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Neues Leben kommt auf Thüringer Brachflächen

Es geht darum, eine Pferderennbahn in Polen zu betreiben, eine Militärfläche in Venedig zu revitalisieren, ein Brauereigelände in Graz zu sanieren oder brachgefallene Flächen in Thüringen zu entwickeln – das neue EU-Programm „ACT4PPP“ bringt Partner aus ganz Europa zusammen und möchte helfen, Entwicklungsvorhaben in sieben Ländern durch Einsatz von privaten und öffentlichen Mitteln durchzuführen. Die Einbindung privater Geldgeber in öffentliche Projekte wird mit der englischen Abkürzung PPP (Public Private Partnership) gekennzeichnet; das Kürzel „ACT“ steht für „Action“. Der komplette Name des Programms lautet: „ACT4PPP – Transnational Action for Public Private Partnership“.

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Am Donnerstag, 13. November 2008, startete das Programm mit einem ersten Projekttreffen im Haus der LEG Thüringen in Erfurt. „Wir wollen in den kommenden drei Jahren gemeinsam Erfahrungen austauschen, aber auch Pilotprojekte im Bereich von PPP umsetzen“, kündigte Gastgeber Frank Krätzschmar, Geschäftsführer der LEG, bei der Begrüßung der Teilnehmer an. Die LEG verantwortet bei dem Programm das Finanzmanagement; Leadpartner und damit hauptverantwortlicher Koordinator ist die Bundesvereinigung der Landes- und Stadtentwicklungsgesellschaften (BVLEG) mit Sitz in Berlin. „Für viele Städte und Regionen bedeutet PPP eine gute Chance, komplexe Vorhaben zu finanzieren und zu realisieren“, sagt Roman Petrusek, Geschäftsführer der BVLEG. „Wenn wir in diesem Bereich die Kräfte bündeln, können wir europaweit eine Reihe interessanter Projekte verwirklichen.“

Die Partner bei „ACT4PPP“ kommen aus Deutschland, Polen, Tschechien, Slowenien, Österreich, Italien und der Slowakei. Ziel ist es, in einer Reihe von Städten in diesen Ländern Gebiete verschiedenster Art wiederzubeleben. Neben mehreren Städten Thüringens, die noch festgelegt werden, handelt es sich um Schwerin und Rostock, Venedig und Asti, Poznan, Sopot und Bedzin, Graz, Ljubljana, Bratislava und Ostrava. Im Rahmen von Seminaren und Konferenzen und mit der Erarbeitung von Konzepten und Praxis-Leitfäden möchten die Partner mögliche PPP-Projekte in ihren Ländern identifizieren, anschieben, analysieren und bewerten. Das Gesamtbudget für das Programm beträgt rund 3,8 Millionen €. „ACT4PPP“ ist integriert in das europäische Förderprogramm „Central Europe 2007-2013“ (früher „Interreg IIIB“) und wird finanziert aus dem Europäischen Fonds für Regionale Entwicklung.

Thüringen verspricht sich von der Teilnahme an dem Programm neue Impulse bei der Entwicklung von Brachflächen. In den vergangenen Jahren hatte die LEG im Rahmen einer umfassender Studie den Bestand der Brachflächen im Freistaat ermittelt. Gelingt es, einen Teil dieser Flächen neu zu nutzen, so können der Flächenverbrauch in Thüringen reduziert und innerstädtische Missstände beseitigt werden. Die LEG versieht bereits seit 15 Jahren vielfältige Aufgaben im Bereich der Standort- und Stadtentwicklung. „Wir können in die Zusammenarbeit mit unseren europäischen Partnern viele Erfahrungen einbringen, erhoffen uns aber auch Anregungen für unsere Arbeit in den Thüringer Städten und Gemeinden“, sagte Frank Krätzschmar.