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Österreich: Hotellerie fordert längst fälligen Infrastrukturausbau

„Statt eine Wiedereinführung von Vermögenssteuern und eine Anhebung der Einheitswerte zu fordern, wäre es wichtiger, notwendige zukunftsträchtige Infrastrukturprojekte zu unterstützen“, zeigt sich der Obmann des Fachverbandes Hotellerie in der Wirtschaftskammer Österreich, Klaus Ennemoser, überzeugt. Für Ennemoser ist es „ein Skandal, wenn mehr als 20 Jahre nach der Öffnung des Eisernen Vorhangs immer noch nicht die Nordautobahn nach Brünn führt, die Ostautobahn zwischen Schwechat und Bruck an der Leitha mittlerweile lebensgefährlich überlastet zweispurig bleibt und über die dritte Piste des Flughafen Wien-Schwechat gestritten wird“. Auch die heimische Bahninfrastruktur hinke gegenüber unseren touristischen Mitbewerbern wie z.B.Schweiz oder Frankreich um Jahrzehnte hinterher, erinnert Ennemoser.

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Mobilität Voraussetzung für den Tourismus
So wie sich die heimische Hotellerie ihrer Verantwortung gegenüber dem Gast und der Region bewusst ist, dürfen auch Politik und Gesellschaft nicht die Verantwortung gegenüber der Hotellerie vergessen. Österreich liegt mit rund 125 Millionen Nächtigungen jährlich - bei einem Ausländeranteil von 72 Prozent - an der europäischen Spitze. In der Verkehrsinfrastruktur hinken wir allerdings nach, kritisiert Ennemoser: „Da ist es nur eine Frage der Zeit, bis wir weiterhin Marktanteile gegenüber anderen Tourismusdestinationen verlieren - egal wie gut unser touristisches Angebot weiterentwickelt wird!“

Schuld daran sind für Ennemoser vor allem verabsäumte öffentliche Investitionen. Verkehrspolitisch wurden viele drängende Projekte viel zu spät oder noch gar nicht in Angriff genommen. Wenn zum Beispiel diesen Sommer die Staus um ein Viertel gesenkt werden konnten, so war das keine Gottesfügung, sondern das Resultat entsprechender Maßnahmen, wie zum Beispiel die zweite Röhre des Tauerntunnels.

Österreich kann durch zentralen Lage und touristische Infrastruktur punkten
Stellt man die Investitionen und Innovationen der Hotellerie während der vergangenen 20 Jahre jenen gegenüber, die in den heimischen Verkehrsinfrastrukturaufbau getätigt wurden, wird offensichtlich, in welchen Bereichen in Österreich Chancen genützt wurden und in welchen diese brachliegen. Für Ennemoser ist dies umso unverständlicher, da die wiedergewonnene zentrale Lage Österreichs ein Geschenk ist. Der Fachverband Hotellerie fordert daher ein generelles Umdenken in der Politik: Unternehmerische Investitionen brauchen verlässliche Rahmenbedingungen, die Wertschöpfung zulassen und nicht unterdrücken. Willkürlich neue Steuern zu erfinden sind dabei sicherlich die falschen Wegweiser. Gerade wenn die öffentlichen Haushalte neue Einnahmequellen brauchen, müssen neue wirtschaftliche Möglichkeiten eröffnet werden. Österreich bietet mit seiner zentralen geographischen Lage und der international herausragenden touristischen Infrastruktur dazu die besten Voraussetzungen. Aber zuvor braucht es auch eine entsprechende Verkehrsanbindung.