaben nach von der Königsstraße über die Weiße-Lilien-Straße bis hin zum von Galeria Kaufhof dominierten Areal Neupfarrplatz / Drei-Helm-Gasse / Pfauengasse.

Unübersehbar waren jedoch in der Vergangenheit die negativen Folgen der im Frühjahr 2002 eröffneten Regensburg-Arcaden, die bedingt durch die Lage “hinter dem Hauptbahnhof“ als ein nicht in die Altstadt integriertes, baulich introvertiertes Center mit nachhaltigen “Absaug“-Effekten auf die Regensburger City zu bewerten seien. Langsam, so Schalk, beginne aber auch die klassische 1A-Lage von Regensburg, sich von diesen Folgen wieder zu erholen. Ein wichtiger Impuls für die 1A-Lage erfolgte durch die Standortentscheidung des spanischen Modefilialisten Zara, sich in dem ehemaligen Rothdauscher-Haus am Neupfarrplatz/Ecke Residenzstraße anzusiedeln. Allein diese Neueröffnung, erklärt Schalk, bewirke eine Lageverschiebung hin zum Neupfarrplatz.

„Aber auch von der Königsstraße gibt es Positives zu berichten.“ sagt Schalk. „So ist es dem Eigentümer des ehemaligen C&A-Hauses nach längeren Interimsvermietungen und Zwischennutzungen im vergangenen Jahr gelungen, ein nachhaltiges Einzelhandelskonzept zu etablieren. Die beiden neuen attraktiven Mieter, namentlich Strauss Innovation auf rund 1.000 m² und Bestseller auf ca. 900 m², sorgen bereits für zusätzliche Belebung auf der Königsstraße.“ An der Königsstraße 3 hat ein lokaler Investor ebenfalls eine Projektentwicklung durchgeführt und zwei neue Ladeneinheiten für Tommy Hilfiger und The Phone House geschaffen. Ebenso erfreulich sei die Tatsache, dass die ehemalige Woolworth-Filiale an der Ecke Königsstraße/ Maximilianstraße vergleichsweise zügig nachvermietet werden konnte. Neue Nutzer sind unter anderem die Filialisten Bonita und Street One. Zuversichtlich stimmt Schalk darüber hinaus, dass sich an der Weiße-Lilien-Straße, der Verbindungsstraße zwischen Neupfarrplatz und Königsstraße, eine niederländische Investorengruppe als Kapitalanleger engagiert hat. Insgesamt lasse sich eine zunehmende Bereitschaft zum Engagement sowohl bei Mietern als auch bei Investoren konstatieren. Auf die Mietpreise blieb dies nach Comfort-Beobachtungen jedoch bislang ohne große Auswirkungen.

Für Ladenlokale mit Verkaufsflächen zwischen 80 und 120 m² müssen potenzielle Interessenten in Regensburg Mietpreise um 55 Euro/m² pro Monat kalkulieren. Im Vergleich zu einigen anderen bayerischen Städten dieser Größenordnung müsse dies als moderat angesehen werden. Insbesondere nach Eröffnung der Regensburg Arcaden hatten sich die Mietpreise zunächst deutlich nach unten bewegt. Nach Spitzenmieten um 70 Euro/m² im Jahr 2001 fiel das Niveau in den Folgejahren auf Werte um 50 Euro und darunter ab.

Erst im Jahr 2006, so Schalk, war auf Grund des wachsenden Interesses an Ladenlokalen in den 1A-Lagen wieder eine signifikante Steigerung der Mieten zu verzeichnen. Diese, so Schalk abschließend, sei jedoch eingedenk der aktuellen Neueröffnungen und der damit verbunden Qualitätsverbesserungen beim Einzelhandelsangebot in der City als nachhaltig anzusehen. Für die Zukunft rechnet Schalk wieder mit moderat steigenden Mieten als Folge des wider erwachten Interesses an innerstädtischen Geschäftsflächen.