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Pünktlicher Baustart für Vögele-Werk in Ludwigshafen

Noch im Dezember will die Joseph Vögele AG mit den Hochbauarbeiten für ihr neues Werk in Ludwigshafen beginnen. Dazu gehören die eigentliche Produktionshalle mit Sozialgebäude, die Zentrale, Schulungsräume, ein Bereich für Entwicklung und Erprobung sowie ein Parkplatz. Bereits in wenigen Wochen wird das Baufeld vorbereitet und es beginnen die Tiefbauarbeiten für die äußere Erschließung des rund 3,8 Hektar großen Baugeländes. Seit Dienstag wird die Baustellenzufahrt hergerichtet. Rund 70 Millionen Euro investiert das Mannheimer Traditionsunternehmen in seinen neuen Standort Ludwigshafen.

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"Ich freue mich sehr, dass die Bauarbeiten pünktlich starten können. Gemeinsam haben wir es geschafft, einem expandierenden Unternehmen mit seinen mehr als 1.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern eine geeignete Fläche zur Verfügung zu stellen. Dies sichert und schafft Arbeits- und Ausbildungsplätze in Ludwigshafen und der Metropolregion", erklärte Oberbürgermeisterin Dr. Eva Lohse. Die Stadtchefin betonte, dass es in den Planungs- und Abstimmungsverfahren der vergangenen Monate gelungen sei, die unterschiedlichen Interessen zusammenzuführen. "Gemeinsam haben wir binnen eines Jahres die Grundlage für ein großes privates Investment in Ludwigshafen geschaffen. Das ist ein gutes Aushängeschild für unsere Stadt. Mein Dank gilt allen engagierten Bürgerinnen und Bürgern, die sich konstruktiv an dem Verfahren beteiligt haben, sowie den Landwirten und Grundstückseigentümern von Rheingönheim, die ihre Flächen in die Entwicklung der Stadt eingebracht haben und damit Gemeinwohl vor Eigeninteresse gestellt haben, und mein Dank gilt der Joseph Vögele AG, die sich mit ihrem Neubau in Ludwigshafen klar zur Metropolregion und zum Standort Deutschland bekennt", so Lohse.

Mit der Erteilung der am 26. Juni 2008 beantragten Teilbaugenehmigung werden der Joseph Vögele AG vorbereitende Maßnahmen er-möglicht. Dies betrifft das Abschieben des Mutterbodens, die Egalisierung des Baugeländes sowie die Geländemodulation einschließlich der Abgrabungen im Bereich der künftigen Entwässerungsmulden. Parallel prüft die Bauaufsicht die Bauanträge von Vögele zur Errichtung der Produktionshalle mit Sozialbereich, des Verwaltungsgebäudes, des Schulungsgebäudes und des Parkplatzes.

"Alle Arbeiten wurden entsprechend vertaktet, so dass dem Zeitplan zum Bau des Vögele-Werks aus unserer Sicht nichts entgegen steht. In einem stringent, aber auch sehr sorgfältig geführten Verfahren haben wir in den vergangenen Wochen und Monaten Planungsrecht geschaffen", sagte Baudezernent Ernst Merkel. Bei der Planung habe man ein besonderes Augenmerk auf den Schutz der benachbarten Wohngebiete vor Schalleinwirkungen gelegt. Durch die nun vorliegenden Planungen könne sichergestellt werden, so Merkel, dass zum einen noch größere Abstände eingehalten werden als gesetzlich vorgegeben sind. Zum anderen werden dem Betrieb durch so genannte Lärmkontingente Beschränkungen auferlegt, die zudem dauerhaft sicherstellen, dass in den benachbarten Wohngebieten und Aussiedlerhöfen nicht mehr Lärm ankomme als gesetzlich erlaubt und zumutbar sei.

Durch Maßnahmen zur Eingrünung, die Versickerung des Oberflächenwassers auf dem Grundstück und die weiteren geplanten ökologischen Ausgleichsmaßnahmen werden die Auswirkungen auf Natur und Landschaft ausgeglichen. Aufgrund der Anregungen wurde die Planung insoweit geändert, dass zugunsten der landwirtschaftlichen Bewirtschaftung die Bepflanzung im nördlichen Grenzbereich ein Abstand von zehn Metern zur Grundstücksgrenze einhält. Außerdem wurde der Grünstreifen an der Südwestgrenze des Plangebietes um drei Meter auf nunmehr acht Meter Breite vergrößert und zugleich die überbaubare Grundstücksfläche um einen Meter verringert, um die landschaftliche Einbindung und Eingrünung in diesem Bereich zu verbessern.

Das neue Werk
Produktionshalle, Verwaltungs- und Schulungsgebäude sowie der Erprobungsbereich des neuen Vögele Werks wurden so angeordnet, dass die örtlichen Gegebenheiten berücksichtigt wurden. So ist in Richtung Gartenstadt, an der Nord- und Ostseite der Fertigungshalle ein Gebäuderiegel mit Büros und Sozialräumen vorgelagert. Die repräsentativen Gebäude mit der Vögele-Zentrale und dem Schulungszentrum sind in östlicher Richtung angeordnet. Die Produktionshalle ist 12,5 Meter hoch und besitzt in West-Richtung eine Länge von 340 Metern und an der breitesten Stelle eine Nord-Süd-Ausdehnung von 275 Metern. Zentrale und Sozialtrakt sind mit 14 Metern Höhe die höchsten Gebäude auf dem Grundstück. Alle übrigen Gebäude sind rund 12,50 Meter hoch.

In der westlichen Ecke des Grundstücks befindet sich ein Bereich für die Entwicklung neuer Modelle von Straßenbaumaschinen, ein Bereich für die Reparatur von Vorführmaschinen sowie ein Testgelände mit einem Schallmessplatz und einer Teststrecke. Diese 100 Meter lange Teststrecke dient nach Unternehmensangaben ausschließlich der erstmaligen Erprobung von Prototypen neu entwickelter Maschinen und wird nur an wenigen Tagen im Jahr genutzt. Gearbeitet werde dort nicht mit Asphalt, sondern mit so genanntem Ersatzmischgut, das keine Gerüche absondert und sich leicht entfernen lässt. Auf dem Schallmessplatz werden die neu gebauten Maschinen stichprobenartig dahingehend getestet, ob sie den gesetzlichen Schallschutzbestimmungen genügen. Dies findet in der Regel zweimal am Tag für rund zehn Minuten statt, so Vögele.

Rund um das neue Werksgelände werden Grünstreifen mit Bäumen und Sträuchern angelegt. Am südöstlichen und nordwestlichen Grundstücksrand werden Versickerungsmulden in die Grüngestaltung integriert. Die Summe aller Grünflächen, Versickerungs- und Ausgleichsflächen beträgt insgesamt etwa 200.000 m².

Das Gelände in Zahlen
Der Bebauungsplan umfasst einen Geltungsbereich von rund 410.000 m² und legt eine Baufläche von rund 330.000 m² fest. Von diesen 330.000 m² könnten rund 260.000 m² überbaut werden. 140.000 m² Fläche des Plangebietes sind als nicht zu versiegelnde Fläche im Bebauungsplan festgelegt. Tatsächlich sehen die Planungen nach derzeitigem Stand eine Bebauung beziehungsweise Versiegelung von rund 190.000 m² vor, etwa 200.000 m² der Gesamtfläche sollen unversiegelt bleiben und als Grün-, Versickerungs- und Ausgleichsflächen genutzt werden.

Bürgerbeteiligung und Baurecht
Der Stadtrat hat in seiner Sitzung am 16. Juni 2008 die Änderung des Flächennutzungsplanes der Stadt Ludwigshafen am Rhein und den vorhabenbezogenen Bebauungsplan zur Ansiedlung der Joseph Vögele AG im Bereich "Im Oberfeld" in Rheingönheim als Satzung beschlossen. Um für den Werksneubau im Westen von Rheingönheim Baurecht zu schaffen, musste ein Bebauungsplan aufgestellt und der Flächennutzungsplan geändert werden. Letzteres war notwendig, weil im Flächennutzungsplan von 1999 in dem betreffenden Bereich lediglich eine Untersuchungsfläche für eine mögliche Siedlungsentwicklung ohne Festlegung auf die Nutzung dargestellt ist. Für die nun konkret vorgesehene Gewerbeansiedlung ist jedoch die Darstellung einer gewerblichen Baufläche erforderlich. Das Instrument des vorhabenbezogenen Bebauungsplans garantiert, dass ausschließlich das Vorhaben der Joseph Vögele AG an dieser Stelle umgesetzt wird und nichts anderes.

Im Zuge der Bürgerbeteiligung hatten die Bürgerinnen und Bürger auf verschiedene Weise die Möglichkeit, die Planung ein zu sehen und dazu ihre Anregung und Bedenken zu äußern. 42 zum Teil umfangreiche Einwendungen von Bürgern sind eingegangen. Die Aufgabe des Stadtrates war es, die privaten und öffentlichen Interessen gegeneinander abzuwägen. Die Belange der Bürgerinnen und Bürger sowie Interessenvertreter wurden dabei sehr ernst genommen und sorgfältig geprüft. Darüber hinaus gab es ein großes Angebot an Informationen rund um das Projekt sowie die Möglichkeit, mit dem Stadtvorstand, den Planern und Investoren ins Gespräch zu kommen und konkrete Fragen zum Vorhaben zu stellen oder Anregungen zu geben.