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Nach Gerichtsentscheid unter Zeitdruck

Der Zeitplan für die geplante Fusion von Gaz de France SA (GDF) und Suez SA kommt erheblich unter Druck. Ein Pariser Gericht gab am Dienstag dem GDF-Betriebsrat recht und entschied, dass die für Mittwoch angesetzte Board-Sitzung nicht abschließend über den Zusammenschluss entscheiden darf. Das sagte ein Vertreter der Gewerkschaft CGT, die im GDF-Betriebsrat vertreten ist, Dow Jones Newswires.

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Bereits vor zwei Wochen hatten die Arbeitnehmervertreter per gerichtlicher Verfügung eine Verschiebung des Termins erwirkt. Ein GDF-Sprecher sagte, man werde die Gerichtsentscheidung anfechten.

Damit kommt das Vorhaben selbst erheblich unter Zeitdruck, weil bis zum Jahresende noch die Aktionäre beider Gesellschaften über den von politischer Seite gewollten Zusammenschluss der beiden Versorger abstimmen müssen.

Sollte es nicht bis Ende Dezember gelingen, alle erforderlichen Beschlüsse für die Fusion zu bekommen, droht nach Darstellung von Personen, die mit dem Vorhaben vertraut sind, eine monatelange Verzögerung. In einem solchen Fall müssten nämlich unter Umständen alle Fusionsdokumente um die Geschäftsergebnisse 2006 aktualisiert werden.

Vor dem Gerichtsentscheid hatte es der GDF-Betriebsrat auch im zweiten Anlauf abgelehnt, die laut französischem Recht erforderliche Fusions-Beurteilung abzugeben und dies mit dem Mangel an Details in den Informationen begründet, die das Management des Gasversorgers als Basis dafür zur Verfügung gestellt hat. In Frankreich muss für eine Fusionsentscheidung des Boards zunächst eine Beurteilung des Vorhaben seitens der Arbeitnehmervertreter vorliegen.

Nach bisheriger Planung sollte die Board-Sitzung von GDF, auf der die engültigen Konditionen der Fusion zwischen GDF und Suez beschlossen werden müssen, am Mittwochmorgen stattfinden. In der am Dienstag verbreiteten Erklärung des Betriebsrates heißt es, man habe GDF aufgefordert, diese Sitzung zu verschieben. Der französische Versorger lehnte dies allerdings mit dem Hinweis ab, die Konsultationen mit der Arbeitsgeberseite seien abgeschlossen.

Nach Darstellung des Betriebsrates hat es die Führung des Konzerns versäumt, die finanziellen Konditionen der Fusion und die Folgen des Zusammenschlusses für den Stellenplan vorzulegen. Nicht einmal die industrielle Logik der Transaktion sei hinreichend erläutert worden.

Die GDF-Gewerkschaften, die auch im Betriebsrat mit Vertretern präsent sind, haben das Fusionsvorhaben von Anfang an abgelehnt. Sie wehren sich gegen die weitere Privatisierung des französischen Energiesektors.