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ÖVI lehnt Forderungen der AK zum Richtwert ab

Der Österreichische Verband der Immobilientreuhänder lehnt die aus einer AK-Studie abgeleiteten Forderungen zur weiteren Begrenzung der Richtwertmieten und die detaillierte schriftliche Auflistung aller Zu- und Abschläge im Mietvertrag ab.

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„Unverständlich bleibe nach wie vor, warum der Gesetzgeber österreichweit ausgerechnet in Wien den zweitniedrigsten Richtwert verordnet hat“, urteilt der Verband. „Mit der politischen Entscheidung, den Richtwertmietzins künstlich niedrig zu halten, werden solche „angeblich überhöhte“ Mietzinse vorsätzlich produziert“, heißt es weiter. In keinem anderen relevanten Mietmarkt (Graz, Salzburg, Linz, Innsbruck) sei dies überhaupt Thema. Immobilientreuhänder seien per Gesetz verpflichtet, für ihre Auftraggeber eine bestmögliche Bewirtschaftung der Immobilie zu erzielen. Die Anforderungen der Mieter an Ausstattung und Qualität der Wohnungen hätten in den vergangenen fünfzehn Jahren extrem zugenommen. Auch die Anforderungen an den Vermieter in Bezug auf Erhaltungspflichten würden ständig verschärft.

Der ÖVI relativiert auch das Bild, das von der AK aus seiner Sicht durch die Fokussierung auf bereits rechtskräftig abgeschlossene Überprüfungsverfahren gezeichnet wird: Mehr als 20.000 Mietverträge würden jährlich in Wien im Vollanwendungsbereich des MRG und damit im Richtwertmietzinssystem neu abgeschlossen. Wenn davon 600 Mietverträge vor einer Schlichtungsstelle überprüft würden, heißt das für den ÖVI, dass 97 Prozent der Kunden den von ihnen bezahlten Mietpreis als fair ansehen. Die gesetzlichen Überprüfungsmöglichkeiten seien gerade im Vollanwendungsbereich des MRG ausreichend und praktisch ohne Kostenrisiko gegeben.

Das System des Mietenschutzes sei in Österreich leider völlig ungerecht, heißt es. „Geschützt würden jene besonders, die ohnehin schon privilegiert sind“. Auch der gesetzlich vorgesehene Befristungsabschlag bestrafe den Vermieter, der durch den Wechsel der Mieter ohnehin höhere Kosten (Adaptierung der Wohnung etc.) habe. Übersehen würde auch, dass den Vermieter im Vollanwendungsbereich nach wie vor die wirtschaftliche Last der „unantastbaren“ Altmietverträge trifft. Nach wie vor würden vierzig Prozent der Mietverträge in Gründerzeithäusern Altmietverträge darstellen. „Wenn an Änderungen im Mietrecht gedacht ist, dann müssen endlich in einem fairen System die Interessen von Mietern und Vermietern gleichermaßen bedacht werden“, schließt der ÖVI.