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Osteuropa bietet Investoren grosses Aufwärtspotenzial

Die Marktbereinigung der globalen Aktienmärkte während des Sommers dämpfte den Risikoappetit vieler Anleger. Dies machte sich besonders in Schwellenländern wie den aufstrebenden Nationen Ost- und Südost-europas bemerkbar. Dass die meisten Märkte sich wieder erholt haben, macht aber eines deutlich: Die volkswirtschaftlichen Fundamentaldaten bleiben intakt.

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Russland beispielsweise kann noch immer mit seinen Wirtschaftsdaten beeindrucken. Das Land erlebt eine Phase starken, anhaltenden Wachs- tums mit einem sich beschleunigenden Anstieg das Bruttoinlandsproduk- tes. Die Inflation geht zurück und die Einzelhandelsumsätze steigen. Der russische Aktienmarkt wird zwar von Energiewerten dominiert, die wegen der saisonalen Abschwächung der Ölnachfrage Federn lassen mussten. Doch die russische Wirtschaftspolitik konnte sicherstellen, dass Leistungsbilanz und Haushalt nicht belastet wurden und sich positiven entwickelten. Auch die Binnennachfrage ist nach wie vor hoch, da der Ölreichtum der gesamten Wirtschaft zugute kommt. In den kommenden Monaten planen russische Unternehmen eine Reihe von Börsengängen. Dadurch erhalten Investoren noch mehr Möglichkeiten, an der russischen Wachstumsgeschichte teilzuhaben.

Osteuropa machte unlängst mit politischen Turbulenzen von sich reden. Doch obwohl in Polen und Tschechien Regierungskoalitionen zerbrachen, hielten sich die lokalen Aktienmärkte relativ gut. Diese Stabilität unterstreicht die Vorteile der Haushaltsdisziplin, die von der EU im Vorfeld des Beitritts zur Europäischen Währungsunion eingefordert wurde. In beiden Länder wird 2006 voraussichtlich das Bruttoinlandsprodukt um über fünf Prozent wachsen, dank steigender Exporte verringern sich auch die Defizite in den Leistungsbilanzen. Polen glänzt sogar mit einer besonders starken Binnennachfrage, die Einzelhandelsumsätze steigen dort um etwa 10,5 Prozent jährlich. Ungarn dagegen entwickelt sich weiter enttäuschend. Das Wachstum dürfte sich infolge fiskalischer Stabilitätsmaßnahmen abschwächen, sodass die Sorgen vieler Investoren über die Zukunft des Landes berechtigt erscheinen. In diesem Markt sollte man vorsichtig sein und in Werte investieren, die weniger anfällig für Binnenentwicklungen sind. Gute Aussichten bestehen für Bulgarien und Rumänien, die beide als EU-Neumitglieder akzeptiert wurden, was ihrem ohnehin schon beein-druckenden Wachstum weiteren Auftrieb verleihen sollte.

Die Türkei litt unter der Volatilität im Mai und Juni besonders stark. Schon zuvor stand der türkische Markt aufgrund der abwertenden Türkischen Lira und den daraus resultierenden Inflationseffekten unter Druck. Diese Sorgen sollten allerdings in einem historischen Kontext gesehen werden, schließlich ging die türkische Inflation in gut fünf Jahren von 68 Prozent auf acht Prozent zurück. Die türkische Zentralbank muss die aktuellen Währungs- und Inflationsprobleme lösen, doch wenn dies gelingt, sind die mittelfristigen Aussichten für die türkische Wirtschaft sehr positiv. Wertzuwächse versprechen hier vor allem Titel, die weniger stark vom Konjunkturzyklus abhängen.

Auch wenn in einigen osteuropäischen Ländern politische Risiken sichtbar bleiben und die Märkte gegenüber einem sinkenden Risikoappetit der Anleger anfällig sind: Das Wachstum der aufstrebenden Länder Ost- und Südosteuropas wird auch weiterhin das Wachstum der entwickelten europäischen Industrienationen übertreffen. Die Bewertungen auf den dortigen Märkten bleiben attraktiv, sodass man bei guten Unternehmen zu günstigeren Kursen einsteigen kann als bei ihren Wettbewerbern aus anderen Weltregionen. Die zahlreichen anstehenden Börsengänge bringen zudem mehr Breite und Tiefe in den Markt, das Anlageuniversum wächst. Man kann zuversichtlich sein, dass die Länder Ost- und Südosteuropas vom heutigen Niveau ausgehend noch ein großes Aufwärtspotenzial zu bieten haben.