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Obergeschosse kaum zu vermieten

Eckhard Brockhoff

Bis in die 70er Jahren hinein nutzten Einzelhändler Ober- und Untergeschosse. Das hat sich geändert: Heute lassen sich Ober- und Untergeschosse kaum noch an den Einzelhandel vermieten.

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Seit vielen Jahren beobachtet das Essener Immobilienberatungsunternehmen Brockhoff & Partner die Entwicklung des Einzelhandels in nahezu allen Fußgängerzonen Deutschlands. Das Unternehmen ist Marktführer bei der Vermittlung von Einzelhandelsflächen und berät Immobilienbesitzer, ihre Gebäude attraktiv für den Einzelhandel zu gestalten. Eine Erfahrung der vergangenen Jahre war das stark zurückgehende Interesse des Einzelhandels an Ober- und Untergeschossen. Das war früher anders: In den 50er, 60er und bis in die 70er Jahre hinein unterhielt das Gros der Einzelhändler die Lagerhaltung noch in den Ober- und Untergeschossen der angemieteten oder sich im Eigentum der Händler befindenden Geschäftsräumen der Innenstädte. Dort wurden Schuhe und Textilien gelagert oder waren die Sozial- und Nebenräume untergebracht.

Solange die mehrgeschossigen Geschäfte noch von den Inhabern geführt wurden, die ganze Familie mit anpackte und die Kosten des Fremdpersonals noch sehr gering waren, wurde auch auf mehreren Etagen verkauft.
Eckhard Brockhoff, geschäftsführender Gesellschafter von Brockhoff & Partner, kennt die Gründe für die Entwicklung: „Heutzutage konzentriert sich der überwiegende Teil der Handelsunternehmen ausschließlich auf die Erdgeschossflächen. Nur dort wird verkauft und Umsatz gemacht. Alle übrigen Flächen werden aufs Minimum reduziert, um die Kosten möglichst gering zu halten.“

Dies gilt vor allem für die Lagerhaltung, die heute zunehmend zentral mit ausgefallenen Logistikkonzepten abgewickelt wird. Verkauft der Einzelhändler beispielsweise einen Artikel und bont diesen in seine Kasse ein, ist die mit dem Warenwirtschaftsystem in der Zentrale des Unternehmens verbunden. Von dort aus wird dann sichergestellt, dass dieser Artikel in der Regel bereits über Nacht nachgeliefert wird. Im Vergleich zu einer dezentralen Lagerhaltung in den jeweiligen Filialen lassen sich dadurch erhebliche Kosten einsparen.

Ein anderes Beispiel für intelligente Lagerhaltung kann man im Bereich der Schuhbranche in dem durch Brockhoff & Partner vermieteten Roland-Schuh-Laden in der Neuhauser Straße 19 in München beobachten. Die Schuhe werden in den Schuhkartons in einem Regal hintereinander angeordnet. Wird das vorderste Paar (einschließlich des Kartons) abverkauft, rutscht - durch eine Feder nach vorne gedrückt - der nächste Karton nach. Bis zu einem gewissen Grad regelt sich hier die Lagerhaltung von selbst.

Ausschließlich für die Lagerhaltung zu verwendende Flächen in den teuren Innenstädten werden durch solche Konzepte überflüssig.