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Preise für Wohnimmobilien auf den Weg ins Minus?

Die Preise für Wohnimmobilien sind im vierten Quartal 2011 weltweit insgesamt um 0,3 Prozent gefallen. Dennoch liegt die Bilanz für das Jahr 2011 über alle 52 Länder hinweg, die die internationale Immobilienberatung Knight Frank regelmäßig untersucht, mit einem Plus von 0,5 Prozent im positiven Bereich.

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Die aktuellen Ergebnisse sind die schwächsten seit dem zweiten Quartal 2009. „Eine Rückkehr zu einer Preisspirale nach oben ist unwahrscheinlich“, meint Kate Everett-Allen aus dem internationalen Research für Wohnimmobilien bei Knight Frank. „ Eine Verbesserung kann erst eintreten, wenn die Schere zwischen Hauspreisen und den beiden Schlüsseldeterminanten – Einkommen und Mieten – wieder kleiner wird. Zudem muss erst einmal das Überangebot, das in vielen Ländern in den Boomjahren vor 2008 entstanden ist, absorbiert werden.“

Im vierten Quartal 2011 sind die Preise für Wohnimmobilien in 60 Prozent der Länder, die der Index abdeckt, gefallen. Wenn dieser Trend auf weitere Länder übergreift, und insbesondere, wenn die Märkte in Asien immer langsamer wachsen, könnte der Index 2012 leicht ins Minus rutschen. Laut Knight Frank hemmen die globale wirtschaftliche Unsicherheit, geringes Verbrauchervertrauen und strenge Kriterien bei der Kreditvergabe das Wachstum in Europa und Nordamerika. Im asiatischpazifischen Raum bremsen hingegen Regierungsmaßnahmen bewusst die Preisspirale nach oben.

Gerade die Ergebnisse in Asien wirken sich stark auf den Index aus. 2007 waren die Preise in China, Hongkong und Singapur um jeweils 42, 21 und 33 Prozent gestiegen. 2011 lag die Preisentwicklung für diese drei Länder bei -2, 11 und 5 Prozent. Im gesamten asiatisch-pazifischen Raum beträgt das Plus des letzten Quartals 2,8 Prozent. „In China erhöhen lokale Regierungen den Druck auf Peking, damit einige der Maßnahmen gelockert werden“, berichtet Nicholas Holt, der im internationalen Researchteam für den asiatisch-pazifischen Raum zuständig ist. „Die Zentralregierung scheint indes hart zu bleiben. Für 2012 bedeutet das einen schwachen Markt.“

Außerhalb von Europa und Asien hat Brasilien – neu im Index – mit einem Zuwachs von 26 Prozent die Spitzenposition erobert. Dieses beachtliche Plus beruht auf hohem Bevölkerungswachstum, steigendem Haushaltseinkommen und mehr Kreditangeboten.

Auf den letzten zwölf Plätzen im Ranking stehen ausschließlich europäische Länder. Im Durchschnitt sind die Preise in Europa im letzten Quartal um 0,8 Prozent gefallen. Irland belegt mit einem Jahresverlust von -17 Prozent den letzten Platz. Aber nicht ganz Europa liefert negative Werte. So weisen Estland, Slowenien, Island, Norwegen, die Schweiz und Deutschland 2011 trotz der europäischen Schuldenkrise Wachstumsraten von mehr als 5 Prozent auf.

Die Entwicklung in den einzelnen Ländern driftet stark auseinander. Für eine Reihe von Ländern sieht Knight Frank auch für 2012 Wachstumschancen. Im Schnitt dürfte der Index indes eher ins negative drehen.

Weltweiter Preisindex für Wohnimmobilien (4/2011)
Rang Land Veränderung in % pro Jahr Veränderung in % pro Quartal
1Brasilien*26,3%4,2%
2 Estland12,3%1,3%
3Hongkong11,3%-2,4%
4 Indien11,1%3,3%
5Slowenien10,1%-0,9%
6 Island8,1%2,7%
7Norwegen8,0%-0,4%
8 Türkei7,7%2,4%
9Malaysia6,6%-1,3%
10 Kanada6,5%2,2%
11Schweiz5,5%3,2%
12 Deutschland5,4%2,7%
13Österreich5,1%4,1%
14 Indonesien5,1%1,2%
15Singapur4,6%0,3%
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