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Private Equity gegen Public Equity

Am amerikanischen Immobilienmarkt wird seit Anfang des Jahres 2005 ein deutlicher Trend gegen eine Börsennotierung registriert. Nach Angaben des Wiener Finanzkommunikationsspezialisten Prime Consulting haben bereits 22 Firmen mit einem Gesamtwert von mehr als 100 Mrd. US-Dollar die Börse verlassen und sind nunmehr privat – zum Großteil mit Private Equity finanziert.

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Dass Private-Equity-Buy-Out-Firmen neuerdings nicht mehr nur an großen Industrieunternehmen, sondern auch an Immobilienfirmen interessiert sind, zeigt der jüngste Deal von Blackstone Real Estate Partners: Das Unternehmen erwarb den Büroimmobilien-REIT Equity Office Properties Trust (EOP) aus Chicago durch Übernahme sämtlicher Aktien und zahlt dafür 20 Mrd. US-Dollar zuzüglich Übernahme von 16 Mrd. US-Dollar an Verbindlichkeiten. Mit 36 Mrd. US-Dollar ist dieser Deal die größte jemals erfolgte Übernahme einer Immobilienfirma und die größte Leveraged-Buy-Out Transaktion.

Im Besitz von Equity Office sind 580 Büroimmobilien mit einer Gesamtfläche von mehr als 10 Mio. m². Blackstone bewertet das Portfolio des US-REITs mit 330 US-Dollar/Quadratfuß (2.800 Euro/m²). "Hierzulande ist dies ein ausgezeichneter Preis. Auch in den USA gibt es nicht sehr viele Märkte, in denen dieser Preis heute nachhaltig ist", kommentiert Harald G. Engbrocks, Spezialberater für Cross-Border-Investments bei Atlanticus.

Verhindert mangelnde Transparenz ähnliche Deals in Deutschland?
Engbrocks sieht die Equity-Office-Übernahme als Beleg dafür, welches Potential in der Anlageklasse Immobilien noch steckt. Die Transaktion beweist seiner Ansicht nach auch, dass "ein professionell gestrickter Immobilienmarkt erhebliches Anlagekapital anziehen kann und weiterhin wird". Voraussetzung für solche Angebote seien allerdings funktionierende Märkte. Während Informationen und Analysen über Unternehmen bzw. Portfolios in den USA relativ leicht und kostenlos abrufbar sind, mangelt es Engbrocks zufolge hierzulande an Transparenz. Unternehmensdaten werden seiner Erfahrung nach in Deutschland häufig verweigert, was ein qualitativ starkes Research unmöglich mache.

"Für internationale Investoren, die es gewohnt sind, vor einer Investitionsentscheidung beispielsweise detailliert Vergleichskaufpreise und Vergleichsmieten zu recherchieren, wird dies in Deutschland zu einer kostspieligen und aufwendigen Übung", meint Engbrocks. Gerade jetzt, wo die deutschen Märkte im Fokus der ausländischen Investoren stehen, wäre es schade, dieses Potential nicht zu nutzen, so Engbrocks.