Cookie Fehler:

Cookies sind in Ihrem Browser deaktiviert. Um alle Funktionen z.B. das Login nutzen zu können, müssen Cookies aktiv sein. Bitte aktivieren Sie Cookies in Ihrem Browser.

    Drucken Drucken  Diesen Artikel zu den Favoriten hinzufügen Favoriten

Pilotprojekt in Erlangen - das FORUM+

Neben der Industrie und dem Verkehrswesen zählt der Betrieb von Gebäuden zu den größten Energieverbrauchern in Europa. Etwa 40 Prozent der verbrauchten Primärenergie werden für diesen Zweck genutzt – entsprechend groß ist das Einsparpotenzial im Bereich Neubau und Sanierung. Schon lange bevor der UN-Klimaschutzbericht die Öffentlichkeit für die Themen Umweltschutz und Nachhaltigkeit sensibilisierte, entwickelte die Mauss Bau Erlangen Antworten auf die Herausforderungen des zukunftsgerichteten Bauens und Sanierens. Mit dem Referenzprojekt FORUM+ beweist das Unternehmen, dass Ökologie und Ökonomie sehr wohl miteinander vereinbar sind. „Wir von Mauss zeigen mit FORUM+ das Machbare auf und hoffen, dies zukünftig bei vielen weiteren Objekten umsetzen zu können. So begreifen wir unseren Beitrag zur Energieeinsparung, zur Minderung des CO2-Eintrags und zur Sicherung eines ‚leistbaren Gebäudeunterhalts‛“, so Harald Neubarth, Geschäftsführer der Mauss Bau Erlangen GmbH & Co. KG.

.

Am vergangenen Samstag informierten sich rund 100 Fachbesucher und Vertreter aus Politik und Wirtschaft auf der Baustelle in der Erlanger Werner-von-Siemens-Straße über die energetische Sanierung des 1975 errichteten Bürogebäudes. Oberbürgermeister Dr. Siegfried Balleis würdigte in seiner Ansprache das FORUM+ als „sehr wertvollen Beitrag zum Umweltjahr der Stadt Erlangen“. „Wir freuen uns sehr, dass die Firma Mauss dieses Supermodellprojekt mit Leuchtturmcharakter für die gesamte Metropolregion Nürnberg auf die Beine gestellt hat“, so Balleis. Anschließend erläuterte Architekt Werner Haase in seinem Fachvortrag das zugrunde liegende Sanierungskonzept. „Nach Abschluss der Arbeiten wird das FORUM+ eine deutlich bessere Energiebilanz und ein für den Menschen optimales Raumklima aufweisen. Zudem wirkt sich der niedrige Energieverbrauch positiv auf den Geldbeutel und die Umwelt aus. Schon ab 2007 wird das FORUM+ die EU-Umweltrichtlinien für den CO2-Ausstoß erfüllen, die 2050 in Kraft treten sollen“, so Haase.

Das FORUM+: Verantwortung für Mensch und Umwelt
Als erster Schritt der Sanierung wurde das über 30 Jahre alte Bauwerk bis auf die Rohbaukonstruktion zurückgebaut, das Treppenhaus abgerissen sowie alle Betonbrüstungen und die alten, unzureichend gedämmten Alufenster entfernt. Zwischen den Scheiben der neuen Holz-/Alufenster ist wind- und schmutzgeschützt ein Sonnenschutz mit intelligenter Tageslichtlenkung angebracht. Das Sonnenlicht wird blendfrei in das Innere des Gebäudes reflektiert, leuchtet die Räume optimal aus und hilft so, Strom für die Beleuchtung zu sparen. Auch das Äußere des Gebäudes wird sich verändern: Mit 20 Zentimetern Stärke liegt die Dämmung weit über den heute üblichen Standards. Vorhandene Wärmebrücken werden konsequent eliminiert, um die Wärmeverluste auf ein Minimum zu reduzieren. Auf dem Dach wird eine Photovoltaikanlage zur Stromerzeugung installiert. Modernste Technik steckt auch im Inneren des Bürogebäudes. Die konventionelle Klimaanlage ist bereits vollständig entfernt worden. Das Heizen und Kühlen übernehmen in Zukunft moderne Wand- und Deckenheizungen, ergänzt durch eine Lüftung mit vorgekühlter beziehungsweise erwärmter Frischluft, die permanent gewechselt wird. Die hierfür benötigte Wärme und Kühle erzeugt ein mit Erdgas betriebenes Blockheizkraftwerk, das auch zur anteiligen Stromerzeugung dient. Dabei werden die Gebäudeteile separat nach Himmelsrichtung und vorausschauend gemäß der Wettervorhersage temperiert.

Dieses Paket an architektonischen und technologischen Maßnahmen, das noch einige weitere Detaillösungen einschließt, zahlt sich aus: Nach Abschluss der Sanierung wird der Primärenergiebedarf des Gebäudes um zirka 80 Prozent von 600 kWh auf etwa 100 kWh (pro Jahr und Quadratmeter) sinken. Der CO2-Ausstoß reduziert sich von 1.100 Tonnen pro Jahr auf etwa 200. Bereits im Oktober werden die ersten Mieter die mehr als 6.800 m² große Bürofläche beziehen. Sie erwartet ein optimales Raumklima durch das Zusammenspiel der Lichtlenkung, Temperierung, Kühlung und Belüftung im Gebäude. Die Warmmiete liegt unter 12 Euro. „Den Investitionskosten von 10,5 Millionen Euro stehen die sehr niedrigen Betriebskosten gegenüber, die eine äußerst günstige ‚zweite Miete’ ermöglichen“, wie Harald Neubarth betont.

Schon vor der Fertigstellung hat es das FORUM+ zum Forschungsobjekt gebracht. Im Rahmen des Programms „GreenBuildung“ ist Mauss offizieller Partner der EU. Das Gebäude wurde für eine Langzeitbeobachtung ausgewählt. Ziel des Programms ist es, die Steigerung der Energieeffizienz von Nichtwohngebäuden zu fördern.