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Nachhaltige Immobilienwirtschaft

Neuer UN-Leitfaden stützt sich auf KIT-Expertise

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Lorenz und seine Partner haben den Leitfaden in drei zeitliche Phasen im Lebenszyklus einer Immobilie aufgeteilt:
• Entwicklungsphase: Umfasst etwa den Erwerb von Bauland, die Abstimmung mit lokalen Behörden und Anwohnern zur Erlangung von Baugenehmigungen und die eigentliche Bauphase.
• Immobiliennutzungsphase: Vermietung, Vermarktung, Betrieb, Instandhaltung.
• Erholungs-/Rückgewinnungsphase: Abriss, Recycling, Bodensanierung.

„Zu allen drei Phasen geben wir neben konkreten Handlungsvorschlägen auch zahlreiche praktische Beispiele von Unternehmen, bei denen sich bestimmte Aktionen bereits bewährt haben“, sagt David Lorenz. So wird etwa der Fall eines Zulieferers für Baumaterial beschrieben, der ein Werk in Puerto Rico betreibt und einen intensiven Dialog mit der lokalen Bevölkerung geführt hat. Im Zuge der Diskussion verpflichtete sich der Betreiber zu bestimmten Maßnahmen, über deren Einhaltung und Fortgang er die Anwohner in einem vierteljährlichen Newsletter informierte. Die Anzahl der Beschwerden seitens der Bevölkerung konnte so um 70 Prozent gesenkt werden. Ein anderes Beispiel aus Singapur illustriert dagegen die Vorteile des modularen Bauens. Im Falle eines neu geschaffenen Wohnblocks mit mehr als 600 Appartements konnten durch die Verwendung von etwa 5.000 vorgefertigten Gebäudemodulen enorme Mengen an Bauabfällen vermieden werden. Ein drittes Beispiel aus Oslo zeigt, dass bei Abrissarbeiten durch Recycling von Baumaterial direkt vor Ort viel Geld gespart werden kann. So wurden fast 30.000 Tonnen Beton und 10.000 Tonnen Ziegelsteine noch vor Ort durch eine mobile Mühle zerkleinert und zum Bau einer Straße verwendet, die alten Stufen einer Granittreppe dagegen für den Bau von niedrigen Grundmauern genutzt, die das Gelände stabilisieren.

„Den ersten Entwurf des Leitfadens haben wir in einer mehrmonatigen Konsultationsphase an Partner in aller Welt geschickt, die wiederum Vorschläge für unseren Maßnahmenkatalog gemacht haben“, sagt David Lorenz. „So konnten wir sicherstellen, dass der Leitfaden auf der ganzen Welt einsetzbar ist, weil wir Maßnahmen integrieren konnten, die in der westlichen Welt als selbstverständlich gelten – etwa der Einbau von separaten Toiletten für Frauen, der in einigen Ländern offenbar nicht zum Standard gehört.“

Und auch die westliche Welt weist teilweise große Lücken bei Auslegung und Anwendung geltender Standards auf, so zum Beispiel bei der Innenraumluftqualität von Bürogebäuden. „Es gibt auch in Deutschland nicht wenige Fälle, in denen gesundheitsschädliche Substanzen wie Asbest oder PCB aus Bauteilen in die Innenräume gelangen. Wir empfehlen daher einerseits den Immobilieneigentümern, vor geplanten Modernisierungs- oder Umbauarbeiten eine Bauwerksdiagnose durchzuführen. Andererseits lautet die Empfehlung an alle am Bau Beteiligten, bei Neubauten oder Modernisierungen sogenannte Environmental Product Declarations von den Lieferanten zu verlangen, damit derartige Fälle künftig vermieden werden können“, sagt David Lorenz.