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PROPERTY MAGAZINE ist Partner der euregia 2006

Europa wächst zusammen und bleibt doch originär. Gerade die Vielfalt des Kontinents berge ein gewaltiges Erfahrungs- und Zukunftspotenzial, das es stärker zu vernetzen gelte. Das forderte der deutsche Bundespräsident Horst Köhler im Februar 2006 auf einem Treffen in Dresden gemeinsam mit den Staatsoberhäuptern Finnlands, Italiens, Lettlands, Österreichs Portugals und Ungarns. Diesen Gedanken nimmt auch die fünfte euregia vom 23. bis 25. Oktober in Leipzig auf. Man werde die territoriale Zusammenarbeit auf dem Kontinent in zahlreichen Kolloquien, Seminaren, Fachvorträgen, Workshops und Ausstellungen vertiefen, kündigt Projektleiterin Ulrike Lange an.

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Größtes Europa-Forum für Regionalentwicklung

In den Tagungs- und Präsentationsbereichen des größten europäischen Forums für Kommunikation und Benchmarking zur Regionalentwicklung, begegnen sich Hunderte Vertreter von Ministerien und EU-Gremien. Auch europäische Modellregionen und Netzwerke, Fachverbände, Aus- und Weiterbildungseinrichtungen, Kammern, Kommunen, Naturparks, Wirtschaftsförderunternehmen sowie Entwicklungs-, Planungs- und Standort­marketinggesellschaften aus nahezu allen Staaten zwischen Nordkap und Ägäis sind in Leipzig vertreten. "Die euregia hat sich als ideale Plattform etabliert, um Konzepte vorzustellen, beispielhafte Lösungen in Theorie und Praxis kennen zu lernen, Kooperationen anzubahnen, sich mit anderen Initiativen zu messen und Erfahrungen auszutauschen“, so Ulrike Lange.

Neue Förderperiode ab 2007

Besondere Bedeutung kommt den drei Oktobertagen in Leipzig dadurch zu, dass die EU-Strukturpolitik ab dem Jahre 2007 eine neue Architektur erhält. Speziell die INTERREG-Programme, die zu den erfolgreichsten Förderinstrumenten der Gemeinschaft überhaupt gehören, werden dann durch neue Vorhaben abgelöst. Über diese werde auf der euregia noch reichlich zu diskutieren sein, erwartet Josef Bühler, Geschäftsführer der neuland+ Tourismus-, Standort-, Regionalentwicklung GmbH in Aulendorf am Bodensee, die sich seit Jahren intensiv mit Fragen europäischer Regionenförderung beschäftigt. Wie bereits aus Brüssel verlautete, so Bühler, werde die grenzüberschreitende Zusammenarbeit von Regionen und Kommunen zum Aufbau von Netzwerken sowie zum Austausch von Erfahrungen deutlich aufgewertet.

Die Leipziger euregia informiert über die Ausgestaltung der neuen EU-Förderprogramme und weitere Finanzierungsmöglichkeiten. "Regionale Initiativen benötigen Kapital für zentrale Entwicklungsmaßnahmen. Dem stehen zunächst die oft schmalen kommunalen Budgets sowie veränderte oder wegbrechende Förderprogramme entgegen“, so Ulrike Lange. Diese Zwangslage erhöhe jedoch ihre Motivation, neue Wege der Kapitalerschließung zu gehen. Mithin gebe es verstärkt positive Beispiele, wie sich Kapital für die Regionalentwicklung aus der Wirtschaft, aus privaten Haushalten oder aus Stiftungen akquirieren lasse. "Wir werden in Leipzig beispielsweise Public Private Partnership (PPP)-Modelle und spezielle Strategien zur Erschließung privaten Kapitals beleuchten“, blick die Projektleiterin voraus. Getragen würden diese Veranstaltungen unter anderem von der Europäischen Investitionsbank sowie von Unternehmen.

Länderworkshops, Fachtagungen und Jahreskonferenz der CADSES-Programme

Das umfangreiche Kongressprogramm umfasst sowohl übergreifende Veranstaltungen, die sich mit den Fragen der Wettbewerbsfähigkeit und des Nebeneinanderbestehens sehr unterschiedlicher Regionen beschäftigen, als auch Foren, die prägnant auf einzelne Zielgruppen zugeschnitten sind. Hierzu gehören beispielsweise Themenfelder wie Bergbaufolgelandschaften, Brachflächenmanagement, Strategien des Strukturwandels, Umweltverträglichkeitsprüfungen in der Raumordnung.

Besonderes Gewicht lege die euregia zudem auf die Kontaktanbahnung in den so genannten Länderworkshops, die von der Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit (GTZ) vorbereitet werden, kündigt Ulrike Lange an. In Planung sei auch eine Fachtagung mit Projektbörse zum CADSES*-Programm der EU sowie die Jahrestagung des CADSES-Programms. Aus dem großen CADSES-Raum, der insgesamt 18 Staaten umfasst - darunter neben alten und neuen EU-Staaten auch die Nichtmitglieder Albanien, Bosnien-Herzegowina, Bulgarien, Serbien und Montenegro, Kroatien, Mazedonien, Moldawien und Ukraine - sind mehr als 50 Einzelprojekte avisiert. "Hierbei liegt unser Schwerpunkt auf beispielgebenden Vorhaben in Mittel- und Südosteuropa, die in jüngster Zeit Gestalt angenommen haben“, informiert Dr. Ulrich Graute, Direktor des Technischen Sekretariats von CADSES in Dresden. Auch die Jahreskonferenz des CADSES-Programms, zu der renommierten Referenten aus Politik, Wirtschaft und Verwaltung angekündigt seien, werde als Rahmen die euregia wählen, teilt er mit. Begleitet werde diese durch Workshops, die zum Beispiel Fragen nachgehen wie: Welcher Mehrwert entsteht für die beteiligten Regionen durch die Teilnahme an den Förderprogrammen, und wie trägt dies zur Stärkung ihrer wirtschaftlichen Wettbewerbsfähigkeit bei?

Mehrere andere Programmebenen und Institutionen der EU beteiligen sich mit eigenen Ausstellungen, Aktionsprogrammen und Informationsständen an der euregia. Darunter sind LEADER+, INTERREG und INTERACT. Das Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung richtet auf der euregia ein Forum zum Thema Raumbeobachtung aus, wobei speziell Fragen zur Sicherung der Daseinsvorsorge, zum demografischen Wandel und zur künftigen Raumordnungspolitik diskutiert werden sollen.

Zukunftsstrategien für Stadt und Land

Die wachsende Rolle der Metropolregionen ist Thema des Forums "Bausteine für ein wettbewerbsfähiges Deutschland in Europa“. Veranstalter ist der Initiativkreis Europäischer Metropolregionen in Deutschland in Kooperation mit dem Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung BBR, Bonn, und der Akademie für Raumforschung und Landesplanung ARL, Hannover. Im ersten Themenblock geht es unter anderem um strategische Ansätze der Raumentwicklung sowie um Innovationen, Transfer und Dynamik in den Metropolregionen in Deutschland und Europa. Die HafenCity Hamburg sowie die Rhein-Ruhr Metropole stellen im weiten Themenblock an Hand von Stadtmarketing und –managementkonzepten mögliche Zukunftsgestaltungen in Metropolen dar. Zukunftsstrategien für den ländlichen Raum zeigt das Forum "Regional Governance und integrierte ländliche Entwicklung - Ergebnisse der Begleitforschung Regionen Aktiv in der Diskussion“, das die Universität Göttingen veranstaltet. Im Focus stehen die wichtigsten Ergebnisse der wissenschaftlichen Begleitforschung zum Bundesmodell- und Demonstrationsvorhaben "Regionen Aktiv - Land gestaltet Zukunft“. Experten der Begleitforschung berichten aus ihrer Arbeit und diskutieren mit Vertretern aus Wissenschaft und Praxis. Zusammen mit österreichischen Partnern stellt die Universität Göttingen Forschungsergebnisse aus dem Wettbewerb REGIONEN AKTIV vor.

euregia 2006 erwartet 2.000 Akteure

Die letzte euregia 2004 hatte mit einem neuen Besucherrekord geendet und damit ihren positiven Entwicklungstrend deutlich fortgesetzt. Insgesamt präsentierten sich 133 Aussteller, 1.700 Akteure kamen an den vier Tagen als Besucher nach Sachsen. Viele Besucher zeigten sich 2004 vom hohen internationalen Anspruch beeindruckt. "Wir betreuten eine 25-köpfige Delegation mit Experten aus sechs ost- und mitteleuropäischen Ländern. So weiß ich, dass alle mit vielen Anregungen aus den Workshops sowie aus zahlreichen individuellen Gesprächen wieder nach Hause fuhren“, berichtet Jens Adler, Projektleiter der Firma Internationale Weiterbildung und Entwicklung GmbH (inwent) in Bonn. Nunmehr sehe er mit großen Erwartungen der euregia 2006 entgegen. Die Veranstalter rechnen mit rund 2.000 Akteuren.

*Das CADSES-Programm umfasst den Mitteleuropäischen, Adriatischen, Donau- und Südosteuropäischen Raum und fördert vor allem raumentwicklungspolitische Kooperationen. Informationen unter: http://www.bbr.bund.de/raumordnung/europa/cadses.htm